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Krefeld
Kosten für Sozialhilfe steigen doppelt so stark wie in NRW

Krefeld: Kosten für Sozialhilfe steigen doppelt so stark wie in NRW
Der Fachbereich Soziales ist mit seinen Mitarbeitern im Rathaus am Von-der-Leyen-Platz untergebracht. FOTO: Jens Voss
Krefeld. Die Ausgaben der Stadt Krefeld und des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) für Sozialhilfe sind mehr als doppelt so stark gestiegen wie im Durchschnitt aller Kommunen in Nordrhein-Westfalen. 46,59 Millionen Euro musste der Krefelder Kämmerer Ulrich Cyprian und sein LVR-Kollege im vergangenen Jahr für die Anspruchsberechtigten ausgeben. Nach Abzug von Erstattungen blieb laut Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) ein Betrag in Höhe von 44,79 Millionen Euro. Das sind 8,7 Prozent mehr als im Vergleichsjahr 2015. Das Land verzeichnete einen Anstieg der Ausgaben für Sozialhilfe um 4,1 Prozent. Von Norbert Stirken

Die Situation in Krefeld weist erneut einige Besonderheiten auf. Gegen den Trend sind die Aufwendungen für die Hilfe zum Lebensunterhalt um 51,2 Prozent auf 3,05 Millionen Euro gestiegen. Bei den Hilfen zur Gesundheit steht ein Plus von 14,7 Prozent und ein Betrag von 3,73 Millionen Euro. Gleichsam explodiert sind auch die Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung. Plus 47,4 Prozent ergeben 1,76 Millionen Euro. Für die Grundsicherung im Alter gab die Kommune 21,55 Millionen Euro aus (plus 3,1 Prozent), und für die Hilfe zur Pflege stehen 14,42 Millionen Euro (plus 6,7 Prozent) zu Buche. Ein deutlicher Rückgang ist in der Sparte "Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten und Hilfe in anderen Lebenslagen" zu verzeichnen. Der Betrag sank von 307.725 Euro um 10,9 Prozent auf 272.216 Euro. Der Trend insgesamt ist in Krefeld eindeutig. Seit dem Jahr 2010 steigen die Ausgaben für Sozialhilfe kontinuierlich von 29,73 Millionen Euro auf besagte 44,79 Millionen Euro - ein Anstieg um gut 50 Prozent.

Im Vergleich der Kennzahlen (Sozialhilfeausgaben pro Einwohner) schneidet Krefeld deutlich besser ab, als viele andere Städte in Nordrhein-Westfalen. Der Landesdurchschnitt bei den Sozialhilfeausgaben liegt umgerechnet auf einen Einwohner bei 417 Euro. In Krefeld sind es weniger als die Hälfte - nämlich 199 Euro.

Die Ausgaben für Leistungen der Sozialhilfe in Nordrhein-Westfalen waren im Jahr 2016 um 3,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Wie die amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, gaben die Träger brutto knapp acht Milliarden Euro für Sozialhilfe aus. Abzüglich der Einnahmen (größtenteils Erstattungen durch andere Sozialleistungsträger) in Höhe von 527 Millionen Euro beliefen sich die Nettoausgaben für NRW auf knapp 7,5 Milliarden Euro (+4,1 Prozent).

Nahezu zwei Drittel (63,9 Prozent, 4,98 Milliarden Euro) der Bruttoausgaben wurden für Hilfeleistungen in Einrichtungen wie Seniorenresidenzen und Pflegewohnheime aufgewandt, der Rest von 2,8 Milliarden Euro wurde außerhalb von Einrichtungen gewährt.

Fast zwei Drittel (63,4 Prozent; knapp 5,0 Milliarden Euro) der Bruttoausgaben wurden in Zuständigkeit des jeweiligen überörtlichen Trägers der Sozialhilfe (Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen) gezahlt, das restliche Drittel (rund 2,8 Milliarden Euro) durch die zuständigen örtlichen Träger - Kreise und kreisfreie Städte wie Krefeld.

Quelle: RP
 
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