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Krefeld
Kesselhaus: SPD will Rückkehr zur Sachlichkeit

Krefeld: Kesselhaus: SPD will Rückkehr zur Sachlichkeit
Der Krefelder Geschäftsmann Gerald Wagener hat seine Pläne für ein Hotel mit Kongresszentrum am Standort Theaterplatz in der Innenstadt vorgestellt. FOTO: GW
Krefeld. Die Diskussion über die Zukunft des Seidenweberhauses und die Projekte Hotel mit Kongresszentrum von Gerald Wagener oder Kesselhaus von Wolf-Reinhard Leendertz nehmen für die SPD eine völlig falsche Richtung. Statt sachlich über Inhalte zu reden, würden hier "Dolchstoßlegenden" konstruiert. Ratsherr Jürgen Hengst mahnt die Beteiligten, die städtebaulich und wirtschaftlich beste Lösung für die Stadt zu suchen. Von Norbert Stirken

Die FDP sprach von Befangenheit des Planungsdezernenten, weil er Teil der Jury war, die aus sieben Architekturentwürfen für den Umbau des Kesselhauses zu einer Veranstaltungsstätte den Siegerentwurf kürte. Investor Gerald Wagener, der auf dem Theaterplatz ein Hotel- und Kongresszentrum bauen will, schlug wie die FDP in dieselbe Kerbe und sah in Linnes Teilnahme ein Missachten der "Neutralitätspflicht" der Stadtverwaltung.

Die SPD will sich die gegenseitigen Schulzuweisungen auf Nebenschauplätzen nicht mehr länger anschauen. Ratsherr Jürgen Hengst appellierte gestern an die Beteiligten: "Wir benötigen die beste Lösung für die Stadt und keine Posse mit gegenseitigen Anschuldigungen und kleinteiligen Verfahrensfragen.

Der planungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion bezeichnete die jüngsten Verlautbarungen über eine zukünftige Veranstaltungsstätte in Krefeld als "unverständlich und nicht nachvollziehbar". Die Stadt benötige nicht irgendeine, sondern die beste Lösung. Wer sich ausschließlich mit Verfahrensfragen beschäftige, zur inhaltlichen Diskussion bislang aber wenig bis gar nichts beigetragen habe, mache aus einer zentralen Zukunftsentscheidung der Stadt eine Posse, sagte Hengst.

Der Krefelder Unternehmer Wolf Reinhard Leendertz stellt heute Abend ab 19 Uhr im Mies-van-der-Rohe-Business-Park seine Pläne zum Umbau des Kesselhauses in eine Veranstaltungsstätte vor. FOTO: Thomas lammertz

"Für die Entscheidung wird neben der besten städtebaulichen Lösung eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, in der die Kosten für die Stadt geprüft und festgestellt werden, benötigt", betonte Hengst. Dies gelte für alle denkbaren Optionen. Der Rat der Stadt Krefeld habe am 8. Dezember 2016 den klaren Auftrag erteilt, den Abbruch des Seidenweberhauses und einen gleichzeitigen Neubau auf dem Theaterplatz, sowie den Abbruch des Seidenweberhauses und die Aufnahme der Veranstaltungsstätte in das Kesselhaus im Mies-van-der-Rohe-Business-Park als zwei von insgesamt vier denkbaren Varianten zu untersuchen und gegenüberzustellen.

"Zum jetzigen Zeitpunkt liegen mit den Ideen von Leendertz und Wagener zwei sehr interessante und prüfenswerte Vorschläge auf dem Tisch. Die SPD-Fraktion wird jedoch keine Entscheidung ohne Gegenüberstellung aller Varianten und Berechnungen über die Wirtschaftlichkeit treffen. Ebenso wird die SPD-Fraktion darauf achten, dass die Planungshoheit für die zukünftige Gestaltung des Theaterplatzes weiterhin bei der Stadt liegt", macht Hengst die Erwartungshaltung der SPD-Fraktion deutlich.

Öffentliche Anschuldigungen wegen angeblicher vorzeitiger Festlegungen zugunsten des einen oder des anderen Projektes würden ebenso wenig helfen, wie Verlautbarungen mit Verfahrensfragen und der deutlich sichtbaren Strategie, das Projekt zu zerreden. Die Stadt benötige einen seriösen und verlässlichen Partner. Man solle daher zur Sachdebatte zurückkehren und keine Dolchstoßlegenden stricken. "Der Rat entscheidet in dieser wie in jeder wichtigen Frage eigenständig. Dabei bleibt es", erklärte Hengst.

Quelle: RP
 
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