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Krefeld

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Die Erdmännchen sind die amtierenden Maskottchen für das Internationale Folklorefest im Jubiläumsjahr 2017. FOTO: IF
Das ist neu in der Geschichte des Internationalen Folklorefestes: Seit 15 Jahren ist jedes Festival mit einem Mottotier verbunden, doch diesmal sind es zwei - aus gutem Grund: Tierische Paten sind diesmal die Erdmännchen, die beliebten Neu-Krefelder im Zoo. Und dieses Jahr ist auch ein besonderes Jahr für das Festival: Das Krefelder Folklorefest wird 40 Jahre alt. Längst ist das internationale Musikfestival "raus" aus den Kinderschuhen und hat sich als prestigereiches Musikfestival etabliert. Jedes Jahr feiern die Krefelder hier den interkulturellen Austausch. Seine Sprache ist "eine bunte Mischung aus Folk- und Weltmusik". Mit Stolz verweisen die Macher auf ihre lange Tradition, die sie nun in Buchform als "Chronik" veröffentlichen. Die Macher, das sind in diesem Fall die Mitglieder der Initiative Folklorefest e.V.- ein Verein, der seit 2002 die Finanzierung des Projektes bewerkstelligt, als die städtische Unterstützung wegbrach. Die "Retter" um Jordi Preußer, Vorsitzender der Initiative Folklorefest, und Markus Kossack aus dem Vorstand des Vereins nehmen jedes Jahr diesen Kraftakt auf sich. Durch die Abhängigkeit vom Wetter und weil kein Eintritt erhoben wird, sei die Kalkulation "natürlich sehr risikoreich", erklärt Markus Kossack. Dennoch bleibe "umsonst und draußen" für die Organisatoren "ein wichtiger Grundgedanke". Von Martin Heuchel

Welche Konsequenzen schlechtes Festivalwetter haben kann, musste der Verein 2006 erleben: Ein Unwetter führte zu einem 8000-Euro-Fehlbetrag, den die Vereinsmitglieder aus eigener Tasche auffingen. Die Erinnerung an 2006 ist dadurch nicht weniger lebhaft: Die "Plüsch-Symphoniker" spielten "Davon geht die Welt nicht unter" - dazu tanzten die Besucher Walzer bei strömenden Regen.

Mit der Chronik wollen Preußer und Kossack "ein greifbares Zeugnis schaffen" und gleichzeitig etwas zur Finanzierung beitragen. "Die Idee entstand zum 35. Jährigen, scheiterte damals aber an der Finanzierung", erzählt Preußer. Zu seiner Freude sprang die Sparkassen-Kulturstiftung nun für sie in die Bresche und übernahm die Hälfe der Kosten. Michael Rotthoff von der Stiftung unterstreicht "den großartigen Wert" der Vereinsarbeit "besonders auf Grund der fehlenden Planungssicherheit". Für ihn ist das Festival ein Eckpfeiler der Krefelder Kulturszene.

Das Buch erzählt die unterschiedlichsten Geschichten aus den vergangenen 16 Jahren - beispielsweise als sich die Band "Red Cardell", die auch in diesem Jahr wieder dabei ist, aus ihrem eigenen Auto samt Kostümen ausschloss und der ADAC zur Rettung herbeikommen musste. Wer in den Erinnerungen der vergangenen Jahre schwelgen möchte oder an den vielen Anekdoten - egal ob vor oder hinter der Bühne - interessiert ist, kann sich die Chronik für 10 Euro auf dem Festivalgelände oder im Café "Lentz" zulegen. Von dem "rein Krefelder Produkt" erhoffen sich Preußer und Kossack auch Rücklagen für zukünftige Planungen. Das bunt illustrierte Werk ist aber auch ein tolles Erinnerungsstück für alle Stammgäste. Die Texte stammen von Mojo Mendiola.

Am 24. gibt es im "Lentz" ab 19 Uhr ein "Warm-up" des Jazz-Duos "Furiosef". Der Eintritt am Donnerstag kostet 5 Euro. Der Eintritt zum Festival ist kostenlos.

Quelle: RP
 
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