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Förderantrag
Neuer Anlauf für den Bau eines Hafenbahnhofs in Krefeld

Krefeld: Hafen soll eigenen Bahnhof bekommen
Für die Verladung von Lkw-Trailern benötigt die Krefelder Hafengesellschaft einen eigenen Hafenbahnhof. Am Containerterminal reicht der Platz nicht mehr. Züge nach Polen und Italien sind schon nach Neuss und Duisburg ausgelagert. FOTO: TL
Krefeld. Noch vor den Sommerferien wollen die Verantwortlichen des Krefelder Hafens einen zweiten Anlauf für ein Transterminal Krefeld (TTK) starten: Es geht um den Bau eines Hafenbahnhofs auf dem eigenen Gelände in Linn. Von Norbert Stirken

In rund vier Wochen soll der Förderantrag für das 15-Millionen-Euro-Projekt beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden. Hafen-Geschäftsführer Sascha Odermatt geht von einer Bearbeitungszeit von drei bis vier Monaten aus. Danach wissen Aufsichtsrat und Chefetage, ob grünes Licht für einen 80-prozentigen Zuschuss zur so genannten kleinen Lösung erteilt wird.

Die Entwicklung des Krefelder Hafens geht in Riesenschritten voran. Die Ansiedlungspolitik zeigt Erfolg. Die Kapazitäten sind nahezu ausgeschöpft. Zeit, den nächsten wichtigen Schritt zur Verbesserung der Infrastruktur zu gehen. Nachdem das Eisenbahnbundesamt (EBA) 2014 überraschend die Rote Karte für den Bau eines Transterminals Krefeld (TTK) für etwa 60 Millionen Euro gezeigt hatte, hielten sich die Geschäftsführer des Krefelder Hafens, Sascha Odermatt und Elisabeth Lehnen, nicht lange damit auf, die Entscheidung zu betrauern.

Sie bereiteten stattdessen einen zweiten Anlauf für eine abgespeckte Version vor. Und die Realisierung des hafennahen Umschlagplatzes von der Straße auf die Gleise ist mehr als dringlich. Der Krefelder Hafen leidet wegen der starken Nachfrage unter einem Platzproblem. Der 636 Meter lange Trailerzug Kopernikus, der exklusiv im Auftrag der Spedition Deutsche See und Land (DLS) aus Siek in der Nähe Hamburgs zwischen Krefeld und Warschau pendelt, musste schon nach Neuss ausweichen. Mit ihm bringt das Logistikunternehmen jährlich rund 7500 Lastwagen von der Straße auf die Schiene. Ein anderer Zug nach Italien wird derzeit in Hohenbudberg im Duisburger Logport abgefertigt.

"Wir haben im Containerterminal am Hafenkopf nicht mehr genügend Platz, um die Trailer (Auflieger von Lastwagen) abzustellen. Wir benötigen die Kapazitäten für die zusätzlichen Anlieferungen der Baumarktkette Bauhaus und des Handelsunternehmens VGG", erläutert Odermatt. Natürlich sei mit den Unternehmen abgesprochen, dass sie wieder nach Krefeld zurückkehren. Unter anderem für diese Züge, auf die komplette Trailer verladen werden, ist der Hafenbahnhof die perfekte Lösung.

Sascha Odermatt, Geschäftsführer des Hafens, ist optimistisch. FOTO: TL

Sollte der Startschuss wie gewünscht erfolgten können, wären anschließend weitere Ausbaustufen denkbar. Auf Dauer wäre es wünschenswert, das in Linn vorhandene Potenzial komplett heben zu können, betonte Odermatt auf Anfrage unserer Redaktion.

Die kleine Lösung ist um mehr als die Hälfte abgespeckt und technisch weniger aufwendig. Der Hafen hat die Zeit genutzt, um ein Konzept zu erarbeiten, eine Auslastung zu ermitteln und die Wirtschaftlichkeit zu berechnen. Das Ergebnis wurde zunächst den Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat vorgestellt.

Seit diesem Jahr sind die gesetzlichen Richtlinien zur Förderung geändert. Statt Ausfallbürgschaften für den Förderbetrag vorzulegen, reicht es aus, wenn die Eigentümer den Eintrag einer Grundschuld ins Grundbuch erlauben. Vor diesem Hintergrund will der Krefelder Hafen jetzt beim Eisenbahnbundesamt vorstellig werden. Der Schwerpunkt eines möglichen neuen Förderantrags würde dann nicht mehr überwiegend im Containerumschlag liegen, sondern dem Transport von so genannten Trailern einen größeren Stellenwert einräumen. Odermatt und Lehnen sehen in diesem Segment die größte Nachfrage. Dazu werde viel Fläche benötigt, weil die Trailer sich nicht stapeln lassen, erklärten sie. Platz genug sei in Linn vorhanden.

Ziel der Politik sei es, Tonnenkilometer auf der Straße einzusparen, berichtete Lehnen. Bislang reihten sich die Umschlagplätze für die Waren aus den Häfen Antwerpen, Amsterdam, Rotterdam und Zeebrügge wie Perlen an der deutschen Grenze zu den Niederlande und Belgien auf. Von dort geht's per Lastwagen nach Nordrhein-Westfalen. Der Krefelder Hafen würde sich wünschen, dass die Waren aus den Hochseehäfen über die Schiene bis nach Krefeld in einen neuen Hafenbahnhof mit Anschluss an die Binnenschifffahrt gebracht werden.

Quelle: RP
 
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