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Krefeld
Kraftstrotzend: Prauses "Orte der Farbe"

Krefeld: Kraftstrotzend: Prauses "Orte der Farbe"
Aus ihrer Erinnerung an Landschaften und Begegnungen kreiert Christine Prause gemalte Räume und vermittelt dabei den Eindruck der Dreidimensionalität. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Im Kunst-Spektrum der GKK zeigt Christine Prause 35 Arbeiten in verschiedenen Maltechniken. Von Mojo Mendiola

Ältere und neueste Bilderfolgen von Christine Prause sind unter dem Titel "Orte der Farbe" derzeit im Kunst-Spektrum der GKK an der St.-Anton-Straße zu sehen. Insgesamt 35 Arbeiten in verschiedenen Maltechniken und Formaten hat die Künstlerin zu einer abwechslungsreichen Schau zusammengestellt.

Acryl-Farben sind ihr momentan die liebsten, weil sie einerseits wenig eigenen Körper mitbringen und andererseits rasch trocknen, so dass sie sich bestens für das Malen in Schichten eignen. Und ihr bevorzugtes Malwerkzeug ist ganz klassisch der Pinsel. Mit diesen Mitteln begibt Prause sich auf Spurensuche im weit verzweigten Reich ihrer Erinnerungen an Landschaften und Orte, Begegnungen und Stimmungen und kreiert gemalte Räume, in denen sie diese Erinnerungen einerseits aufbewahrt, andererseits mitteilt. Dabei begeistert immer wieder ihre Art und Weise, durch kontrastierende Farben den Eindruck der Dreidimensionalität zu schaffen, auch wenn sie diesen nicht durch Platzieren wiedererkennbarer Motive stützt. Die "Durchbrechende Sonne" ist ein schönes Beispiel dafür. Einen anderen Aspekt ihrer Malerei stellt das dar, was die Künstlerin ihre "zeichnerische Geste" nennt. Mit dem Pinsel hinzugefügte Linien, weniger am Beginn, sondern eher zum Ende der Bildentstehung hin, fassen zuvor amorph wirkende Farbflächen zu neuen Einheiten innerhalb eines Bildes zusammen und werden so bedeutungstragend. Manchmal übernehmen sie auch ganz direkt darstellende Funktion, als Blütenstängel oder in zwei Bildern, die ins Innere des Centre Pompidou schauen. Die größere Faszination geht allerdings von den Bildern aus, in denen die Abstrahierung der Motive bis an den Rand der Erkennbarkeit getrieben wurde. Eine besondere Spannung liegt in einem der beiden Werke, die den Titel "Bilbao" tragen. Hier liegt im Motiv einer Sitzgruppe mit Menschen eine wohlige Ruhe, die von starken dunkeln Farben kontrastiert wird - ein sehr kraftvolles Bild. Neben beziehungsweise zwischen diesen meist in circa 80 x 60 cm großen Arbeiten findet sich auch eine Anzahl von Aquarellen, kleiner als ein DIN A 4-Blatt, in denen weniger räumliche Tiefe steckt, dafür aber viel Variationsreichtum in Formen und Farben, besonders reizvoll: ein verspiegelter Blick durchs Schaufenster eines Caféhauses. Nicht unerwähnt dürfen schließlich die mit dem Spachtel geschaffenen Bilder bleiben, kraftstrotzende Kompositionen an- und ineinander gearbeiteter Grün-, Blau- und Schwarztöne.

Ausstellung im Kunst-Spektrum der Gemeinschaft Krefelder Künstler (GKK), St.-Anton-Straße 90. Geöffnet bis 19. November, montags und donnerstags von 16 bis 20 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr.

Quelle: RP
 
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