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Krefeld
Keksfabrik Gruyters vor der Rettung

Krefeld: Keksfabrik Gruyters vor der Rettung
An der Tannenstraße produziert die Gruyters Keksfabrik für Betriebskantinen, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Großküchen, Hotels und Jugendherbergen - der angenehme Duft ist dort täglich weithin riechbar. FOTO: TL
Krefeld. Der Insolvenzverwalter hat eine positive Prognose vorgelegt. Am Montag soll ein Vertrag über Stellenabbau mit der Arbeitnehmervertretung unterzeichnet werden. Vor allem die Leiharbeiter sollen von der Sanierung betroffen sein. Von Norbert Stirken

Die traditionsreiche Keksfabrik Gruyters an der Tannenstraße scheint gerettet. Der vom Amtsgericht Krefeld als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellte Düsseldorfer Rechtsanwalt Claus-Peter Kruth hat nach Informationen unserer Redaktion Betriebsrat und Gewerkschaft in dieser Woche eine "positive Prognose" für die Zukunft des Unternehmens vorgestellt. Die angestrebte Rettung wird mit Personalabbau einhergehen.

Ende Februar hatten die Gesellschafter Peter Rinsch und Karl-Heinz Maneke Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Die Belegschaft und auch Marius Nieríng, Sekretär der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), zeigten sich überrascht. Kruth und die Arbeitgeber hätten die Zeit genutzt, um sich konstruktiv Gedanken zu machen, berichtete Niering gestern auf Anfrage unserer Redaktion. Er geht davon aus, dass am kommenden Montag ein Vertrag unterzeichnet werde, in dem der Umfang des Personalabbaus und weitere Schritte festgelegt seien. Derzeit arbeiteten 40 Angestellte und 15 Leiharbeiter an der Tannenstraße. Sie erhalten bis Ende dieses Monats Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit.

Über die genau Zahl des Stellenabbaus will Niering keine Angaben machen. "Im kleinen Umfang bei den Festangestellten", sagte er. Es ist allerdings davon auszugehen, dass auf die 15 Leiharbeiter zukünftig ebenfalls verzichtet wird. Thomas Feldmann, Sprecher der Düsseldorfer Kanzlei Andres Partner, für die der Insolvenzverwalter tätig ist, gibt zum Komplex Gruyters keine Auskunft und kündigt für die nächsten Tage eine schriftliche Information an. Nach der Vertragsunterzeichnung stehe eine Gläubigerversammlung an, informierte der Gewerkschaftssekretär. Er gehe davon aus, dass die notwendigen Gespräche im Vorfeld absolviert worden seien, damit es keine Überraschungen gebe. Nach Einschätzung der Gewerkschaft sei die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos.

Gesellschafter der Wilhelm Gruyters GmbH: Karl-Heinz Maneke (links) und Peter Rinsch. FOTO: WGG

Über die Gründe, die zum Insolvenzantrag geführt haben, rätseln die Betroffenen immer noch. Wie zu hören war, sollen die Preise für die einzelverpackten Backspezialitäten, die in Cafés, Kantinen, Krankenhäusern und Seniorenheimen zum Kaffee gereicht werden, seit Jahren trotz gestiegener Personal- und Energiekosten nicht angepasst worden sein.

Für den Fortbestand des Familienunternehmens in vierter Generation wird auch ein Konzept erforderlich, mittelfristig die veraltete Infrastruktur und den Maschinenpark zu modernisieren. Die Wilhelm Gruyters GmbH war führender Spezialist für einzeln verpackte Kekse für Großversorger und Cash & Carry. Der Back- und Schokoladenwarenhersteller bietet rund 150 Gebäck-Spezialitäten, darunter Vollkost- und Diätgebäck, Butter-Cookies, Käsegebäck, Kaffeebeilagen und abwechslungsreiche Sortimente an. Die Ursprünge des Unternehmens gehen auf das Jahr 1863 zurück, als Wilhelm Gruyters auf der Petersstraße in Krefeld das Stammhaus gründete.

Quelle: RP
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