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Krefeld
Kleinewefers kauft Voith-Gelände

Krefeld: Kleinewefers kauft Voith-Gelände
Voith-Standort Krefeld: Hier soll bald ein Gewerbepark entstehen. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Nach monatelangen Verhandlungen geht das Voith-Gelände wieder zurück in die Hände der Gründerfirma. Im Nordwesten Krefelds soll ein Gewerbepark entstehen. Von Sebastian Peters

Ein knappes halbes Jahr nach dem angekündigten Rückzug von Voith Paper vom Standort Krefeld hat die Krefelder Kleinewefers Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Jan Kleinewefers ein rund 81 500 Quadratmeter großes Industriegrundstück von Voith im Gewerbegebiet Mevissenstraße erworben. Die Verträge sind ausgearbeitet und sollen, wie Erich Bröker als Geschäftsführer der Kleinewefers Beteiligungs-GmbH auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, Ende Juli 2015 beurkundet werden.

Voith Paper gibt den Krefelder Produktionsstandort auf und hat das Areal mittlerweile weitgehend leergezogen. Nur noch das Voith-Ausbildungszentrum befindet sich dort, und wird auch am Standort bleiben. Das Krefelder Privatunternehmen Kleinewefers will nun die rund 33000 Quadratmeter Produktions- und 10000 Quadratmeter Büroflächen für eine gewerbliche Vermietung neu strukturieren und in Mietbereiche unterschiedlicher Größe aufteilen. Kleinewefers wird dort wohl auch selbst unternehmerisch tätig werden - die Firmenholding soll verlegt werden. Nach dem Mies-van-der-Rohe-Businesspark ist es eine große zweite gewerbliche Entwicklung im Nordwesten.

Der Industriestandort am Birkschenweg im einst landwirtschaftlichen Inrath entstand bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch die Investition der Brüder Dr.-Ing. E. h. Johannes und Dr.-Ing. E. h. Wilhelm Kleinewefers in den Bau der Maschinenfabrik, einer Walzengravieranstalt und einer Garnveredlung. Seither gehörte das Areal der Krefelder Traditionsfirma Kleinewefers, wurde allerdings im Zweiten Weltkrieg total zerstört. 1992/93 ging das dort konzentrierte Kleinewefers Papiermaschinengeschäft samt Liegenschaft und Tochtergesellschaften per Tauschvertrag an den Sulzer-Konzern, der es 1994 in die Gemeinschaftsfirma Voith-Sulzer Papertec einbrachte, aus welcher die Sulzer AG dann im Folgejahrzehnt ausschied.

Erich Bröker, Geschäftsführer der Kleinewefers Beteiligungsgesellschaft: "Natürlich hat der Erwerb des Areals für uns auch eine emotionale Komponente, weil hier die wesentlichen Wurzeln unseres Unternehmens liegen. Aber viel wichtiger ist es uns, diesen bedeutenden Industriestandort für Krefeld zu erhalten und noch einmal in eine neue Zukunft zu führen."

Die heutigen Produktions- und Büroflächen, in den Ursprüngen in den 1950er/60er Jahren errichtet, wurden Ende der 1980er Jahre von Kleinewefers durch den Neubau großer Hallenkomplexe deutlich erweitert und modernisiert. In der Folgezeit ist der Immobilienbestand laufend unterhalten, teilweise erweitert worden. Die Hallen sind bekrant und für Schwerlasten bis zu 120 Tonnen eingerichtet. Als Reverenz an die Historie des Standortes hat Voith Paper die von Unternehmer Jan Kleinewefers im Rahmen des 125-jährigen Firmenjubiläums 1987 beauftragten Großskulpturen aus Stahl bis heute an ihren Aufstellungsstandorten in den Grünanlagen des Areals belassen.

Quelle: RP
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