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Kurs an der Volkshochschule
Das lernt man beim Hunde-Führerschein in Krefeld

Krefeld: Hunde-Führerschein im VHS-Kurs - Petition für Sachkundenachweis
Jutta Lessmann (l.) mit Benni und Tierheim-Mitarbeiterin Andrea Baden mit Otto. FOTO: Boisseree
Krefeld. Im Krefelder Tierheim werden jährlich etwa 150 Hunde abgegeben. Nur allzu häufig überfordert sich der Mensch mit einem Vierbeiner selbst. Eine neue Kooperation soll helfen, künftige Hundehalter besser vorzubereiten.

Benni ist ein dicker Hund. So dick, dass die Pfleger Sorgen um sein Leben hatten, als er vor einem Jahr im Krefelder Tierheim abgegeben wurde. "Seitdem hat er sehr gut abgespeckt", sagt Mitarbeiterin Andrea Baden. Doch noch immer giert der kleine Mischling nach Futter, der Kopf ist unentwegt in Richtung Leckerli-Tasche gerichtet. Benni ist ein gutes Beispiel dafür was passiert, wenn Hundebesitzer es zwar gut meinen – aber schlecht umsetzen.  

"Hunde sind kein geeignetes Weihnachtsgeschenk"

"Hunde brauchen klare Grenzen und Disziplin, sonst tanzen sie einem irgendwann auf der Nase herum", sagt Jutta Lessmann. Seit 15 Jahren betreibt sie eine Hundeschule und hat in dieser Zeit vor allem festgestellt: "Bei Problemen fängt es meistens beim Menschen an." Die einen füttern zu viel, die anderen haben zu wenig Zeit für Spaziergänge, wieder andere unterschätzen die Kosten für Tierärzte oder Hundesteuer. Am Ende landen die Tiere dann meistens bei Frank Schankat, dem Leiter des Krefelder Tierheims.

"Wir haben hier schon die absurdesten Geschichten erlebt. Viele Leute informieren sich einfach nicht gründlich, bevor sie sich ein Tier ins Haus holen", sagt er. Jede Hunderasse ist anders, jedes Tier ein Individuum, "entsprechend muss man sich vorbereiten", sagt Schankat. Insbesondere für die nun bevorstehende Weihnachtszeit mahnt er: "Hunde eignen sich nicht als süßes Weihnachtsgeschenk für Kinder." 

Denn schließlich ist ein Vierbeiner kein Buch oder eine Spielkonsole, die man anschaffen und wieder weglegen kann, wenn es gerade nicht passt. "Hunde müssen erzogen werden, wie jedes Kind auch. Am Ende sollte man als Herrchen oder Frauchen für Befehle gar nicht mehr die Stimme benutzen müssen, sondern nur noch Handzeichen geben", erklärt Lessmann. Doch die Vorbereitung geht schon vorher los: "Als künftiger Hundehalter sollte man wissen, welche Pflichten, Rechte und Kosten auf einen zukommen", sagt Lessmann.

Petition für verpflichtenden Hunde-Führerschein in NRW

An diesem Punkt will die Hundetrainerin mit ihrer Kooperation mit dem Tierheim Krefeld und der Volkshochschule ansetzen. "In einem vierteiligen Kurs vermitteln wir alles Wissenswerte rund um die Anschaffung und richtige Haltung eines Hundes", sagt sie – eine Art Hundeführerschein für künftige Halter.

Genau das fordert übrigens auch eine gerade gestartete Petition der Mönchengladbacher Organisation "Hund ist Hund". Diese möchte eine Änderung im Hundegesetz des Landes NRW: Ein Sachkundenachweis für Ersthalter soll verpflichtend eingeführt werden, so wie es in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein bereits üblich ist.

Für Bennis ehemalige Besitzer wäre ein solcher Nachweis sicherlich hilfreich gewesen – und für das Tier letztlich auch. Aktuell ist Benni einer von noch fünf Hunden im Krefelder Tierheim. Lessmann ist sich sicher: "Jeder Hund ist erziehbar, auch Benni". Mit dem am 8. November startenden Kurs wird sie im Praxis-Teil das Tierheim besuchen und die Teilnehmer mit den Vierbeinern zusammenbringen. Lessmann sagt: "Vielleicht finden wir ja schon dann ein neues Zuhause für Benni." 

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(cbo)
 
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