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Krefeld
Klinker-Optik für Kita-Anbau in Lindental

Krefeld: Klinker-Optik für Kita-Anbau in Lindental
Mit dieser von der Verwaltung vorgeschlagenen Optik aus grau-grünen Zementplatten sind weder die Lindentaler Siedler noch die Bezirksvertreter einverstanden. Für eine Klinker-Optik würden Mehrkosten entstehen. Das Geld müsste anderweitig eingespart werden, zum Beispiel bei der Gestaltung der Außenanlage. FOTO: Himmelein
Krefeld. Lindentaler Siedler haben dafür votiert, dass der geplante Erweiterungsbau der Kita Am Kinderhort außen verklinkert werden soll. Die Bezirksvertretung West stimmte gestern ebenfalls für Klinker. Die Verwaltung plante mit Zementplatten. Von Carola Puvogel

Viele Lindentaler Siedler sind mit den Plänen für die Gestaltung des Erweiterungsanbaus der Kita Am Kinderhort nicht einverstanden. Das wurde jetzt im Rahmen einer Bürgeranhörung deutlich, zu der Bezirksvorsteher Klaus Menzer (SPD) und die Siedlergemeinschaft Edelstahl eingeladen hatten. Das Votum der 14 erschienenen Lindentaler Siedler, die sich am Ende mit zehn zu vier Stimmen für Klinker als Außenverkleidung anstatt der von der Verwaltung favorisierten Zementfaserplatten aussprachen, wurde der Bezirksvertretung West als Empfehlung auf den Weg gegeben. Ebenso soll die Politik sicherstellen, dass die Verkehrs-Infrastruktur parallel zum Kita-Ausbau ertüchtigt wird.

In der Sitzung des Gremiums gestern Nachmittag sprachen sich die Bezirksvertreter dann mehrheitlich dafür aus, dem Vorschlag der Siedler zu folgen. Bei Enthaltung des Vertreters der FDP sowie Gegenstimmen aus Reihen der Grünen und der Linken empfahl das Gremium, für die Außenverkleidung des Anbaus so genannte Klinker-Riemchen zu verwenden. Nach Auskunft der Verwaltung sei das technisch machbar, allerdings teurer. Das Thema Verkehrssituation rund um die Kita soll in der nächsten Sitzung des Gremiums diskutiert werden.

Die Gestaltungssatzung in Lindental schreibt bei Neu-, An- und Umbauten die Verwendung von rotbraunem Klinker - so wie hier bei der Kita Am Kinderhort zu sehen - vor. FOTO: TL

Vertreter der Verwaltung mussten sich am Abend zuvor von Siedlern Kritik vor allem dazu gefallen lassen, dass - wie berichtet - bei der Planung des rund 300 Quadratmeter großen Anbaus keine Rücksicht auf die in weiten Teilen der Siedlung geltende Erhaltungssatzung genommen wurde. Dass die Kita erweitert werden muss, stand für die Anwesenden außer Frage. Die vorgesehene Verkleidung der Fassade des Neubaus mit grauen Betonfaserplatten jedoch sorgte größtenteils für Unmut. "Wenn ich als Siedler so einen Anbau planen würde, dann würde mir die Verwaltung die Pläne um die Ohren hauen", erklärte ein Hausbesitzer. Viele Siedler ärgern sich darüber, berichtete er, dass sie bei An- und Umbauten nicht unerhebliche Mehrkosten zum Beispiel für Klinker in Kauf nehmen müssen, um der Erhaltungssatzung zu genügen, die Stadt in ihrer Planung diese Satzung ignoriert - auch mit Hinweis auf Mehrkosten.

Während Vertreter der Verwaltung darauf hinwiesen, dass das Kita-Gelände außerhalb des Geltungsbereichs der Satzung liegt, erläuterte Hans-Josef Ruhland (CDU), dass man zum Zeitpunkt der Einführung der Satzung das Areal deshalb außen vor gelassen habe, weil es sich in städtischem Besitz befinde und man daher die Entwicklung selber im Sinne der Erhaltungssatzung steuern könne.

Die Kritik der Lindentaler Bürger galt aber nicht ausschließlich der Gestaltung des Anbaus. Beklagt wurde auch mangelnde Transparenz seitens der Verwaltung. "Wir diskutieren hier jetzt kurz vor Toresschluss und sind im Grunde vor vollendete Tatsachen gestellt worden", sagte Hans-Peter Glasmacher vom Vorstand der Siedlergemeinschaft. "Richtiger Ansatz wäre gewesen, wenn wir alle vorher miteinander geredet hätten." Schließlich seien die Pläne mindestens seit Juni bekannt gewesen. "Wir vom Vorstand werden ständig gefragt, was da denn jetzt wieder geklüngelt worden ist."

Angela Naebers vom Fachbereich Zentrales Gebäudemanagement warb für die Pläne, die mit der Unteren Denkmalbehörde abgestimmt seien. Die Gestaltung des Anbaus sei "zurückgenommen" und "untergeordnet". Am Erscheinungsbild des Bestandsgebäudes werde nichts geändert, der Anbau sei absichtlich so geplant, dass gezeigt werde: "Ich bin neu".

Anregungen des Gestaltungsbeirats, beide Gebäude durch eine Fuge deutlich voneinander abzugrenzen, sowie Eingangsbereich und Geländer dezenter zu gestalte,n seien aufgenommen worden. Hans-Josef Ruhland (CDU) kritisierte, dass der Gestaltungsbeirat nicht von vornherein in die Planungen mit einbezogen wurde, sondern erst nach Berichterstattung in der Rheinischen Post eine Dringlichkeitssitzung einberufen worden sei. Auch hätten Mitglieder des Beirats kritisiert, dass die Stadt sich nicht an den Vorgaben der angrenzenden Erhaltungssatzung orientiert habe.

Quelle: RP
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