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Krefeld
Kölker erstürmt in 9,5 Stunden die Zugspitze

Krefeld. Der Bockumer von den Seidenraupen Krefeld hat die Zugspitz-Trailchallenge gemeistert. Nach einem City-Sprint in Garmisch-Partenkirchen startete der Marathon auf Deutschlands höchsten Berg. Dem folgte noch ein Halb-Marathon.

Manuel Kölker von den Seidenraupen Krefeld hat die Zugspitz-Trailchallenge gemeistert. Bei dem dreitägigen Wettbewerb absolvieren die Läufer zunächst einen City-Sprint in Garmisch-Partenkirchen, laufen dann einen Marathon auf die Zugspitze und zum Abschluss noch einen Halbmarathon. "Für mich als Flachland-Tiroler geht es bei diesen Wettbewerben eigentlich immer nur darum, das Ziel zu erreichen, mehr nicht", so Kölker.

Und das gelang dem 37-Jährigen auch in allen drei Rennen.

Der City-Sprint führte in zwei 1,5-Kilometer-Runden durch die Innenstadt von Garmisch-Partenkirchen und einen angrenzenden Park, in dem es einige Hindernisse zu überwinden galt. "Ich hatte eigentlich vor, das Ding ganz locker zu laufen. Als dann aber Biathlon-Weltmeisterin Laura Dahlmeier, die eine knappe Runde vor mir gestartet war, an mir vorbeizog, war mein Ehrgeiz geweckt", schildert Kölker. Dank einer zweiten schnellen Runde landete er in 11:34 min auf Rang 38 (von 166 gestarteten Männern).

Das Hauptaugenmerk lag für ihn jedoch auf dem Marathon am Samstag mit dem Ziel auf Deutschlands höchstem Berg. Damit die Läufer auch auf die volle Marathon-Distanz kamen, führte sie die Route zunächst über einen weiteren Berg mit 800 zu absolvierenden Höhenmetern, ehe es Richtung Zugspitze ging. Hier wartete die Bieberwierer Scharte als erster Gradmesser: Innerhalb von vier Kilometern kletterten die Läufer von 979 auf genau 2000 Meter. "Mit Rennen hat das nicht mehr viel zu tun. Man steigt über Stock und Stein, schwingt sich Kurve um Kurve nach oben - neben einem immer der Abgrund in die Tiefe." Belohnt werden die Läufer dafür mit sensationellen Ausblicken, "die man aber irgendwie nicht wirklich genießen kann, da der Blick stets auf den Boden gerichtet ist, um nicht zu stürzen."

Nach der Scharte führte der Weg wieder steil hinunter, vorbei am malerischen Seebensee und durch tiefe Wälder, ehe es zur Verpflegungsstation Nummer drei ging. Für Kölker ein besonderer Punkt, denn hier schenkten Andreas Raubal und seine Frau Tini Wasser Iso-Getränke aus und hatten den Seidenraupen-Banner aufgehängt.

Raubal holte 2003 mit den Krefeld Pinguinen die Deutsche Meisterschaft. Seit seiner Krefelder Zeit besteht eine Freundschaft. Während Kölker nach einigen Schlucken den Aufstieg zum Gatterl, der hochalpinen Grenze zwischen Österreich und Deutschland, anging, war rund 45 Minuten später für viele der Läufer an der V3 Schluss. Wegen einer Unwetterwarnung durften sie die restlichen zehn bis 15 Kilometer nicht mehr laufen. "Für einige war das bitter, da flossen Tränen. Andere fluchten", schilderte Andreas Raubal.

Kölker hangelte sich da schon an Drahtseilen gen Zugspitze. "Einige Passagen waren sehr steil, da kann es nicht schaden, wenn ein Drahtseil als Sicherheit vorhanden ist." Spätestens hier wurde es nun ungemütlich: Es begann zu regnen, der Wind pfiff, und den Weg konnten die Läufer nur noch erahnen. In der Ferne galt die Knorrhütte (auf 2052 Metern Höhe) als Fixpunkt, von dort sollten es noch einmal vier Kilometer und 500 Höhenmeter hoch aufs Zugspitzplatt sein. "Ich hörte Läufer hinter mir fluchen. Auch ich wollte nur noch ins Ziel."

Das sollte nach einigen Schneefeldern und weiteren knackigen Uphills erreicht werden. Nach 9:33:54 Stunden und 47 Kilometern auf der Uhr war Kölker endlich an Sonnalpin, wo auf 2562 Metern der Zielbogen, warme Suppe und Tee auf die Läufer wartete. Damit wurde er 133. bei den Männern. 181 Männer haben es bis oben geschafft, mehr als 80 kamen nicht ins Ziel.

Viel Zeit zum Ausruhen blieb nicht, denn schon wenige Stunden später wurde der Halbmarathon gestartet. Ehefrau Eva-Maria und Laufkumpan Harry Grubert hatten sich dazu gesellt. Und so wurde es eine nette Runde über knapp 23 Kilometer und 1023 Höhenmeter, die an einigen Stellen den Läufern noch einmal alles abverlangte.

Quelle: RP
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