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Krefeld
Kathstede gründet Unternehmen

Krefeld: Kathstede gründet Unternehmen
FOTO: Stadt Krefeld
Krefeld. Der Ex-Oberbürgermeister will als Unternehmensberater seine Kommunalerfahrungen nutzen Von Jens Voss

Krefelds ehemaliger Oberbürgermeister Gregor Kathstede geht beruflich neue Wege: Er hat eine Unternehmensberatung gegründet, die unter dem Namen "Gregor Kathstede Consulting" firmiert. Er wird künftig Firmen beraten, die auf der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kommunalpolitik und Verwaltung agieren. Natürlich kommen ihm dabei die Erfahrungen zugute, die er als Oberbürgermeister gemacht hat. "Zu meiner Überraschung haben mich mehrere Anfragen erreicht, die es nahelegten, diesen Schritt in die Selbstständigkeit zu machen", sagte er auf Anfrage unserer Redaktion. Sein Arbeitsfeld liege dabei nicht in Krefeld, sondern erstrecke sich bundesweit, betonte er.

Kathstede ist seit Oktober 2015 nicht mehr im Dienst; zuvor hatte er nach zwei Amtszeiten darauf verzichtet, noch einmal für seine Partei ins Rennen um das Amt des Oberbürgermeister zu gehen. "Ich hab die Zeit genutzt, um mich zu besinnen, Abstand zur Politik zu gewinnen und mich auf meine Familie zu konzentrieren", sagt er, "und mir ist in dieser Zeit erst recht bewusst geworden, wie sehr dieser Teil meines Lebens im Amt zu kurz gekommen ist, so schön und interessant das Amt des Oberbürgermeisters auch ist."

Kathstede berichtet, er sei zu seiner Überraschung von mehreren Unternehmen angesprochen worden. "Offenbar habe ich mir im Zusammenhang mit der Privatisierung des Krefelder Klinikums einen Namen gemacht", sagte er. Erst vor kurzem hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ihn in einem Artikel über erfolgreiche Klinik-Privatisierungen namentlich erwähnt.

Ihn haben Unternehmen zu zwei Themen kontaktiert: Zum einen eine Firma, die auf Käufe und Fusionen privatwirtschaftlicher Unternehmen spezialisiert ist und nun auch auf dem Kommunalmarkt Fuß fassen möchte "Überall in Deutschland werden kommunale Kliniken privatisiert; ich bin gefragt, was es zu beachten gilt im Dreieck zwischen Klinik, Kommunapolitik und Verwaltung."

Hintergrund: Kathstede hatte sich in seiner ersten Amtszeit gegen teils erbitterten Widerstand der Gewerkschaften und der SPD für die Privatisierung des mit 30 Millionen Euro hoffnungslos überschuldeten städtischen Klinikums eingesetzt. Bekanntlich bekam mit Helios der Anbieter den Zuschlag, den Kathstede favorisierte. Helios übernahm das Klinikum zum 1. Januar 2008 und hat mittlerweile mehr als 200 Millionen Euro in den Bau einer neuen, modernen Klinik investiert. Die Privatisierung darf als große, wenn nicht die größte politische Leistung Kathstedes gelten. Und: Diese Leistung ist offensichtlich überregional positiv und nachhaltig bei Entscheidern in der Wirtschaft in Erinnerung geblieben.

Kathstede betont, dass es bei diesem Standbein nicht nur um Kliniken geht; "es werden ja auch Stadtwerke oder kommunale Wohnungsgesellschaften privatisiert oder teilprivatisiert; die Strukturen sind stets ähnliche", erläutert er.

Das zweite Standbein betrifft die Ansiedlung chinesischer Firmen in Deutschland. Auch in diesem Punkt hat sich Krefeld einen gewissen Ruf erworben, als sich 2012 der chinesische Baumaschinenkonzern XCMG in Krefeld ansiedelte. Das Invest über 50 Millionen Euro war ein landesweites Signal; damals kam NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin zur Feier des ersten Spatenstichs. Diese Besuche chinesischer Delegationen in Krefeld und Besuche Kathstedes in China haben ihm ein Knowhow über deutsch-chinesische Beziehungen eröffnet, das nun andere Unternehmen nutzen möchten.

So blickt Kathstede optimistisch in die Zukunft - die Erleichterung über den Abschied aus dem rauen Politikbetrieb mag ein Übriges dazu beitragen.

Quelle: RP
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