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Krefeld
Kranschiff hievt Rheinsteiger aus dem Fluss

Krefeld. Innerhalb von gut zwei Stunden wurden gestern Morgen der Steg und der Ponton des Rheinsteigers aus dem Wasser gehoben und auf dem Ufer abgesetzt. Wenn sie aufgebockt sind, beginnen die drei- bis vierwöchigen Sanierungsarbeiten. Von Jochen Lenzen

Gestern, 10.02 Uhr: Die Ketten an der Landungsbrücke des Uerdinger Rheinsteigers spannen sich, und der 13 Tonnen schwere Steg hebt sich ganz langsam aus dem Strom. Als er genügend Höhe erreicht hat, schwenkt der Kran auf dem vorderen Teil des 76 Meter langen Schiffs der "OHG Hafen- und Flussbau GmbH" in Richtung Ufer. An Land ziehen zwei der vier OHG-Arbeiter den schwebenden, knapp 20 Meter langen Steg an Seilen in die richtige Position, und der Kran setzt ihn um 10.10 Uhr parallel zum Fluss auf dem Uferrand ab. Eine gute Stunde zuvor hatten die Männer die Ketten des Krans an dem Steg befestigt und ihn dann zunächst vom Ponton und anschließend von der Uferbefestigung losgeschweißt.

Nachdem der Steg abgestellt ist, setzt der Kran einen Stahlkorb ans Ufer und holt die beiden Männer wieder aufs Schiff. 15 Minuten später beginnen sie, auch den Ponton von seinen Befestigungsketten loszuschweißen. Gegen 10.40 Uhr wird er längs des Schiffs festgemacht und knapp 100 Meter weiter in Richtung Norden geschleppt. Dann vollzieht das Schiff eine 90 Grad-Drehung, so dass das Heck fast bis zur Strommitte reicht. Auf dem Bug, der nun unmittelbar vor dem Ufer liegt, fährt der schwere Kran vor, um einen möglichst geringen Auslegewinkel zu erreichen. Die Traglast ist für maximal 54 Tonnen ausgerichtet.

Kurz vor 11 Uhr hievt der Kran auch den schwarzen Ponton aus dem Wasser, der mit seinen 20 Metern Länge noch rund sieben Tonnen schwerer ist als die Landungsbrücke. Zwölf Minuten später liegt auch er auf dem Trockenen. Heute werden Steg und Ponton ab 15 Uhr mit Hilfe eines Autokrans auf die Stahlböcke gehoben, damit die Firma "Kölner Stahlwerft Deutz" mit den Sanierungsarbeiten beginnen kann. Wie berichtet, wird der Steg, der sich über die Jahre verzogen hat, neu gerichtet und mit einen Schutzanstrich gegen Korrosion versehen. Der Ponton wird außen und innen so verstärkt, dass künftig bis zu 135 Meter lange Passagierschiffe - teils für zwei Stunden, teils auch über Nacht - anlegen können.

Johan Crasemann vom Uerdinger Heimatbund ist schon seit 7 Uhr an Ort und Stelle, um die Aktion für die "Uerdinger Rundschau", das Mitteilungsheft des Vereins, zu dokumentieren. Er gehört auch zu den zehn Mitgliedern des Heimatbunds, die die Passagiere anlegender Schiffe jeweils etwa anderthalb Stunden lang durch die Rheinstadt führen.

Mehr als ein Dutzend solcher Führungen hat es im vergangenen Jahr gegeben, bevor der Rheinsteiger Ende Juni gesperrt wurde. Eine Routineuntersuchung hatte ergeben, dass er dringend saniert werden muss. Das geschieht nun in den kommenden Wochen.

Neben den Sanierungsarbeiten an dem Rheinsteiger werden am Ufer Betonfundamente für neue Poller eingebracht, weil die alten nicht mehr stark genug waren. Hafenbetriebsleiter Ralf Schopp geht davon aus, dass der für Uerdingen und Krefeld so wichtige Passagierschiffsverkehr Ende April, Anfang Mai wieder aufgenommen werden kann.

Quelle: RP
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