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Krefeld
Katia Baudin wird neue Leiterin der Krefelder Kunstmuseen

Krefeld. Die Expertin für Kunstgeschichte und Betriebswirtschaft leitet die Häuser ab September 2016. Von Petra Diederichs

Die Entscheidung ist gefallen: Katia Baudin, zurzeit stellvertretende Leiterin des Museums Ludwig in Köln, wird zum 1. September 2016 die Leitung der Krefelder Kunstmuseen übernehmen. Damit gibt es einen nahtlosen Übergang, wenn Museumschef Martin Hentschel Ende August in den Ruhestand geht. Gestern Abend hat sie nicht nur Verwaltungs- und Kulturausschuss für sich gewonnen, auch ein Dringlichkeitsbeschluss für den Hauptausschuss ist erfolgt - er muss die Formalitäten am 29. September nur noch abnicken. "Es war eine schnelle und einstimmige Wahl", erklärt Oberbürgermeister Gregor Kathstede. Es war ihm ein "Herzensanliegen, die für die Kunstmuseen und das kulturelle Leben Krefelds diese so wesentliche Entscheidung noch zu verkünden", sagte er.

Und dass die Kunstmuseen zur Herzensangelegenheit für die 48-Jährige werden, stellte sie gleich klar: "Was für ein Glück für einen neuen Direktor, in ein frisch renoviertes Haus zu kommen. Man muss Krefeld gratulieren. Mit der Sanierung können die Kunstmuseen noch einmal in einer anderen Liga spielen", schwärmt sie.

Von den Krefelder Museen hat sie eine hohe Meinung: Sie gehören zum spannendsten, was es in der Museumslandschaft gibt. Sie waren Katalysator für innovative und utopische Projekte. Von hier sind viele Impulse ausgegangen. Das ist einzigartig in Deutschland." Die enge Verzahnung zwischen Kunst und Industrie, die das Kaiser-Wilhelm-Museum in seinen Gründungsjahren bestimmt, will sie in ihrer Arbeit fördern. Die Voraussetzungen dafür spiegeln sich in ihrer Biografie: Katia Baudin ist 1967 im französischen Neuilly-sur-Seine geboren als Tochter eines französische Vaters und einer deutschen Mutter. Aufgewachsen ist sie in Amerika, wo sie Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte studierte. An der Sorbonne schloss sie ihr Kunstgeschichtsstudium ab. Bereits mit 29 Jahren hatte sie ihre erste leitende Position in Dünkirchen im Museum für zeitgenössische Kunst und Design, wechselte dann als Rektorin an die Straßburger Kunstakademie. 2008 holte Kasper König sie als seine Stellvertreterin ans Museum Ludwig nach Köln, das sie im vergangenen Jahr kommissarisch leitete. Dort hatte sie einen Ankaufsetat von einer Million Euro. In Krefeld wird das Budget immerhin aufgestockt von jetzt Null auf 50.000 Euro; der auf derzeit 80.000 Euro gedrosselte Ausstellungsetat (wegen des geschlossenen KWM) soll auf 200.000 Euro wachsen.

40 "respektable Kandidaten", so Kathstede hatten sich um den Posten beworben. Die hochkarätige Findungskommission hatte einen Mann und drei Frauen zu Vorstellungsgesprächen eingeladen - eine Kandidatin hatte abgesagt, weil sie eine Aufgabe in Amerika übernahm. "Frau Baudin ist durch ihre Qualifikation, ihre Art und ihre Menschlichkeit die Person, die am besten zu den Kunstmuseen und zu den Krefeldern passen wird", sagte Kathstede. Und mit ihren Erfahrungen in der Marktforschung dürfte sie exakt dem Bild entsprechen, das sich die Krefelder Politik von der Museumsleitung erhofft. "Es ist wichtig, mit Projekten und Netzwerkarbeit neue Menschen in die Häuser zu holen", sagt sie. Und dafür biete sich in Krefeld großes Potenzial.

Quelle: RP
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