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Krefeld
EM-Fußball "Beau Jeu" fliegt perfekt dank Kunststoff von Covestro

Fotos: Zidane stellt offiziellen EM-Ball "Beau Jeu" vor
Fotos: Zidane stellt offiziellen EM-Ball "Beau Jeu" vor FOTO: dpa, isl hm
Krefeld. Nur noch wenige Tage bis zum Auftakt der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Weltmeister Deutschland möchte nach 20 Jahren auch diesen Titel wieder einmal gewinnen. Dazu muss das Runde so oft wie möglich ins Eckige, sprich der Ball ins Tornetz des Gegners. Das eigens für die Titelkämpfe entwickelte Spielgerät der Firma Adidas ist in Zusammenarbeit mit Covestro - vormals Bayer Material Science - entstanden. Und auch das Werk in Uerdingen hat seinen Anteil. Von Norbert Stirken

Die großen Fußballzeiten in Krefeld sind lange vorbei, die Erfolge des Pokalsiegers und Europapokalteilnehmers FC Bayer 05 Uerdingen Geschichte. Ganz aktuell, aber auch ganz anders wirkt Uerdingen jetzt bei der Fußball-Europameisterschaft in den französischen Stadien mit. Und das bei jedem Spiel - von der Gruppenphase bis einschließlich des Finales.

Seit November des vergangenen Jahres haben Manuel Neuer, Mesut Özil, Thomas Müller, Jerome Boateng und die anderen deutschen Elite-Kicker sowie all die anderen internationalen Ballkünstler bereits Gelegenheit, die besonderen Spieleigenschaften des offiziellen Spielballs der EM 2016 aus dem Hause Adidas zu testen. Für die Marke mit den drei Streifen und der im Krefelder Chempark ansässigen Covestro AG markieren die Spiele in Frankreich ein besonderes Jubiläum: Beide Unternehmen arbeiten seit 30 Jahren in der Ballentwicklung zusammen und haben seitdem einen reichen Schatz an Know-how und Erfahrung aufgebaut.

Der Ball mit dem Namen "Beau Jeu" - zu Deutsch: schönes Spiel - vereint in sich die besten Elemente des Brazuca, des Spielballs der Fußball-Weltmeisterschaft 2014, übertrifft diesen jedoch laut Herstellerangaben noch in Sachen Griffigkeit und Spieleigenschaften. Die verbesserte Ballkontrolle und die stabilen Flugeigenschaften, aber auch die hohe Wasserbeständigkeit des Beau Jeu sind vor allem der äußeren Hülle zu verdanken.

Hier kommt Covestro ins Spiel: "Die Ballhülle besteht aus insgesamt fünf Schichten und basiert auf Polyurethan-Rohstoffen unseres Impranil Sortiments", erläutert Thomas Michaelis, Projektleiter für die Ballentwicklung bei Covestro. "Das beginnt bereits mit der äußersten Schicht, einem kompletten Hinterglasdruck, der den Abrieb der bedruckten Schicht verhindert." Dadurch bleibt die weiße Fläche mit dem Dekor in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot lange Zeit erhalten.

Die darunterliegende Zwischenschicht schützt das Spielgerät vor äußeren Einflüssen und verleiht ihm eine ungewöhnlich hohe Elastizität. Darunter sorgt ein Polyurethan-Schaum mit Millionen Mikrokügelchen für hervorragende Flugeigenschaften. Ein Polyurethan-Klebstoff verbindet die oberen Schichten mit einem speziellen Polyester-Baumwoll-Gewebe, das als Trägermaterial dient.

In Uerdingen wird Methylendiphenylisocyanat (MDI) produziert. Das ist ein wesentlicher Rohstoff für das im Ball verbaute Polyurethan. Covestro hat vor einem halben Jahr rund drei Millionen Euro in eine neue Schuppenwalze für den MDI-Betrieb in Krefeld investiert.

Seine Vorstellung erlebte der neue Spielball "Beau Jeu" laut Covestro übrigens im weltweit ersten digitalen Fußballstadion, der "adidas Future Arena" in Saint Denis, wo eine von Computern animierte Tribüne die Präsenz von 50.000 Zuschauern simulierte.

Quelle: RP
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