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Krefeld
KFC-Torwart halbtot geprügelt
Krefeld: KFC-Torwart halbtot geprügelt
Noch nicht vernehmungsfähig: KFC-Torwart Ronny Kockel. RP-Archiv: Königs FOTO: RPO
Krefeld. Mehrere Männer haben Ronny Kockel in der Königsburg mit Schlägen und Tritten gegen den Kopf schwerste Verletzungen zugefügt. Kockel musste stundenlang operiert werden. Unklar ist, ob er je wieder Fußball spielen kann. Von Oliver Schaulandt

Es hätte ein schönes Wochenende für Ronny Kockel werden können. Sein Fußball-Verein, der KFC Uerdingen, bei dem der 35-Jährige als Torwart beschäftigt ist, hatte die englischen Wochen mit Spielen im Drei-Tages-Rhythmus hinter sich gebracht, steht an der Tabellenspitze und war am Wochenende spielfrei. Kockel entschied sich, die ungewohnte Freizeit am Freitag Abend in der Discothek Königsburg zu verbringen. Dort wurde er gegen vier Uhr morgens von Unbekannten – es sollen zwischen drei und sechs Personen gewesen sein – brutal zusammengeschlagen und musste ins Krankenhaus.

Was nach dem Zusammentreffen geschah, ist unklar. Ein Zeuge, der auch selbst Opfer des Übergriffes wurde, hatte berichtet, dass die Unbekannten Kockel zu Boden prügelten und anschließend den am Boden liegenden Wehrlosen brutal zusammentraten. Der Torwart selbst soll schuldlos sein, habe die Kripo mitgeteilt.

Kockel erlitt nach RP-Informationen bei den brutalen Attacken schwerste Verletzungen, vor allem im Gesicht. Die Nase und mehrere Rippen sind angebrochen, der Kiefer gleich mehrfach gebrochen, hinzu kommt eine schwere Gehirnerschütterung. Noch am Samstag kam er ins Krankenhaus und musste mehrere Stunden lang operiert werden. Sein Mund ist komplett verdrahtet, Kockel kann nur Flüssignahrung zu sich nehmen. Fünf Tage lang muss er diese Drähte tragen. Weil er nicht sprechen kann, hat er auch der Polizei gegenüber noch nicht aussagen können. In einem halben Jahr muss er erneut operiert werden; dann erst kommen die Platten wieder heraus. Seine Eltern reisten am Samstag an, sie kümmern sich nun gemeinsam mit Kockels Freundin um ihn.

Die Krefelder Polizei, die gegen 4.10 Uhr vom Sicherheitsdienst der Königsburg verständigt wurde, gehe derzeit von Körperverletzung aus, hieß es bei der Behörde. Die Personalien der Angreifer seien bereits ermittelt, die Untersuchungen der Polizei gehen noch weiter. Von Seiten der Königsburg war gestern niemand erreichbar.

Kockels Anwalt sagte gegenüber unserer Zeitung, dass sein Mandant Anzeige wegen Körperverletzung erstattet habe. Möglicherweise werde der Vorfall direkt an die Staatsanwaltschaft übertragen. Es sei derzeit nicht auszuschließen, dass es sich bei dem Delikt um versuchten Totschlag handele, da die Angreifer den wehrlos am Boden liegenden Kockel brutal gegen den Kopf getreten hätten. Solche Tritte können tödlich sein.

Dem Torwart geht es nach Informationen unserer Zeitung den Umständen entsprechend gut. Die Operation sei zwar durch die Brüche kompliziert gewesen, aber gut verlaufen. Ob er allerdings jemals wieder Fußball spielen kann, ist noch ungewiss. Ronny Kockel, der momentan in der KFC-Hierarchie der Torhüter die Nummer drei ist, ist der erste Deutsche, der im Iran als Profifußballer beim Verein Paykan Teheran sein Geld verdiente. Zudem spielte er unter anderem für die Stuttgarter Kickers, Arminia Bielefeld, Eintracht Trier und auf Zypern für Olympiakos Nikosia, ehe er zum Beginn der Saison 2009/10 nach Krefeld zum KFC Uerdingen wechselte.

Quelle: RP
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