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Serie Warum Krefeld?
"Krefeld hat Einzugsgebiet wie Berlin"

Serie Warum Krefeld?: "Krefeld hat Einzugsgebiet wie Berlin"
"Wenn ich was anpacke, dann richtig und mit viel Herzblut", sagt Christina Guth. Sie führt mit ihren Töchtern die Kommunikationsagentur CGW, die seit fünf Jahren ihren Sitz in Forstwald hat. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Seit 30 Jahren betreibt Christina Guth die Werbe-Agentur CGW. Die Chefinnen schätzen Krefelds Bodenständigkeit. Von Bärbel Kleinelsen

Als "Frauenladen" bezeichnet Christina Guth ihre Werbeagentur "CGW". Geballte Frauen-Power sitzt in den frisch renovierten Räumlichkeiten im Krusshof in Forstwald. Lediglich vier "Quotenmänner" arbeiten im 20-köpfigen Team. Geführt wird das Unternehmen von Gründerin Christina Guth und ihren Töchtern Kristiane (35) und Anna-Maria (30). Exotisch ist auch dieses rein weibliche Dreigestirn. Denn in der Werbebranche ist eine Chefin noch immer die Ausnahme. "Ich gebe gerne zu, dass es eine Trotzreaktion war, lange Zeit nur Frauen mit kleinen Kindern einzustellen", sagt Christina Guth und erinnert sich an die Zeit, als sie selber mit 23 Jahren einen Teilzeitjob in der Werbebranche suchte und einem Arbeitgeber gegenüber saß, der kategorisch sagte: "Was denken Sie denn? Wir stellen doch keine Frauen mit kleinen Kindern ein!" Nach 30 Jahren Erfahrung sagt die 58-Jährige: "In der Regel sind Mütter die besseren Mitarbeiter. Sie können gut organisieren und managen ihre Aufgaben selbstständig. Das setzt natürlich voraus, dass sie flexible Arbeitszeiten haben und ihre beruflichen Angelegenheiten auch von zu Hause aus erledigen können."

Auch Christina Guth hatte das Glück, als junge Frau einen solchen Chef zu finden. Bereits mit 24 Jahren übernahm sie die Werbeleitung in einem Handelsunternehmen - in freier Zeiteinteilung. Damals war Tochter Kristiane zwei Jahre alt. Als Tochter Anna-Maria zur Welt kam, machte sich Christina Guth selbstständig, "das hatte finanzielle Vorteile", und arbeitete weiter dem Unternehmen zu.

Das Unternehmen wuchs beständig und brauchte folglich neue Räumlichkeiten. "Als meine älteste Tochter nach ihrem Studium in die Agentur einstieg, ebenfalls als Mutter einer kleinen Tochter, haben wir versucht, Räume in Krefeld zu finden, damit Kristiane, die in Fischeln wohnt, nicht weit fahren muss. Diese Entscheidung haben wir nicht bereut", sagt die Chefin. Seit fünf Jahren sitzt CGW in der ehemaligen Scheune des Krusshof in Forstwald.

Christina Guth ist voll des Lobes für Krefeld und seine Vorzüge. "Krefeld hat ein Einzugsgebiet wie Berlin, das ist unglaublich, man denke nur an den Kölner und Düsseldorfer Raum und das Ruhrgebiet. Die Anbindung an den Flughafen ist fantastisch, und man ist schnell in Holland oder Belgien." Die Geschäftsfrau versteht nicht, warum viele Krefelder oft nur das Negative an ihrer Stadt sehen.

"Als wir damals auf der Suche waren, haben wir nur wenig von den ganzen Standort-Vorteilen erfahren. Das finde ich schade. Die Stadt verkauft sich deutlich unter Wert." Guth zählt weitere Vorteile auf: das angenehme Leben im Grünen, das "unvergleichliche Kulturangebot" in Krefeld selbst, aber auch im Umfeld, oder die Familienfreundlichkeit, und kommt zu dem Schluss: "Die Infrastruktur in Krefeld könnte nicht besser sein, da würde sich so manch andere Stadt die Finger nach ablecken. Krefelder können stolz auf ihre Stadt sein."

Das CGW-Team fühlt sich entsprechend wohl an seinem idyllischen Standort im historischen Ambiente. Durch die Töchter sei frischer Wind in den "Frauenladen" gekommen. "CGW profitiert ganz klar von den verschiedenen Generationen, den verrückten Ideen der Jungen Wilden und der Besonnenheit und den Kontakten der Älteren." Christina Guth schätzt den familiären Betrieb am Krusshof, zu dem auch Agenturhund "Rynka" zählt, der sich aus ihrer Sicht positiv von der Schickimicki-Welt anderer Agenturen abhebt. Auch deswegen passe dieses Unternehmen so gut nach Krefeld. Guth: "Die Stadt ist bodenständig, genauso wie unsere Agentur."

Quelle: RP
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