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Krefeld
Konservativer Kreis in der CDU gegründet

Krefeld: Konservativer Kreis in der CDU gegründet
Der Krefelder Unternehmer Gerald Wagener hat eine informelle Initiative unter der Bezeichnung "K3"ins Leben gerufen, die der CDU nahesteht und in der Partei für eine Besinnung auf konservative Werte werben will. FOTO: Königs
Krefeld. Besinnung auf den Markenkern, Kritik an Merkel, Einsatz gegen Altersarmut: Der Unternehmer Gerald Wagener will mit einem Konservativen Kreis Krefeld - kurz K3 genannt - die CDU von innen reformieren und zu alter Stärke führen. Von Jens Voss

Der Krefelder Unternehmer Gerald Wagener hat eine informelle Initiative unter der Bezeichnung "K3" ins Leben gerufen, die der CDU nahesteht und in der Partei für eine Besinnung auf konservative Werte werben will. K3 steht für "Konservativer Kreis Krefeld". "Die CDU ist in einem miserablen Zustand", sagt Wagener im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Kritik richtet sich dezidiert auch gegen Kanzlerin Angela Merkel, gegen ihre Flüchtlingspolitik und gegen die Geld- und Fiskalpolitik Europas. "Wir erleben Rechtsbrüche auf allen Ebenen", sagt Wagener und meint damit etwa die faktische Haftung für die Schulden Griechenlands, die er als Verstoß gegen die Verträge von Maastricht wertet, oder die rechtswidrige Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland (Verstoß gegen den Vertrag von Dublin). "Unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel hat die CDU immer weiter ihren Markenkern verloren", heißt es weiter in einem Thesenpapier der Gruppe.

Wagener betont, dass er und K3 nichts mit der Ausländerfeindlichkeit der AfD zu tun hätten. "Mir ist egal, wer in Deutschland lebt, so lange er sich integriert. Ich habe die AfD unterstützt, als sie noch eine Euro-kritische Professorenpartei war. Die heutige AfD ist nicht mehr meine Welt. Es fehlt an Tiefe und inhaltlicher Struktur. Und wer es nicht schafft, Antisemiten und Rechtsextreme 'rauszuhauen, ist nicht wählbar." Wagener ist überzeugt: Rechts von der CDU gibt es keine demokratische Alternative; daher will er die CDU erneuern. Er selbst ist vor einigen Jahren wegen Merkels Fiskalpolitik, vor allem wegen der Übernahme von Schulden Griechenlands, aus der Partei ausgetreten, vor sechs Wochen aber für das K3-Projekt wieder eingetreten.

Für Wagener ist die CDU unter Merkel zu einer profillosen Partei geworden, in der es nur noch Ja-Sager gibt; "Merkel führt Top-Down", sagt Wagener, darin einen Fachausdruck aus der Wirtschaft zitierend: Gemeint ist straff hierarchische Führung.

Ziel von K3 sei es, Positionen, für die einmal Helmut Kohl oder Franz Josef Strauß standen, wieder zu etablieren. "Werden die Stammwähler der CDU weiter für dumm verkauft, werden sie weiter den falschen Alternativen nachlaufen", heißt es in dem K3-Thesenpapier.

"Ich kann die Rede vom kleineren Übel nicht mehr hören", sagt Wagener weiter; die CDU, die ihm vorschwebt, soll kein kleineres Übel, sondern eine lebendige Partei mit kraftvollen, überzeugenden Positionen sein. Neben der Geld- und Schulden- sowie der Flüchtlingspolitik sind Wagener und seine Mitstreiter vor allem über das Phänomen Altersarmut in Deutschland erbittert. "Während Angela Merkel dreistellige Milliardenbeiträge verbrennt - allein 100 Milliarden Euro können wir schon in Griechenland abschreiben -, leben 15 Prozent unserer Rentner unter der Armutsgrenze", heißt es dazu in dem K3-Papier. Wagener berichtet dazu von seiner Krefelder Initiative der Seniorentafel: "Da sitzen Leute, von denen wir wissen, dass dies ihre einzige warme Mahlzeit in der Woche ist." Wagener und K3 fordern daher eine Mindestgrundrente von 1200 Euro, je nach Lebensleistung auch mehr - das würde elf Milliarden pro Jahr zusätzlich kosten, rechnet Wagener vor; Geld, das - so beklagt er - für Griechenland oder Flüchtlinge da ist, für Rentner aber nicht.

K3 bezieht sich mit seinen Zahlen zur Altersarmut auf WHO und OECD. Demnach gilt als arm, wer unter 30 Prozent des mittleren Einkommens liegt; dieser Wert liegt in Deutschland bei 892 Euro im Monat - und 15 Prozent der deutschen Senioren lägen mit ihrer Rente unter diesem Wert. Die AWO sieht die Lage nicht so dramatisch und gibt an, dass heute in Deutschland 2,7 Prozent der Rentner als arm zu gelten haben - Tendenz allerdings stark steigend.

Quelle: RP
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