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Krefeld
Kesselhaus: FDP wirft Planungsdezernenten Befangenheit vor

Krefeld: Kesselhaus: FDP wirft Planungsdezernenten Befangenheit vor
Das Kesselhaus (Archiv). FOTO: Lammertz
Krefeld. Mit der Teilnahme an der Jury zum Architekturwettbewerb fürs Kesselhaus macht sich Martin Linne laut FDP angreifbar. Von Norbert Stirken

Gerald Wagener, potenzieller Investor eines Hotels samt Kongresszentrums auf dem Theaterplatz, äußerte sich skeptisch zur Rolle des Krefelder Planungsdezernenten Martin Linne im Entscheidungsprozess über die Zukunft des Seidenweberhauses beziehungsweise möglicher Alternativen nach einem Abriss der Veranstaltungsstätte.

Nun bekommt der Geschäftsmann überraschend Unterstützung von den Freien Demokraten. Fraktionsvorsitzender Joachim C. Heitmann kritisiert die Teilnahme des Beigeordneten Linne an der Jury eines Architekturwettbewerbs zur Nutzung des Kesselhauses im Mies-van-der-Rohe-Businesspark als Veranstaltungshalle. Linne setze sich damit dem Vorwurf der Befangenheit aus, urteilte Jurist Heitmann gestern.

"Herr Linne macht sich angreifbar. Der Entscheidungsprozess über das Ob und Wie einer städtischen Veranstaltungshalle gerät in ein schiefes Licht," so kommentiert die FDP die Teilnahme des Planungsdezernenten an der Jury, die über die sieben Entwürfe für die Nutzung des sogenannten Kesselhauses im Mies-van-der-Rohe-Businesspark als Veranstaltungshalle zu befinden hatte. "Offiziell werden zurzeit alle Varianten, auch was den Standort angeht, geprüft. Inoffiziell hat sich die Verwaltung längst positioniert," erklärte Heitmann. Das Verhalten des Dezernenten widerspreche allen bisherigen Gepflogenheiten des Verwaltungshandelns.

Die FDP vermisse noch immer eine Bedarfsanalyse für die städtischerseits zu nutzende Veranstaltungshalle: Erst danach dürfe die Frage des Standortes entschieden werden, wobei für die FDP auch die Fläche südlich des Hauptbahnhofs eine Option bleibe.

"Unsere Bedenken gegen die Teilnahme des Planungsdezernenten an der Jury gelten natürlich auch für die anderen Vertreter der Stadt, insbesondere Norbert Hudde und Veit Berroth", ergänzten die Freien Demokraten den Kreis derer, gegen den sich ihre Vorbehalte richten.

Wagener, der sich mit seinem Hotel- und Kongresszentrumsprojekt in Konkurrenz zu Wolf Reinhard Leendertz, dem Eigentümer des Kesselhauses und des Mies-van-der-Rohe-Business-Parks sieht, warf unlängst öffentlich die Frage auf, ob der Planungsdezernent längst einen Favoriten habe. Der Unternehmer berichtete, er habe "nun zum wiederholten Mal die Information erhalten", dass Linne bereits vor rund zwei Jahren gegenüber Leendertz, dem Investor des Kesselhauses, schriftlich eine "weiche" Zusage gegeben haben soll. "Sollte die Stadt schon eine vorgefasste Meinung oder gar rechtlich indikative Zusagen gemacht haben, bitte ich um die Fairness, uns dies mitzuteilen", schreibt Wagener dazu. Linne wies das zurück: "Diese Behauptung entbehrt jeglicher Grundlage. Selbst wenn ich wollte, ich könnte gar keine derartigen Zusagen machen, weil darüber der Rat entscheidet", erklärte er auf Anfrage.

Mit seiner Teilnahme an der Jury, die aus sieben Architektur-Vorschlägen für eine zukünftige Nutzung des Kesselhauses als Veranstaltungsstätte den Sieger-Entwurf kürte, bekommen die Gerüchte neue Nahrung.

Quelle: RP
 
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