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Krefeld
Kleinewefers startet neuen Anlauf für Wohngebiet am Nordbahnhof

Krefeld: Kleinewefers startet neuen Anlauf für Wohngebiet am Nordbahnhof
Der Blick vom Krefelder Nordbahnhof zeigt die schön gemauerte alte Industriehalle, die seit Jahren ungenutzt ist. Für das Areal soll eine neue Nutzung gefunden werden. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Die ersten Überlegungen für eine neue Nutzung im Gebiet zwischen Geldernscher Straße, Neuer Weg und Oranierring liegen inzwischen mehr als 20 Jahre zurück. Nun sollen alle Betroffenen an einen Tisch. Von Norbert Stirken

Einen neuen Anlauf für die Gesamtentwicklung der mehr als zwei Hektar großen Fläche am Neuer Weg 24 (nördlich des Nordbahnhofs jenseits der Gleise) will die Kleinewefers Beteiligungsgesellschaft als Grundstückseigentümerin noch in diesem Jahr nehmen. Das kündigte Geschäftsführer Erich Bröker jetzt auf Anfrage mit unserer Redaktion an. Mehr als zwei Jahre lang ruhten alle Aktivitäten, nachdem die Politik sich gegen eine Wohnbebauung dort ausgesprochen und den einleitenden Beschluss für die Aufstellung eines Bebauungsplans verwehrt hatte.

"In der Politik und auch im Rathaus hat sich seitdem viel verändert", sagte Bröker, der im April sowohl mit der Holding der am Neuen Weg firmierenden Jagenberg AG als auch mit der Kleinewefers Beteiligungs GmbH in den K2-Tower auf dem früheren Voith-Gelände umzieht. Der dreigeschossige Verwaltungskomplex am Neuen Weg solle dann vermietet werden. Nebenan produziert die Firma Rheinmetall Ballistic Protection in einer großen Halle.

Diesmal sollen alle Beteiligten und potenziell Betroffenen frühzeitig miteinander kommunizieren, um eine Nutzung für die 24.510 Quadratmeter große Industriebrache zu finden und Missverständnissen schon im Vorfeld vorzubeugen. In dem neuen Quartier müssen die Bedürfnisse der Gewerbetreibenden, der zukünftigen Bewohner, Büronutzer, Gastronomen und Sportler berücksichtigt werden. "Gemeinsam mit Fachleuten der Stadtverwaltung und allen Betroffenen wollen wir eine einvernehmliche Lösung finden", sagte Bröker.

Planungsdezernent Martin Linne hatte bereits im Jahr 2013 betont, dass ein möglicher Konflikt zwischen der Gastronomie am Nordbahnhof und zukünftigem Wohnen hinsichtlich des Lärms in den Abendstunden verlässlich zu regeln sei. Für ihn sei die Innenbereichsentwicklung der Stadt in diesem Bereich wünschenswert und wichtig, statt zusätzliche Flächen unnötig zu versiegeln. Thomas Siegert, Vorstand der Wohnstätte AG, glaubt, dass die Neubaupläne weder die Gastronomie im Nordbahnhof noch den Sportverein im nahen Kaiser-Wilhelm-Park gefährden. "Wir halten die Nutzung der Industriebrache für eine gute Idee und sind grundsätzlich auch weiterhin daran interessiert, die Wohnbebauung zu entwickeln und die Häuser zu bauen", sagte Siegert auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Freien Demokraten brachten seinerzeit einen so genannten "vorhabenbezogenen Bebauungsplan" ins Spiel. Dann plant nicht mehr die Stadt, sondern der Investor muss sich selbst kümmern. Die Sonderform findet Anwendung, wenn ein bereits präzise umrissenes Projekt von einem Vorhabenträger (Investor) realisiert werden soll. Der Vorhaben- und Erschließungsplan wird zwischen Vorhabenträger und Kommune auf Grundlage des Baugesetzbuches abgestimmt. Über einen Durchführungsvertrag regelt die Kommune mit dem Investor die zu erbringenden Erschließungsmaßnahmen. Die ersten Überlegungen für eine neue Nutzung im Gebiet zwischen Geldernscher Straße, Neuer Weg und Oranierring liegen inzwischen mehr als 20 Jahre zurück. Seitdem tritt das Vorhaben auf der Stelle.

Quelle: RP
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