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Krefeld
Kraftwerk: Dachau springt ab

Neun Einwände gegen das Krefelder Kraftwerk
Neun Einwände gegen das Krefelder Kraftwerk FOTO: Trianel
Krefeld. Die Bürger der Stadt Dachau haben mit einem Bürgerentscheid erzwungen, dass sich die Dachauer Stadtwerke nicht am im Krefelder Chempark geplanten Kohlekraftwerk beteiligen dürfen. Von Sebastian Peters

Erstmals kippen somit Bürger einer deutschen Stadt eine Stadtwerke-Beteiligung an einem Kohlestrom-Projekt. 6481 Dachauer, 20,53 Prozent der Wahlberechtigten, stimmten gegen das Kohlekraftwerk, notwendig waren 20 Prozent. Weil in Krefeld der Baubeschluss für das Kraftwerk noch nicht gefällt wurde, können die Dachauer Stadtwerke dort aussteigen, sagte Elmar Thyen, Sprecher von Trianel. 30 Stadtwerke insgesamt sind am Kraftwerk beteiligt, die Beteiligung von Dachau lag unter einem Prozent.

Dieter Porschen, IHK-Hauptgeschäftsführer am Mittleren Niederrhein, sprach sich gestern erneut für das Uerdinger Kraftwerk aus. Das Projekt sei "in verschiedenen Gremien der IHK vorgestellt und intensiv diskutiert worden. Es gibt einhellige Zustimmung bei den Unternehmen für das Projekt. Dass es Widerstände in der Bevölkerung geben würde, war zu erwarten. Aber gerade für diese Situation ist die Öffentlichkeitsbeteiligung im Verfahren ja vorgesehen."

Die Kraftwerksgegner hingegen sehen sich durch den neuen Bürgerentscheid in Dachau in ihrer Position bestätigt: "Nachdem die SWK massive Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens in Uerdingen geäußert hatte, zeigt das Dachauer Beispiel, welch' ungewissen Zeiten Trianel entgegen sieht.

Neben der genehmigungsrechtlich schwierigen Situation wächst landauf landab der Widerstand gegen solche umstrittenen Stadtwerke-Beteiligungen an Kohlekraftwerken", sagt Dirk Jansen, Geschäftsleiter des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Auch die Ratsfraktionen der Nachbarstadt Meerbusch haben sich gegen das Steinkohlekraftwerk ausgesprochen, es handelt sich allerdings nur um ein symbolisches "Nein". Meerbusch liegt zu weit von Uerdingen entfernt.

Bei der gestrigen Vorstellung der Trianel-Jahresbilanz 2009 in Düsseldorf war das Steinkohlekraftwerk Uerdingen nur am Rande Thema. Die Trianel-Geschäftsführung wartet derzeit den bundespolitischen Energiekurs ab. Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung sieht in den Geschäftszahlen 2009 einen Beweis für die Attraktivität des Aachener Stadtwerke-Netzwerks. 3,13 Milliarden Euro (plus 19,3 Prozent) hat Trianel 2009 umgesetzt und ein Ergebnis (Gewinne minus Verluste) von 5,6 Millionen Euro erzielt.

Quelle: RP
 
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