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Krefeld
Königsburg wird wohl Disco bleiben

Krefeld: Königsburg wird wohl Disco bleiben
Die Königsburg soll wohl doch eine Discothek bleiben. FOTO: LS
Krefeld. Die Krefelder Discothek Königsburg wird wohl auch unter den neuen Betreibern ein Tanzclub bleiben. Aus Kreisen der Verhandlungspartner hat unsere Redaktion erfahren, dass sich bisher nur Interessenten gemeldet haben, die dort weiter eine Discothek betreiben wollen.

Eine Nutzung als Seniorenheim oder Fitnessstudio sei bisher nicht intendiert. Für viele Besucher überraschend öffnete die seit Jahrzehnten über Krefelds Grenzen hinaus bekannte Großraumdiscothek seit dem vorvergangenen Wochenende nicht mehr. Die Internetseite und die Facebookseite sind nicht mehr erreichbar. Betreiber zuletzt war die Königsklang GmbH.

Seit Jahren ist die Königsburg in den Negativschlagzeilen: Probleme mit Türstehern, Pächterwechsel, Verkaufsabsichten: Derzeitiger Eigentümer der Immobilie ist die Königskind GmbH von Carsten Kox, ansässig am Drahtzieherweg in Willich. Nachdem bereits in der vergangenen Woche über die Verkaufspläne berichtet wurde, ging die Königskind GmbH am Montag mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit.

"Die ab den späten 80er Jahren bis heute durch ihre innovativen Veranstaltungskonzepte bundesweit bekannt gewordene Veranstaltungsstätte ist ab dieser Woche auf dem Immobilienmarkt und sucht besenrein, sowie voll ausgestattet einen Käufer und Betreiber." Erstmalig seit 14 Jahren könne der Käufer nun auch Betreiber der Immobilie werden. Über fünf "Areas" verfüge die Discothek, erstrecke sich auf 2700 Quadratmeter.

"Durch ihre außergewöhnliche Architektur – gestaltet von Gerhard Benz – ist sie bis heute eine der schönsten Veranstaltungs-Locations in Deutschland", heißt es in der Pressemitteilung. Sie listet auch die Promis auf, die in der Königsburg gastierten: "Künstler wie Grace Jones, Holly Johnson, Hildegard Knef, Boney M. kamen gerne zu den Gay-Happenings, die zum ersten Mal in Krefeld statt fanden." Auch Top-DJs wie Westbam, Phil Fuldner und Moguai waren zu Gast.

Gegen Teile der langjährigen Betreibergesellschaft der Discothek laufen unterdessen weiter staatsanwaltliche Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Untreue. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Montag auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Ermittlungen noch liefen. Sowohl einem früheren Geschäftsführer der Königsburg als auch einem der Inhaber der Betreibergesellschaft werden zivil- und strafrechtlich relevante Versäumnisse zur Last gelegt. Von Unterschlagung, Untreue, existenzvernichtenden Eingriffen ins Geschäft und ungerechtfertigter Bereicherung durch Gehaltsüberzahlungen ist in einem Protokoll der Gläubigerversammlung am Amtsgericht Krefeld die Rede.

(seb)
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