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Krefeld
Krefeld behauptet sich im NRW-Vergleich

Krefeld. Ein genauer Blick auf die Platzierung im Städte-Ranking der "Wirtschaftswoche" zeigt, dass Krefeld zwar bundesweit im unteren Drittel firmiert, innerhalb von NRW aber zu den Städten mit positiven Impulsen gehört. Von Jens Voss

Im jährlich vorgelegten Städte-Ranking von Wirtschaftswoche, Immobilienscout 24 und IW Consult ist Krefeld im Vergleich zum Vorjahr in der Liste der 69 untersuchten Großstädte leicht zurückgefallen, behauptet sich aber im NRW-Vergleich besser als viele stark zurückfallende NRW-Städte und liegt insbesondere bei dem harten Faktor Bruttoinlandsprodukt auf einem sehr guten 22. Platz. "Besonders erfreulich ist, dass Krefeld beim Thema Familienfreundlichkeit in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt hat", sagt Eckart Preen, Chef der Krefelder Wirtschaftsförderung, auf Anfrage. Er glaubt, dass sich die jüngsten Ansiedlungserfolge in den nächsten zwei, drei Jahren auch in den Rankings niederschlagen werden.

Krefeld ist demnach bei 69 untersuchten Großstädten beim sogenannten Niveau-Ranking, das eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes darstellt, um einen Rang auf Platz 56 zurückgefallen. Beim "Dynamik-Ranking" ist die Stadt um fünf Plätze zurück auf Rang 60 gewandert. Dies berichtet die Zeitschrift Wirtschaftswoche. Die Ranking-Studie ist nach eigenen Angaben mit 100 gemessenen Indikatoren der "umfangreichste kommunale Leistungstest", in dem Standortqualität, Wirtschaftskraft und Zukunftsperspektiven betrachtet werden. Beim Zukunftsindex landet Krefeld auf Platz 57.

Die Stadt hat mit ihrer Position im letzten Drittel Anteil am Befund von Gesamt-NRW, das gegenüber anderen Bundesländern signifikant schlechtere Werte hat. Ein Drittel der untersuchten Städte liegt in NRW, nur fünf sind überhaupt in der oberen Hälfte des Niveau-Rankings; hingegen finden sich viele Ruhrgebietsstädte auf den letzten Plätzen, bei teils dramatischen Abstürzen. So sackt Leverkusen im Dynamik-Ranking um 36 Plätze auf Platz 62, Bochum und Herne um je sechs Plätze auf Rang 65 und 66. Insofern ist das Bild relativer Stabilität in den 50er-Plätzen, das Krefeld abgibt, im NRW-Umfeld nicht schlecht. Beim Niveau-Ranking attestiert die Studie Krefeld Stärken beim Thema Familienfreundlichkeit: Krefeld liegt demnach beim Thema Kita-Plätze auf den Rängen 22 und 29, im Dynamik-Ranking der Zunahme an Kita-Plätzen sogar auf Platz acht - Krefeld hat also im bundesweiten Vergleich einen Spitzenwert beim Ausbau der Kita-Plätze.

Positiv schlägt auch das im oberen Mittelfeld liegende Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen mit 66.321 Euro zu Buche (Rang 29) - einer der harten Faktoren, die die Wirtschaftskraft einer Region misst.

Als Schwächen im Niveau-Ranking weist die Studie die relativ geringe Zahl neuer Wohnungen (Rang 66) und die geringe Zahl an Gästeübernachtungen (R ang 61) aus.

Im Dynamik-Ranking kreidet die Studie Krefeld den relativ hohen Anteil an überschuldeter Personen an (Rang 67). Negativ ist auch das schwache Wachstum beim (allerdings auf hohem Niveau liegenden) Bruttoinlandsprodukt. Beim Thema Wachstum hat Krefeld wiederum Anteil am schlechten Bild von NRW, das bekanntlich mit Nullwachstum auf dem letzten Platz im Ländervergleich liegt.

Zu den bundesweiten Gewinner-Städten gehören wirtschaftliche "Großmächte" wie München, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg oder Düsseldorf und Köln. Das Ranking belegt auch, wie unterschiedlich die Lebensverhältnisse in Deutschland sind: Nur fünf Städte schaffen es demnach im Niveau-Ranking, mehr als 60 Punkte erreichen: München, Erlangen, Ingolstadt, Frankfurt a.M. und Stuttgart. 28 Großkommunen erlangen zwischen 50 und 60 Punkten, und 33 Städte - darunter Krefeld - liegen zwischen 40 und 50 Punkten. Heißt: Die Städte in diesem Feld liegen sehr dicht beieinander; bereits geringe Unterschiede entscheiden über die Platzierung.

Quelle: RP
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