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Krefeld
Zahl der Unter-Dreijährigen in Kitas verdreifacht

Kita-Trend in Krefeld: Zahl der Unter-Dreijährigen verdreifacht
Jedes fünfte in Krefeld betreute Kind ist jünger als drei Jahre alt. (Symbolbild) FOTO: dpa, ve fpt
Krefeld. Die Entwicklung bei der Betreuung der Jüngsten bis zu einem Alter von zwölf Monaten verläuft in Krefeld gegen den Landestrend. In diesem Jahr werden in Tagesstätten 25 Prozent mehr Unter-Einjährige betreut als im Vorjahr. Von Norbert Stirken

Die Zahl der Unter-Dreijährigen, die in einer Tagesstätte betreut werden, hat sich in Krefeld seit dem Jahr 2009 mehr als verdreifacht. Derzeit sind es 1440 Jungen und Mädchen von insgesamt 6778, die für das erste Halbjahr zu Buche stehen. Jedes fünfte in Krefeld betreute Kind ist jünger als drei Jahre alt. Für Nordrhein-Westfalen ist es ähnlich. Höher ist der Anteil gemessen an den im Stadtgebiet lebenden Unter-Dreijährigen. Davon besucht in Stadt und Land jedes vierte Kind eine Betreuungseinrichtung.

Völlig gegen den Landestrend ist die Entwicklung bei den betreuten Säuglingen (jünger als zwölf Monate). In dieser Kategorie verzeichnet Krefeld eine Zunahme gegenüber 2015 um 25 Prozent. Für das Land und den Regierungsbezirk Düsseldorf hat das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) einen Rückgang um 0,9 beziehungsweise 12,5 Prozent registriert.

Dass die Entwicklung in Krefeld bei der Unterbringung der Unter-Dreijährigen und speziell der Jüngsten in der Kindertagesbetreuung stärker voranschreitet als anderswo, hat sicherlich damit zu tun, dass nicht nur Alleinerziehende, sondern auch Paare in Krefeld aufgrund ihrer Einkommenssituation häufiger schnell zurück ins Erwerbsleben müssen. Aktuelle Zahlen - gestern veröffentlicht - belegen, dass das durchschnittlich zur Verfügung stehende Einkommen in Krefeld im Jahr 2014 unterhalb des Landesmittels lag. Krefeldern standen rein statistisch jährlich 20.944 Euro zur Verfügung. Das waren zwar 471 Euro mehr als im Jahr zuvor, für das Land allerdings verzeichneten die Statistiker ein Plus von 501 Euro auf 21.207 Euro.

Der Druck, schon vor Ablauf des gesetzlich garantierten Mutterschaftsurlaubs einer Beschäftigung nachzugehen, ist unzweifelhaft vorhanden und eine wichtige Ursache für den Anstieg in der Kita-Statistik. 2009 waren es in Krefeld noch 445 Kinder unter drei Jahren, 2010 stieg sie auf 663, 2011 auf 813, 2012 auf 884, 2013 waren es schon 1031 Jungen und Mädchen, 2014 sogar 1229, 2015 exakt 1415 und 2016 schlussendlich 1440. Die Betreuungsquote für Kinder bis sechs Jahren liegt in Krefeld für dieses Jahr bei 92,9 Prozent. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Unter dem verfügbaren Einkommen verstehen die Statistiker die Einkommenssumme (Lohn oder Gehalt sowie Einkommen aus selbstständiger Arbeit und Vermögen), die den privaten Haushalten nach der so genannten Einkommensumverteilung - also abzüglich Steuern und Sozialabgaben und zuzüglich empfangener Sozialleistungen - durchschnittlich für Konsum und Sparzwecke zur Verfügung steht. Es ist als Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung der Kommunen zu verstehen und ermöglicht mittelbar Aussagen zur lokalen Kaufkraft, wobei die regionale Preisentwicklung unberücksichtigt bleibt.

Anfang März 2016 nahmen in Nordrhein-Westfalen 122.774 Kinder unter drei Jahren ein Angebot der Kindertagesbetreuung in Anspruch. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, waren das 4,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (1. März 2015: 117.428). Unter dem Begriff Kindertagesbetreuung wird hier sowohl die Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen als auch in öffentlich geförderter Tagespflege (Tagesmütter/-väter) verstanden.

Der Anteil der betreuten Kinder an der Gesamtzahl der Kinder unter drei Jahren lag in NRW Anfang März 2016 bei 25,7 Prozent. Trotz des Anstiegs der Zahl an betreuten Kindern lag die Betreuungsquote in etwa auf Vorjahresniveau (-0,1 Prozentpunkte). Dies ist darauf zurückzuführen, dass Anfang 2016 infolge von Zuwanderung und einer höheren Geburtenzahl 23.887 mehr Kinder im Alter von unter drei Jahren in Nordrhein-Westfalen lebten als ein Jahr zuvor.

Mit steigendem Alter erhöhen sich auch die Betreuungsquoten: 1,6 Prozent der Kinder unter einem Jahr, 22,8 Prozent der Einjährigen und 54,0 Prozent der Zweijährigen wurden in NRW Anfang 2016 außerfamiliär betreut. Mit 86.925 besuchten drei Viertel der betreuten Kinder unter drei Jahren im März 2016 eine Kindertageseinrichtung; ein Viertel (35 849) wurde von Tagesmüttern oder -vätern betreut.

Wie die Statistiker weiter mitteilen, handelt es sich bei den vorliegenden Zahlen um eine so genannte rückblickende Stichtagsbetrachtung (jeweils zum 1. März), bei der die Zahl der betreuten Kinder (und nicht die der vorhandenen Plätze) ermittelt wurde. Die Betreuungsquoten wurden jeweils bezogen auf die gleichaltrige Bevölkerung am 31. Dezember des jeweiligen Vorjahres berechnet; die Bevölkerungszahl wurde auf Basis des Zensus 2011 fortgeschrieben.

Quelle: RP
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