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Krefeld
Kickartz denkt an zweite Grün-Kolonne

Krefeld: Kickartz denkt an zweite Grün-Kolonne
Kickartz Grün ist eines von insgesamt zwei anerkannten Integrationsunternehmen in Krefeld. FOTO: KG
Krefeld. Die Gebr. Kickartz GmbH setzt erfolgreich auf Integration. Im nunmehr zweiten Jahr läuft Kickartz Grün, die integrative Betriebsabteilung des Tiefbauunternehmens - und zwar so erfolgreich, dass an eine Erweiterung gedacht wird. Von Bianca Treffer

Bei Kickartz Grün herrscht Aufbruchstimmung. Gerade ist die Sicherheitsunterweisung in Sachen Aufsitzrasenmäher auf dem hauseigenen Gelände gelaufen, und nun geht es zum Kunden. Wobei dort aber nicht der Aufsitzrasenmäher zum Einsatz kommt, sondern es sich um Beetpflege, Einsetzen der Frühjahrsblüher und Aufbau der bis dato eingelagerten Gartenmöbel handelt.

"Wir arbeiten jetzt gleich in einem Privatgarten", sagt Gartenbaumeister Andreas Knoblich. Aber egal ob im privaten Grün oder bei Unternehmen gearbeitet wird, das Team von Kickartz Grün leistet qualitativ gute Arbeit.

Dabei ist die insgesamt fünfköpfige Mannschaft um Knoblich und Vorabeiter Volker Reinshagen etwas ganz Besonderes. Es handelt sich nämlich um die integrative Betriebsabteilung vom Tiefbauunternehmen Gebr. Kickartz GmbH. Es ist eines von insgesamt zwei anerkannten Integrationsunternehmen in Krefeld.

Dort arbeiten Menschen mit und ohne Handicap Hand in Hand zusammen. "Wir haben schon immer eng mit der Förderschule in Krefeld zusammengearbeitet und Praktika angeboten. Eine Zusammenarbeit, die gut funktionierte", sagt Roland Rokoch von der Personalabteilung. Vor diesem Hintergrund reifte im Unternehmen, das sich bis dato nur im Tiefbausegment bewegte, die Idee, eine eigene Grünabteilung ins Leben zu rufen und das integrativ. "Wir haben 2015 Kontakt zum Landschaftsverband Rheinland aufgenommen und unsere Idee vorgestellt. Für uns war es völliges Neuland", erinnert sich Geschäftsführer Rainer Matzkus. Fast ein Jahr lang lief das Genehmigungsverfahren, bei dem Gutachten und Betriebsbeschreibungen erstellt wurden und Dutzende von Formularen ausgefüllt werden mussten. Dann war es soweit. Kickartz Grün stellte einen Gartenbaumeister und Vorarbeiter ein und am 1. September 2015 fiel der Startschuss für das nunmehr anerkannte Integrationsunternehmen.

Aktuell arbeiten fünf Menschen mit Handicap beim Unternehmen, wobei alle vorab eine Werkergrundausbildung durchlaufen haben. Friedrich Sobczynski ist gelernter Metallwerker und Sven Boom Gartenbauwerker. Nicht nur Knoblich und Reinshagen sind voll des Lobes über ihre Mitarbeiter. "Wir sind mit der Arbeit der Jungs voll zufrieden", betont Matzkus. Rokoch kann sich dem nur anschließen. Er spricht von äußerst motivierten Mitarbeitern, die viel Spaß an der Arbeit hätten und mit Begeisterung bei der Sache seien.

"Wir können auch keine großen Unterschiede feststellen. Wir erklären entsprechend. Jeder ist lernfähig und gemäß seiner Stärken im Einsatz. Alle arbeiten dabei sehr gewissenhaft", sagt Reinshagen. Dass den Mitarbeitern die Arbeit und auch die damit gegebenen Möglichkeiten des Lernens Freude bereiten, spiegelt André Seligmann wider. Voller Stolz berichtet der junge Mann, dass er seinen Erdbaumaschinenführerschein gemacht hat und jetzt Radlader und Co fahren darf. "Die Zusatzausbildungen sind prima", lautet sein Kommentar. Die bewusste Förderung, um die Selbstständigkeit der Mitarbeiter zu stärken, liegt dem Unternehmen am Herzen. So ist man auch stolz darauf, dass ein ehemaliger Mitarbeiter aus Kickartz Grün nun in einer ganz normalen Straßenbaukolone bei Kickartz Tiefbau mitarbeitet und im dortigen Team bestens integriert ist. "Wir möchten Kickartz Grün ausbauen und eine zweite Kolonne für Menschen mit Handicap aufbauen", blickt Matzkus in die Zukunft. Denn dass Integration bestens funktioniert, zeigt die Krefelder Firma.

Quelle: RP
 
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