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Krefelder Mutter soll Kinder aus Fenster geworfen haben
"Sie vermittelte den Eindruck, dass sie ihre Kinder abgöttisch liebte"

Staatsanwalt: erste Erkenntnisse zu Drama in Krefeld
Krefeld. In Krefeld hat sich am frühen Morgen ein Familiendrama ereignet. Eine Mutter soll ihre drei Kinder aus dem Fenster geworfen haben. Anschließend versuchte sie, sich selbst das Leben zu nehmen. Ein Passant fand die Kinder auf der Straße. Die Nachbarn sind erschüttert.  Von Joachim Nießen, Christoph Schroeter und Jens Voss

Das bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft in Krefeld unserer Redaktion. Die Frau (33) hat den bisherigen Ermittlungen nach drei Kinder (3, 5 und 6 Jahre alt) aus dem zweiten Stock des Wohnhauses geworfen. Die Tat ereignete sich um 4.30 Uhr am Montagmorgen. Ein zufällig vorbeikommender Passant hat die Kinder dort gefunden und die Rettungskräfte alarmiert. 

Anschließend habe die Mutter versucht, sich in der Wohnung das Leben zu nehmen. Sie konnte jedoch gerettet werden, sagte Staatsanwalt Thomas Pelka unserer Redaktion. Die Mutter und ihre Kinder befinden sich derzeit im Krankenhaus, die Kinder schweben in Lebensgefahr.

Bei dem Gebäude handelt es sich um eine ehemalige Gaststätte in Krefeld-Hüls. Die Mutter und ihre Kinder bewohnen die Dachgeschosswohnung im zweiten Stock des Hauses.

In der Dachgeschosswohnung ereignete sich die Tragödie. FOTO: dpa, mku gfh

Die Frau sei alleine in der Wohnung gewesen und habe sich zu den Vorwürfen bislang nicht äußern wollen. Sie stehe unter dringendem Verdacht. "Wir stehen noch ganz am Anfang." Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar, sagte Pelka.

Ein Anwohner aus dem Haus, der im Erdgeschoss Geschäftsräume unterhält, sagte spontan, als er von den Vorfällen erfuhr: "So wie ich sie kannte, hätte ich ihr das nicht zugetraut." Sie habe oft auf der Terrasse mit den Kindern gespielt. "Sie hat den Eindruck vermittelt, dass sie ihre Kinder abgöttisch geliebt hat."   

Der Kontakt war locker-nachbarschaftlich. Vor einem halben Jahr habe die Frau ihn angesprochen, wollte Fotos machen lassen, um sich als Tagesmutter zu bewerben. Danach sei aber nichts mehr gekommen.

Von ihrem Ehemann soll die Frau getrennt gelebt haben, sagen Nachbarn. Ein Anwohner berichtet, am frühen Morgen einen lautstarken Streit aus der Wohnung gehört zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hat noch bis Dienstag Zeit zu entscheiden, ob sie Untersuchungshaft oder die Einweisung der Frau in eine Psychiatrie beantragen wird.