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Krefeld
Kopftritte - brutaler Angriff auf junge Frau

Krefeld: Kopftritte - brutaler Angriff auf junge Frau
Der Krefelder Ostwall FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der Angriff geschah am Ostwall - bei Facebook wird gefragt, warum die Polizei den Vorfall nicht veröffentlichte. Von Jens Voss

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat es in der vergangenen Woche in der Nacht zu Samstag einen brutalen, sexuell motivierten Überfall auf eine 23-jährige Frau gegeben. Die Polizei hat den Vorfall zunächst nicht mitgeteilt; gestern tauchte dann eine Beschreibung des Ereignisses bei Facebook auf. Die Polizei hat die Schilderung bestätigt.

Die Geschichte hat zwei wichtige Facetten: Zum einen ist sie ein Beispiel, dass zurzeit schnell Flüchtlinge mit solchen Taten in Verbindung gebracht werden - in diesem Fall zu Unrecht. Zum anderen will die Frau, die den Fall öffentlich machte, auch grundsätzlich auf einen Trend zur Brutalisierung in der Innenstadt aufmerksam machen. Sie sei Krefelderin, habe zwölf Jahre in Düsseldorf gelebt, sei dann zurück nach Krefeld gezogen und erschrocken über die Entwicklung der Gewalttaten in der City. "Die Mittelschicht ist regelrecht weggebrochen, es gibt sie nur noch in den Außenbezirken", sagte sie gestern im Gespräch mit unserer Redaktion.

Statistiken zur Kriminalität in NRW FOTO: Ferl

Was war geschehen? In der vergangenen Woche war in der Nacht von Freitag auf Samstag eine 23-jährige Frau mit einer Freundin zu Fuß auf dem Ostwall im Bereich der neuen Haltestelle unterwegs. Dort sind die Frauen von einem Mann angesprochen worden. Er konnte kaum Deutsch, sagte zu den Frauen Dinge wie "ficki-ficki" und bedrängte sie. Die 23-Jährige wehrte sich, versuchte, den Mann zum Weitergehen zu bewegen. Daraufhin hatte er ihr mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen und sie, als sie zu Boden gegangen war, gegen Kopf und Körper getreten, heißt es.

Die junge Frau hatte Glück im Unglück: Zwei Passanten griffen ein, zogen den Mann weg vom Opfer und hielten ihn eine Weile fest, bis er sich losreißen konnte. Doch die Polizei war alarmiert und rasch zur Stelle; eine Streife hat den Täter kurz danach auf der Luisenstraße gefasst. Es handelt sich um einen 35-jährigen Serben, teilte die Polizei gestern auf Anfrage mit - kein Flüchtling. Die junge Frau hat bei der Attacke unter anderem einen doppelten Nasenbeinbruch erlitten und wurde deshalb operiert, berichtet die Frau, die den Vorfall bei Facebook öffentlich gemacht hat. Sie sei eine Freundin der Eltern jener jungen Frau und wunder sich, dass von dem "krassen Vorfall" noch nichts öffentlich zu lesen war. "Ob es damit zu tun hat, dass man der Ablehnung gegenüber Ausländern in der Gesellschaft kein Futter geben wollte?", fragt sie. Sie sei "ein sehr liberaler Mensch und gerne bereit, vom Krieg bedrohten Menschen Zuflucht und Hilfe zu bieten. Nicht aber solchen, die so ein Verhalten an den Tag legen". Erst gestern erfuhr sie durch unsere Redaktion die Nationalität des Mannes. Den Verdacht, dass die Polizei solche Vorfälle eher zurückhält, um ausländerfeindlichen Stimmungen entgegenzuwirken, bekräftigte sie allerdings. Der Täter wird nun mindestens wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Ein Tritt gegen den Kopf gilt juristisch als Angriff mit einem "gefährlichen Werkzeug" und als "eine das Leben gefährdende Behandlung". Der Strafrahmen liegt bei sechs Monaten bis zehn Jahren.

Die von der Frau aufgeworfene Frage, warum die Polizei diesen gravierenden Fall nicht gemeldet hat, hat nach Polizeiangaben nichts damit zu tun, dass man "der Ablehnung gegenüber Ausländern kein Futter geben wollte". Ursache seien vielmehr interne Abläufe. Der Vorgang ist demnach wohl schlicht nicht auf dem Tisch der Pressestelle gelandet und dadurch auch nicht an die Zeitung kommuniziert worden, erläuterte gestern eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Sie räumte zugleich ein, dass der Vorfall gravierend genug für eine Mitteilung an die Presse gewesen wäre.

Quelle: RP
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