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Krefeld
Kein freies Parken mehr innerhalb der Wälle

Krefeld. Die Stadtverwaltung lässt derzeit ein neues Parkraumkonzept erarbeiten. Im Kernbereich sollen künftig ausnahmslos Gebühren erhoben werden. Vor allem Pendler könnten sich benachteiligt fühlen. Von Otmar Sprothen

In einer 120 Seiten umfassenden Studie, die jetzt in einer Informationsveranstaltung der SPD-Mitte vorgestellt und diskutiert wurde, wies die beauftragte Neusser Ingenieurgesellschaft Stolz nach, dass mit einer Gesamtzahl von 20.000 Parkständen ausreichend Parkraum in Krefeld vorhanden sei. Dieser werde aber zwischen 6 und 22 Uhr nur zu 60 Prozent ausgelastet, wobei die durchschnittliche Verweildauer an Werktagen eine bis zwei Stunden betrage. Eine Passantenbefragung ergab, dass die Mehrheit mit Parkgebühren zwischen 0,50 und einem Euro einverstanden sei.

Uneinheitliche und oft verwirrende Hinweisschilder zu den vier städtischen und neun privaten Parkhäuser führten laut Stolz-Gesellschafter Michael Vieten zu vermeidbarem Parksuchverkehr, der sich wiederum negativ auf die Wohnqualität der Innenstadt auswirke. Die sehr unterschiedliche Ausstattungsqualität der Parkhäuser begründe, dass derzeit nur 27 Prozent der Autofahrer ein Parkhaus benutzen wollen.

Das neue Parkkonzept sieht folgende grundsätzlichen Regelungen vor: Die Innenstadt wird in fünf Parkzonen aufgeteilt, in denen ein flächendeckendes kostenpflichtiges Anwohnerparken möglich sein soll. In der Zone zwischen Nordstraße und den Wällen werden ausnahmslos Gebühren erhoben. Diese errechnen sich aus einem 15-Minuten-Takt, der 50 Cent kosten soll. Dadurch will man an die 600 zusätzliche Parkstände gewinnen. In den umliegenden Zonen kann es neben Parkschein-Bereichen auch Bereiche für den Gebrauch der Parkscheibe geben. Um gebietsfremde Langzeitparker fernzuhalten, wird die Höchstparkzeit in allen Parkzonen auf zwei Stunden begrenzt. Die Regelungen gelten an allen Wochentagen mit Ausnahme des Sonntags von 7 bis 19 Uhr.

Das neue Parkkonzept soll konsequent gegen Einzelinteressen flächendeckend durchgesetzt werden, damit jeder an jeder Stelle der Stadt weiß, was ihn erwartet, erklärte Norbert Hudde, Fachbereichsleiter Stadtplanung. Das Ordnungsamt müsse für diese Aufgabe mehr Personal einsetzen.

Die Bürger verwiesen darauf, dass Pendler sich benachteiligt fühlen könnten. Hudde gab dies zu, verwies aber auf die zahlreichen P&R-Plätze und auf das Internet, in dem sich immer mehr Pendlernetze zur Selbstorganisation anböten. Auf Anregung von Manfred Göbel (Linke)sagte die Bezirksvorsteherin zu, das Thema Anlage neuer Abstellplätzen für Motor- und Fahrräder in das Treffen der SPD-Fraktionen der von dem neuen Parkkonzept betroffenen Bezirke einzubringen.

Mehrere Bürger beschwerten sich über die mangelnden Möglichkeiten, durch Kurzzeitparken vor ihrer Wohnung in Parkverbotszonen ihre Einkäufe auszuladen. Immer wieder fänden sie gebührenpflichtige Verwarnungen an der Windschutzscheibe. Johann Wardas, Projektleiter bei der Stadt Krefeld, versprach, alle Parkverbotszonen noch einmal kritisch auf ihre Berechtigung zu überprüfen. Hudde ergänzte, dass die Stadt Bauherren ansprechen würde, ein paar Park- oder Garagenplätze mehr zu bauen, die dann vermietet werden könnten. Bei dem Thema Garagen sagten mehrere Bürger, viele innerstädtische Garagen würden nicht für die Autos, sondern als Abstellräume oder Werkstätten zweckentfremdet.

Zwei Jahre nach seiner Einführung sollte das neue Parkraumkonzept evaluiert werden, kündigte Stadtplaner Hudde an. Dann könne man erkennen, wo noch nachgebessert werden müsse.

Quelle: RP
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