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Falschparker in Krefeld
Autofahrer kassiert in einem Jahr 240 Verwarnungen

Krefeld: Falscherparker erhält 240 Knöllchen im Jahr
Gestern am frühen Abend auf der Rheinstraße. Dort gilt eingeschränktes Halteverbot. Wer länger als drei Minuten parkt, riskiert eine gebührenpflichtige Verwarnung. FOTO: lez
Krefeld. Auf der Rheinstraße wurden allein in diesem Jahr bislang 3977 Verwarnungen wegen Falschparkens ausgesprochen. Einige Krefelder fallen besonders negativ auf und "sammeln" Knöllchen zuhauf. Von Jochen Lenzen

Zum Thema "Ruhender Verkehr", mit dem sich die Bezirksvertretung West in ihrer jüngsten Sitzung beschäftigte, konnte Norbert Goertz-Gorr vom Fachbereich Ordnung, dem auch die Bußgeldstelle untersteht, beeindruckende Zahlen und eine erstaunliche Anekdote beisteuern: Einem Autofahrer in Hamm sei der Führerschein entzogen worden, weil er in einem Jahr 86 Mal wegen Verkehrsvergehen verwarnt worden sei.

Er habe, berichtete der Mitarbeiter, einen Krefelder mit der gleichen Maßnahme konfrontiert, weil er in einem Jahr satte 240 Verwarnungen kassiert hatte. Der habe darauf mit Unverständnis und der Bemerkung reagiert, er würde die Verwarnungsgelder aber doch immer bezahlen.

Parkplatzverschwender: Falschparker in der Region FOTO: Tinter, Anja

Fast 4000 Knöllchen an der Rheinstraße

Eine weitere eindrucksvolle Zahl erfuhren die Bezirksverordneten bezüglich der Rheinstraße zwischen Königstraße und Ostwall: Dort seien in diesem Jahr bisher 3977 Verwarnungen ausgesprochen worden, sagte Goertz-Gorr mit dem Hinweis, dass dort ein dreiminütiges, bei Ladetätigkeit sogar wesentlich längeres Halten erlaubt sei.

Mit einem seltsamen Verständnis von verkehrsrechtlich korrektem Verhalten mögen auch die Autofahrer infiziert sein, die immer und immer wieder an derselben Stelle ordnungswidrig parken. Selbst Toreinfahrten würden sie nicht davon abhalten, wie Peter Kelm (FDP) aus dem Bereich um die Liebfrauenkirche berichtete. Positive Erfahrungen habe er damit gemacht, das Foto eines behindernd geparkten Autos mit Datum und Uhrzeit ans Ordnungsamt zu schicken.

Sechs Antworten zum Abschleppen FOTO: dpa, dil koa

Wie Polizei und Ordnungsamt kooperieren

Nach weiteren Beispielen kam das Gremium dann auf die Erreichbarkeit des Kommunalen Ordnungsdiensts (KOD) zu sprechen. "Was soll ich den Bürgern sagen, wenn sie mich darauf hinweisen, dass an einer dicht beparkten Straße gerade noch Personenwagen, nicht aber Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge durchkommen?", fragte Stefanie Neukirchner (CDU). Die Polizei bekomme die Smartphone-Nummern der Politessen, die außerhalb der Kernzeit Dienst haben. Dann könne man im Fall eines verkehrsgefährdenden Falschparkens die Leitstelle der Polizei unter der Telefonnummer 6340 anrufen, die den Vorfall weiterleiten. Innerhalb der Kernzeiten sei das Ordnungsamt die richtige Adresse, erklärte Goertz-Gorr.

Diese Auskunft bewog Simone Roemer (CDU) zu der Anmerkung, es sei aber nett, dass die Polizei das mache. "Wir sind auch nett zur Polizei", klärte Goertz-Gorr sie auf: "Die Stadt bearbeitet sämtliche Bußgeldangelegenheiten der Polizei; das ist ein Geben und Nehmen in einer gut funktionierenden Kooperation."

Quelle: RP
 
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