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Krefeld
Komplettsanierung für Mississipidampfer

Krefeld: Komplettsanierung für Mississipidampfer
Blick auf die Ostfassade des Hauses - 22 Geschosse hat der Mississipidampfer, mit Antennen ist er 77,7 Meter hoch. FOTO: Nein
Krefeld. Der schwedische Eigentümer Alf Svedulf will bis zu 18 Millionen Euro in die Hand nehmen, um Fassade und Fenster von Krefelds höchstem Hochhaus zu sanieren. Der Anfang wird derzeit auf der Ostseite gemacht. Von Sebastian Peters

Eine 20,4 Meter breite Stahlbrücke ist seit wenigen Tagen an der Ostseite des Bleichpfadhochhauses installiert. Das in Krefeld als "Mississipidampfer" bekannte Haus wird jetzt komplett saniert. "Die Fenster werden erneuert, die Fassade wird neu angestrichen", sagt Andreas Erkes, der für die Hausverwaltung Westona Real Estate tätig ist. 14 bis 18 Millionen werde der Eigentümer Alf Svedulf in die Hand nehmen, sagt Erkes. Oben auf dem Dach würden die verschiedenen Antennen zusammengefasst, größere Anlagen würden installiert. Eine Woche lang hat eine Firma die Stahlbrücke an der Fassade befestigt. So können die Arbeiter die oberste Etage in 68 Metern Höhe erreichen.

Das im Jahr 1974 gebaute Bleichpfadhochhaus, nach dem Bayerwerk mit 180 Metern das zweithöchste Bauwerk Krefelds, galt mit seiner schmutzigen Waschbetonfassade viele Jahre als Schandfleck von Krefeld. Von außen wirkte es heruntergekommen. Im Rahmen des Förderprogramms "Stadtumbau West" war sogar diskutiert worden, es mit öffentlichen Geldern zurückzubauen. Jetzt geht der Eigentümer den entgegengesetzten Weg: Die Fassade soll optisch aufgewertet, die Architektur offensiv inszeniert werden.

Offen ist noch, wie sich das Hochhaus nach dem Anstrich optisch präsentiert. Eigentümer Alf Svedulf hatte erst das Ziel, das charakteristische Grün der Siebziger zu erhalten. Inzwischen aber, so Hausverwalter Erkes, habe es Gespräche mit einigen Architekten gegeben, die einen leichten Terrakottaton empfahlen. "Es soll definitiv nicht bunt werden." Welche Farbe es am Ende wird, das sollen Tests am Gebäude zeigen. Verschwinden soll aber definitiv der mittlerweile schmutzig wirkende Waschbeton.

Eine Stahlbrücke, die fest installiert wurde, soll den Austausch der Fenster und den Anstrich der Fassade in den kommenden Monaten möglich machen. FOTO: Lothar Strücken

Hausverwalter Erkes wirbt bei Kritikern damit, dass es innen sehr sauber sei. Der Vermietungsgrad habe sich deutlich verbessert. 225 Wohnungen gibt es im Haus. "700 Personen wohnen hier. Tagsüber halten sich hier mit dem zum Komplex gehörenden Norma-Markt und dem städtischen Kindergarten bis zu 800 Personen auf." Inzwischen sei das Bleichpfad-Hochhaus seit rund drei Jahren zu 92 Prozent vermietet. Vorher habe der Vermietungsgrad bei nur rund 80 Prozent gelegen. Regelmäßig bietet er Interessierten Führungen im Haus an. "Hier passiert was", sagt Erkes.

Eigentümer Alf Svedulf hatte früher wesentlich mehr Objekte in Deutschland - das Bleichpfadhochhaus ist mittlerweile seine letzte Immobilie. Alle vier bis sechs Wochen kommt Svedulf nach Krefeld, besichtigt die Entwicklung seines Objektes. Auch in den vergangenen Jahren, so Erkes, sei viel im Haus passiert. So sei der Brandschutz erneuert worden. Erst die Außensanierung aber wird für alle Krefelder sichtbar werden. Wie lange die Arbeiten dauern, ist noch unklar. "Der Zeitplan ist noch nicht abzusehen", sagt Erkes. "Das hängt zunächst davon ab, wie schnell der Austausch eines Fensters gelingt." Die Brücke an der Fassade muss zwischendurch versetzt werden, sie wird auch an der Westseite zum Einsatz kommen. Im Bereich der grünen Seitenfassade soll ein anderes System zum Einsatz kommen.

Menschen aus 25 Nationen wohnen im Bleichpfad-Hochhaus, die meisten kommen aus der Türkei und Ukraine. Auch Architekten und Geschäftsleute würden das Haus schätzen, wirbt Erkes. Von oben aus habe man faszinierenden Blick über die ganze Stadt. "Das Haus liegt mitten in der Stadt, wir haben eine Tiefgarage und eigenen Busanschluss in die City, auch sind die Parkanlagen nicht weit entfernt. Das macht den Standort für viele attraktiv."

An der Fläche des Hochhauses saßen ehemals die städtischen Verkehrsbetriebe, die verkauften an eine 15-köpfige Krefelder Investorengruppe. Zwischenzeitlich kaufte es ein Unternehmen aus Hamburg, 1989 folgten dann die Schweden. Vor der Neueröffnung am Theaterplatz hatte dort zwischenzeitlich auch die Mediothek ihren Sitz.

Quelle: RP
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