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"Taschen-Affäre"
Radomski entschuldigt sich für Kauf der Luxustasche

Kerstin Radomski entschuldigt sich für Kauf der Luxustasche
Die Krefelder Bundestagsabgeordnete Kerstin Radomski hat Ärger wegen einer Handtasche. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Krefeld. Die CDU-Bundestagsabgeordnete spricht von fehlendem "Fingerspitzengefühl". Trotzdem fühlt sie sich aber im Recht. Von Joachim Niessen

Kerstin Radomski geht nach Tagen des Schweigens in der "Taschen-Affäre" in die Offensive. "Auch wenn ich rechtlich nichts falsch gemacht habe, so habe ich kein Fingerspitzengefühl bewiesen, auf das ich mich in meinem Leben sonst immer verlassen kann, das tut mir leid und dafür möchte ich mich entschuldigen", teilte die CDU-Bundestagsabgeordnete gestern in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Ob Radomski auch die 532 Euro, die die Tasche gekostet hat, von ihrem Privatkonto erstatten oder die Summe an eine soziale Einrichtung spenden will, bleibt unklar. Eine abschließende Antwort darauf gab es aus dem Bundestagsbüro in Berlin bisher nicht.

Radomski hatte die Kalbsleder-Tasche der Firma Piquadro, die sie nach eigenen Angaben für ihre tägliche Arbeit und den Transport von Laptop und Akten braucht, aus ihrer Berliner Bürokostenpauschale finanziert. Der Kauf war rechtens; dennoch kam der Vorwurf, Radomski habe mit Blick auf den Preis instinktlos gehandelt, da es sich hier um Geld des Steuerzahlers handele. "Die vergangenen Tage und die vorgebrachte Kritik haben mich im wahrsten Sinne des Wortes 'durchgerüttelt' und zum Nachdenken gebracht", räumte Radomski jetzt ein.

Parallel startete die CDU-Frau einen erneuten Rechtfertigungsversuch: "Nachdem mir nach meinem Einzug in den Deutschen Bundestag im Herbst 2013 immer wieder Taschen verschlissen waren, mit denen ich täglich Akten auf dem Weg zu Sitzungen transportiere und Unterlagen mit zu Terminen nehme, wollte ich im vergangenen Herbst endlich eine Arbeitstasche anschaffen, die lange hält. So kaufte ich eine solche, stabil und mit Laptopfach, zum Preis von 532 Euro und bin seither bei nahezu allen Terminen mit dieser unterwegs."

Jeder Bundestagsabgeordnete verfügt über ein Sachleistungskonto. Damit können jährlich in Höhe von 12.000 Euro unter anderem Büromaterial, Computer, Büromöbel oder eben auch Arbeitstaschen finanziert werden. Der nicht verwendete Rest des Geldes fließt in die Bundeskasse zurück.

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