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Bewohner kamen in Notunterkünfte
Großrazzia in Krefelder Problemhäusern

Krefeld: Großrazzia in Problemhäusern der Südstadt
Rund 70 Beamte von Stadt, Polizei und Zoll waren am Donnerstagmorgen bei der ordnungsbehördlichen Kontrolle mehrerer Wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern an der Lewerentz- und an der Gerberstraße im Einsatz. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Mit einem Großaufgebot sind Polizei, Zoll, Feuerwehr und die Stadt Krefeld am Donnerstag zu einer Razzia in den Südbezirk ausgerückt. Ziel waren so genannte Problemhäuser. Einige Bewohner mussten die Häuser verlassen. Von Norbert Stirken

Die Stadt setzt ihre Strategie fort, um Problemhäuser aufzuspüren und notfalls zu schließen. Am Donnerstagmorgen rückten rund 70 Beamte von Polizei, Zoll und Stadt an die Lewerentz- und die wenige Meter entfernte Gerberstraße aus, um die Nutzung und den baulichen Zustand von zwei Mehrfamilienhäusern zu kontrollieren. Die Kommune hatte die Strafverfolgungsbehörden um Amtshilfe gebeten.

Mitarbeiter des Fachbereichs Bauaufsicht der Stadtverwaltung haben sich dabei auch einen Gesamteindruck bezüglich der Sicherheit im Allgemeinen und der Nutzungen verschafft. Aufgrund erheblicher Brandschutzmängel (fehlende Rettungswege) sei im Gebäude an der Gerberstraße die weitere Nutzung der Flügelwohnungen und des Dachgeschosses untersagt worden, heißt es in einer gemeinsamen Information von Stadt und Polizei.

Ordnungsamt kündigt Maßnahmen gegen Hauseigentümer an

Zwei Erwachsene und drei Kinder hätten ihre Wohnung sofort verlassen müssen und seien jetzt in städtischen Notunterkünften untergebracht. Rund zwei Dutzend Männer, Frauen und Kinder überwiegend bulgarischer Nationalität seien angetroffen worden. Der Eigentümer des Hauses werde über die feststellten Mängel informiert. Gegen ihn würden nun ordnungsbehördliche Maßnahmen eingeleitet, teilte ein Stadtsprecher mit.

Die Untersuchung des Gebäudes an der Lewerentzstraße habe keine akute Gefährdung für Bewohner und die öffentliche Sicherheit ergeben. Dort sei jedoch eine ungenehmigte Nutzung der Dachgeschosswohnungen festgestellt worden. Auch gegen diesen Eigentümer würden ordnungsbehördliche Schritte veranlasst.

Im September 2017 ging die Stadtverwaltung gegen die Zustände in Häusern an der Seidenstraße vor. FOTO: Lothar Strücken

Hinweise auf Straftaten wie Sozialbetrug (unberechtigter Kindergeldbezug) habe es nicht gegeben, teilte Daniel Uebber, Sprecher der Polizei Krefeld, mit. An den Einsätzen waren rund 25 städtische Mitarbeiter sowie 35 Polizisten und mehrere Zollbeamte beteiligt. Beide Einsätze seien friedlich verlaufen, alle Bewohner hätten sich bei der Überprüfung, ob die brand-, bau- und melderechtlicher Bestimmungen eingehalten seien, kooperativ verhalten. Während des Einsatzes ist die Gerberstraße für den Straßenverkehr gesperrt.

Bulgaren und Rumänen besonders betroffen

Die Großrazzia am Donnerstagmorgen war die zweite: Bereits im September des vergangenen Jahres hatte die Stadt diesen Weg beschritten, um an der Seidenstraße aktiv zu werden. Damals wurden zwei Häuser kontrolliert und eines von beiden zwangsgeschlossen und evakuiert. Der Grund: gravierende Brandschutzmängel. Beide Häuser seien der Stadt seit geraumer Zeit als Problemimmobilien bekannt, erläuterte seinerzeit ein Sprecher der Stadt. Beschwerden von Anwohnern hatten das Fass wohl zum Überlaufen gebracht und die Behörden zum Handeln veranlasst.

Im Einsatz waren 50 Polizeibeamte, zehn Mitarbeiter der Stadt und ein Brandsachverständiger der Feuerwehr. Die Polizei sicherte den Einsatz, so dass Stadtbedienstete und Feuerwehr die Wohnungen kontrollieren konnten. "Die Mitarbeiter der Bauaufsicht und der Feuerwehr haben sich einen Gesamteindruck von den Gebäuden bezüglich Brandschutz und Sicherheit im Allgemeinen verschafft", erläuterte der Stadtsprecher.

Offenbar wohnen dort vor allem Bulgaren und Rumänen – nach Auskunft der Polizei waren zwei Dolmetscher für Bulgarisch und Rumänisch mit im Einsatz. Die Polizei betonte, dass es bei dem Einsatz nicht um illegale Wohnungsprostitution ging. Straftaten wurden nicht festgestellt, und es gab auch keine Überbelegung der Wohnräume, hieß es weiter.

Wohl aber waren die brandschutztechnischen Mängel bei einem der beiden Häuser so gravierend, dass die 25 Bewohner des Gebäudes nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren durften. Insgesamt traf die Polizei in beiden Häusern 36 Personen an, 31 waren gemeldet, fünf nicht.

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Der Einsatz damals und auch der am Donnerstag fand im Rahmen des Präsenzkonzeptes Innenstadt statt; weitere Kontrollen sollen folgen

Quelle: RP
 
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