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Krefeld
Krefeld ist Schaufenster für die internationale Tanzwelt

Krefeld. Die Fabrik Heeder präsentiert an drei Tagen Inszenierungen aus acht Ländern. Oberbürgermeister begrüßt Akteure und Besucher. Von Isabel Mankas-Fuest

Lebhaftes Treiben empfängt den tanzinteressierten Besucher in diesen Tagen auf dem Innenhof der Fabrik Heeder. "Wir schätzen die Atmosphäre hier sehr", betont Felix Wittek, Direktor der internationalen Tanzmesse, in seiner Begrüßungsrede am Donnerstag und bedankt sich für die professionelle Zusammenarbeit mit dem Krefelder Kulturbüro. Auch Oberbürgermeister Frank Meyer begrüßt das internationale Publikum. Tänzer aus Argentinien, Bangkok und Hongkong sind zum ersten Mal dabei und geben dem zeitgenössischen Tanz ein vielsprachiges und kosmopolitisches Gesicht. Der Besuch der Außenspielorte ist ein Muss, sowohl für das Fachpublikum als auch die Tanzinteressierten. Hier geben die auf der Messe vertretenen Kompanien Einblicke in ihre Arbeit. Das Bühnenprogramm versteht Wittek als "Schaufenster der Tanzmesse".

Den Anfang des dreitägigen Performanceprogrammes in Krefeld machte Janine Fletcher mit "Trace Elements" aus Großbritannien - ein ruhiges Solostück: Eine Tänzerin sitzt auf einem schwarzen Stuhl, sie trägt ein schlichtes, schwarzes Hemdblusenkleid und schwarze Riemchenschuhe. Grelles Scheinwerferlicht strahlt direkt von oben auf sie hinab, ihr Blick ist klar und ins Publikum gerichtet. In kurzen, abrupten Bewegungen unternimmt die junge Frau immer wieder den Versuch, sich aus der Situation zu befreien - es sind Bewegungen, die sie kurze Zeit später abbricht. Ein Arm greift nach oben in die Luft, der andere hindert ihn daran und holt ihn wieder zurück, so auch die Füße, in kleinen Schritten bewegen sie sich vor und wieder zurück - ein repetitives und geduldiges Spiel zwischen Bewegung und Regungslosigkeit. In der zweiten Hälfte des Solos bewegt sich Fletcher in größeren Drehbewegungen im Raum. Stehend tastet sie suchend ihren Körper ab. Die Stille im Raum hat etwas Bedrückendes, ähnlich wie der innere Konflikt, in dem sich die Tänzerin zu befinden scheint.

Weiter geht es mit "Devoid" auf der großen Bühne. Der tschechische Tänzer Michal Zahora von der Kompanie Nanohach wird durch einen vielstimmigen Text (in tschechischer Sprache) zu einem Dialog herausgefordert. Der Text setzt sich aus einer Vielzahl an Briefen zusammen, die von intimen Gefühlen und geheimen Ängste handeln. Mit großem physischen Körpereinsatz reagiert der Solotänzer auf die im Text beschriebenen Gefühlstiefen. Er geht dabei von einer abstrakten in eine konkrete Bewegungssprache, die Freude, Wut und Zorn ausdrückt.

Die dritte Inszenierung am ersten Spieltag kommt aus Dänemark. "100 Likes" von der Black Box Dance Company ist ein unterhaltsames, kritisches Stück zum Umgang mit sozialen Netzwerken wie facebook und instagram. Passend zum gesteigerten Tempo der digitalen Welt ist auch die Inszenierung der Choreographin Mari Carrasco. Die Formationen zeichnen sich durch eine Mischung aus dynamischen HipHop- Bewegungen, langsameren und gehaltenen Positionen aus dem klassischen Ballett sowie schauspielerisches Talent der jungen Tänzer aus.

Fortsetzung, heute, 16 Uhr, Fabrik Heeder, Studiobühne I & II, Virchowstraße 130

Quelle: RP
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