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Neue Ideen für das Krefelder Kesselhaus
Grüne wollen Seidenweberhaus abreißen lassen

Krefeld: Grüne wollen Seidenweberhaus abreißen
Die Grünen sind für den Abriss des Seidenweberhauses und die ersatzlose Streichung einer Veranstaltungshalle an dieser Stelle. FOTO: Lammertz
Krefeld. Die Fraktion der Grünen im Krefelder Rat hat sich für einen Abriss des Seidenweberhaus ausgesprochen. Gleichzeitig soll in das Kesselhaus investiert werden, um dort künftig Veranstaltungen abzuhalten.  Von Joachim Niessen

"Unsere Fraktion stellt sich vor, dass in einer gemeinsamen Gesellschaft mit dem derzeitigen Besitzer die Stadt Miteigentümer werden könnte", so Fraktionschefin Heidi Matthias nach einer Klausurtagung.

Das erste politische Konzept zur Zukunft von Seidenweberhaus und Theaterplatz liegt auf dem Tisch: "Wir sind für den Abriss des Seidenweberhauses und die ersatzlose Streichung einer Veranstaltungshalle an dieser Stelle", sagt Heidi Matthias, Fraktionsvorsitzende der Grünen. "Stattdessen haben wir sehr viel Sympathie für eine künftige Nutzung des Kesselhauses. Allerdings muss hierfür ein neues Finanzkonzept erarbeitet werden. Unsere Fraktion stellt sich vor, dass in einer gemeinsamen Gesellschaft mit dem derzeitigen Besitzer die Stadt Miteigentümer werden könnte. Ein reines Mietmodell, wie es bisher vorgestellt worden ist, wird es mit den Grünen nicht geben. Es kann nicht sein, dass die finanziellen Risiken bei der Stadt liegen, von den Gewinnen aber nur ein privater Betreiber profitiert."

Mit diesen Rahmendaten wollen die Grünen ein klares Signal für die weitere Innenstadtplanung setzen. "Parallel muss auf dem Theaterplatz etwas Neues passieren. Hierfür soll es einen Investorenwettbewerb geben, der vor allem eine wichtige Vorgabe hat: Die Belebung des Platzes vor allem tagsüber ist von zentraler Bedeutung", ergänzt Ratsherr Torsten Hansen, finanzpolitischer Sprecher seiner Partei.

Die Debatte um das Seidenweberhaus FOTO: RP-Archiv

Kesselhaus als Veranstaltungshalle 

Zwei Tage haben sich die Grünen am Wochenende zur Klausurtagung zurückgezogen, gestern präsentierte die Fraktionsspitze richtungsweisende Überlegungen für Krefeld. "Wir sind überzeugt, dass das klassische Modell der Stadthalle ausgedient hat", so Matthias. Gleichzeitig soll der Theaterplatz wieder ein belebtes Element der Innenstadt werden. "Derzeit ist das in diesem Bereich lediglich der Weg von der Tiefgarage ins Seidenweberhaus."

Mit der künftigen Nutzung des Kesselhauses als Veranstaltungshalle wollen die Grünen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. "Einerseits wäre so ein nahtloser Übergang aller Veranstaltungen vom Seidenweberhaus zur neuen Veranstaltungsstätte möglich, andererseits bietet ein modernisiertes Kesselhaus zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten."

Um diese zu erstellen und langfristige Planungssicherheit für alle Beteiligten zu ermöglichen, wollen die Grünen eine neue Gesellschaft gründen, die sich mit dem laufenden Betrieb und der Finanzierung des Kesselhauses beschäftigt. Hansen: "Hier müssen vorab Gespräche geführt werden. Ziel muss allerdings sein, dass die Stadt nicht 20 bis 30 Jahre jeweils zwischen 1,5 und 1,7 Millionen Euro bezahlt und am Ende mit leeren Händen dasteht. Wir gehen davon aus, dass Krefeld im Rahmen dieses Projekts Miteigentümer wird. Sonst macht das alles keinen Sinn."

Wie dieses Betriebsmodell umgesetzt werden soll, sei Verhandlungssache. Sinn macht es für die Grünen, zeitgleich eine zügige Überplanung des Theaterplatzes in einem Wettbewerb auszuschreiben. "Hierbei gehen wir davon aus, dass das Seidenweberhaus nicht erhalten oder umgebaut, sondern abgerissen wird", erklärt die Fraktionschefin der Grünen. "Das Seidenweberhaus hat ausgedient." Um mögliche weitere Kosten für die Stadt zu reduzieren, würde die Fraktion gerne aufs Tempo drücken. "Wir wollen in Krefelds Zukunft investieren und nicht in marode Bauwerke. Die sind am Ende ein Fass ohne Boden."

Quelle: RP
 
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