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Marode Grotenburg
KFC muss für Topspiele künftig umziehen - Fans entsetzt

KFC Uerdingen: Grotenburg-Stadion marode - Viertligist muss für Topspiele umziehen
Die Grotenburg in Krefeld-Uerdingen (Archivbild) FOTO: ths
Krefeld. Skurrile Situation: Endlich hat der Ex-Bundesligist KFC Uerdingen wieder Erfolg - nun muss er bei den entscheidenden Spielen um den Aufstieg in die Dritte Liga in andere Städte ausweichen. Die heimische Grotenburg ist marode. Von Thomas Schulze

Bei den Fußballfans schlug die Nachricht wie eine Bombe ein, aber auch für jene, die dem Sport weniger zugetan sind, war es eine Überraschung: Sollte der KFC Uerdingen Meister der Regionalliga werden, so kann er sein Heimspiel in der dann anstehenden Relegation um den Aufstieg in die dritte Liga nicht in der Grotenburg austragen. Das Krefelder Stadion weist zu große Mängel in den Bereichen Sicherheit und Technik auf und erfüllt nicht die Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Das machte im Sportausschuss der Beigeordnete Thomas Visser öffentlich.

Alternativen: Duisburg, Gladbach oder Düsseldorf

Die Fans reagieren in den sozialen Netzwerken auf die Nachricht mit Empörung und Unverständnis. Sie können nicht verstehen, dass ausgerechnet das entscheidende Spiel in Duisburg, Mönchengladbach oder Düsseldorf ausgetragen werden muss. Doch ob es dazu überhaupt kommt, weiß niemand. Allerdings darf darüber spekuliert werden, und die Chancen liegen bei 50 Prozent, denn in Viktoria Köln und Borussia Dortmund II hat der KFC zumindest zwei starke Widersacher im Kampf um die Meisterschaft.

Die Ostkurve der Grotenburg ist wegen erheblicher baulicher Mängel nicht mehr nutzbar und schon seit Jahren gesperrt. Für den Spielbetrieb in der Dritten Liga muss das Stadion saniert werden, und auch mögliche Relegationsspiele sind dort gemäß DFB-Statuten nicht statthaft. FOTO: TL

Sollte er tatsächlich Meister werden, so ginge es dann in zwei Relegationsspielen um den Aufstieg in die dritte Liga. Gegner wären dann ein Meister aus dem Süden, Osten, Nordosten oder Südwesten, zum Beispiel Energie Cottbus, 1860 München oder 1. FC Saarbrücken - alles andere als Laufkundschaft. Damit dürfte die Chance auf den Aufstieg in dieser Saison bei 30 Prozent liegen. Sollte es nicht klappen, so erhöht sich die Chance im nächsten Jahr allerdings aufgrund eines geänderten Modus'.

Stadt will am 14. März über Sanierungskosten informieren

In diese Stadien könnte der KFC umziehen FOTO: Christoph Reichwein

Ebenso wie über den Aufstieg nur spekuliert werden kann, so auch nur über die Kosten der Sanierung der Grotenburg. Erste verlässliche Zahlen wird die Verwaltung am 14. März im Finanzausschuss präsentieren. Dabei dürfte es sich um ein abgestuftes Modell handeln. Um die Grotenburg in einem ersten Schritt so herzurichten, dass sie die Mindestvoraussetzungen in puncto Technik und Sicherheit erfüllt, werden wohl 1,5 Millionen Euro benötigt.

Dieses eine Jahr gewährt der DFB als Übergangszeit, um die weiteren Voraussetzungen für Fußball in der dritten Liga zu schaffen. Um eine zweite Saison dort zu spielen, würden noch einmal 1,5 Millionen Euro benötigt, zum Beispiel für eine Rasenheizung. Nach oben sind den Gedankenspielen keine Grenzen gesetzt. Würde dem KFC tatsächlich der Sprung in die zweite Liga gelingen, so würde die Grotenburg um einen größeren Umbau nicht herum kommen. Dass dies während des Spielbetriebs und über eine längere Zeit möglich ist, beweisen die Beispiele in Essen oder Aue.

KFC-Präsident Mikhail Ponomarev ist in Vorleistung getreten

Was die Finanzierung betrifft, so ist die Sachlage eindeutig: Die Stadt ist Eigentümerin der Grotenburg. Der Vorschlag, der KFC solle die Sanierung übernehmen oder sich daran beteiligen, ist unsinnig - im Gegenzug müsste die Stadt dann die Mannschaft finanzieren.

Eigentum verpflichtet - daher muss die Stadt die Grotenburg sanieren, aber mit Augenmaß. Die Erneuerung des Stadions und der sportliche Erfolg, der nur bedingt planbar ist, müssen Zug um Zug einhergehen. KFC-Präsident Mikhail Ponomarev ist in Vorleistung getreten, in dem er in dieser Saison den benötigten Etat in Höhe von rund zwei Millionen Euro stemmt.

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Manches deutet darauf hin, dass diese Zug-um-Zug-Strategie bereits verfolgt wird. So bezeichnet Visser das Verhältnis zum KFC und die Gespräche als "vertrauensvoll und verlässlich". Der Verein wiederum wurde von der Nachricht, dass ein mögliches Relegations-Heimspiel nicht in der Grotenburg sein könne, nicht überrascht. Er möchte das Thema auch nicht öffentlich kommentieren. "Wir konzentrieren uns ganz auf die nächste sportliche Aufgabe", heißt es. Die muss am Sonntag (15 Uhr/live im Fernsehen bei Sport1) in Wattenscheid gemeistert werden.

Quelle: RP
 
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