| 13.02 Uhr

Unfall auf der Autobahn A57
Audi-Bande – Täter tödlich verunglückt?

A57 - Unfall nach Einbruch in Krefeld - zwei Tote - war es die Audi-Bande?
A57 - Unfall nach Einbruch in Krefeld - zwei Tote - war es die Audi-Bande? FOTO: Guido Schulmann
Krefeld/Rheinberg. Nach einem Einbruch in ein Telekom-Geschäft in Krefeld flüchteten die mutmaßlichen Täter über die Autobahn A57 in Richtung Goch. Bei Rheinberg kamen sie von der Straße ab, der Wagen überschlug sich, zwei der Insassen kamen ums Leben. Möglicherweise handelt es sich bei den Verunglückten um die berüchtigte Audi-Bande.

Nach dem Einbruch gegen 3 Uhr in ein Telekom-Geschäft in der Niederstraße in Krefeld-Uerdingen, flüchteten die mutmaßlichen Täter mit einem Pkw. Sie fuhren auf die Autobahn A57 in Richtung Goch. Bei dem Einbruch wurden, wie die Polizei RP Online sagte, eine große Zahl fabrikneuer Smartphones gestohlen. Anschließend flüchteten sie über die Oberstraße in unbekannte Richtung.

Bei Rheinberg kam der Wagen gegen 3.30 Uhr in Höhe der Anschlussstelle Asdonkshof von der Straße ab, touchierte einen Baum und mehrere Leitplanken touchiert, raste eine Böschung hinunter und überschlug sich. Schließlich kam er neben einem etwa drei Meter tiefer liegenden Regenwasserauffangbecken zum Stehen.

Zwei Tote, ein Schwerverletzter

Audi-Bande setzt offenbar Fluchtauto in Brand FOTO: Jungmann

Die drei männlichen Personen wurden aus dem Fahrzeug geschleudert. Einer der Verletzten - er landete offenbar in dem Wasserbecken - verstarb noch an der Unfallstelle, eine weitere Person nach ihrerEinlieferung ins Krankenhaus. Der Dritte wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.

Wie die Polizei unserer Redaktion mitteilte, wurde der Wagen nicht von der Polizei verfolgt. Vermutlich war er mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs, so dass der Fahrer die Kontrolle verlor.

Ob zwischen dem Unfall und dem Einbruch ein Zusammenhang besteht, konnte die Polizei noch nicht hundertprozentig bestätigen. Wie die Polizeisprecherin sagte, deute jedoch viel darauf hin, da um das verunglückte Fahrzeug herum mehrere neue Smartphones gefunden wurden, die offenbar bei dem Unfall aus dem Auto geschleudert wurden. Auch im Auto wurden neue, verpackte Smartphones gefunden, außerdem Einbruchswerkzeuge.

Fotos: Geldautomaten-Sprengungen in der Region – Chronik FOTO: Daniel Bothe

Verunglückte könnten zur Audi-Bande gehören

Möglicherweise handelt es sich bei den verunglückten Tätern um die sogenannte Audi-Bande. Die Polizeisprecherin wollte das auf Nachfrage nicht bestätigen, sagte aber, der Vedacht liege natürlich nahe, man ermittle in die Richtung.

Bei dem verunglückten Wagen, so die Sprecherin, handelt es sich um einen Audi RS4. Das Modell hat 450 PS und kann eine Spitzengeschwindigkeit von 280 Kilometer pro Stunde erreichen. Die genaue Unfallursache sei noch nicht klar, überhöhte Geschwindigkeit sei aber sehr wahrscheinlich.

Die Überprüfung des Unfallwagens ergab, dass sowohl das Fahrzeug als auch die daran befestigten Kennzeichen als gestohlen gemeldet waren.

Die Audi-Bande hat in den vergangenen Wochen immer wieder Geldautomaten gesprengt und Handy-Läden ausgeraubt. Im Anschluss waren die Täter mit PS-starken Fahrzeugen - meistens Audis - in Richtung Niederlande geflüchtet. 

Im vergangenen Jahr kam es zu einer spektakulären Verfolgungsjagd. Die Polizei verfolgte einen hochmotorisierten Audi von Düsseldorf aus kreuz und quer durch NRW. Der Wagen konnte schließlich in die Niederlande entkommen.

(csr)