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Krefeld
Ostwall-Haltestelle eröffnet – wieder frei für Autoverkehr

Krefeld Ostwall-Haltestelle ist wiedereröffnet
Die wiedereröffnete Ostwall-Haltestelle von oben. FOTO: Lammertz, Thomas
Krefeld. Nach einer Jahrzehnte währenden Debatte um die Ostwall-Sanierung und insgesamt neunjähriger Planungs- und Bauzeit ist die wichtigste Haltestelle Krefelds am Mittwoch offiziell wiedereröffnet worden. Damit ist der Ostwall auch wieder frei für den Autoverkehr. Von Jens Voß

Aber nur bei einer Höchstgeschwindigkeit von zehn Stundenkilometer, um den Charakter des "shared space" zu unterstützen. "Shared space" meint geteilten, gemeinsam genutzten Raum – hier von Autos, Bahnen, Bussen und Fußgängern.

Oberbürgermeister Frank Meyer, Carsten Liedtke, Vorsitzender der Stadtwerke Krefeld, und VRR-Vorstand José Luis Castrillo haben die Haltestelle mit dem markanten Glasdach symbolisch in Betrieb genommen. Die Reaktionen auf das politisch lange umstrittene Glasdach waren positiv: "Schön ist es", sagte Oberbürgermeister Meyer. Täglich steigen dort 40.000 Menschen um.

Oberbürgermeister Frank Meyer (M.), SWK-Vorstand Carsten Liedtke (r.) und VRR-Vorstand José Luis Castrillo durchschneiden das rote Band. FOTO: T.L.

Die Eröffnungsfeier war bescheiden gehalten, nachdem es immer wieder zu Verzögerungen der Fertigstellung kam. Auch zur Eröffnung fehlte noch ein Element des Glasdachs. So spielte die Kempener Big Band auf; es wurde keine Rede gehalten, sondern lediglich symbolisch ein rotes Band zur Freigabe der Haltestelle durchschnitten. Die Verzögerungen waren vom Einzelhandel heftig kritisiert worden. Auch die Stadtwerke waren alles andere als glücklich. Für sie bedeutete der Verlust ihrer größten Haltestelle monatlich Einnahmeausfälle von bis 100.000 Euro – und viel Unmut bei den Fahrgästen, die mit den provisorischen Ersatzhaltestellen klarkommen mussten. SWK-Vorstand Liedtke dankte dann auch an erster Stelle den Fahrgästen: Sie hätten "Umwege, Verzögerungen und Verspätungen in Kauf nehmen müssen"; Liedtke dankte auch den SWK-Mitarbeitern, die "viel Stress auf sich genommen, den Ärger der Fahrgäste aufgefangen und zig Überstunden gemacht haben, um den Betrieb aufrechtzuerhalten." Liedtke würdigte die Haltestelle als "neues städtebauliches Highlight für Krefeld".

Ostwall: Farbenspiel an neuer Haltestelle in Krefeld FOTO: Lothar Strücken

Vor allem die Lichteffekte des Glasdachs, die schon am Vorabend zu sehen waren und viele Passanten zu Handyfotos animierten, sorgten etwa bei Facebook in vielen Kommentaren für Zustimmung. Auch Vertreter des Einzelhandels zeigten sich bei der Eröffnung euphorisch: "Als ich heute Morgen hier vorbeigekommen bin, hatte ich schon Tränen in den Augen", sagte Christoph Borgmann, Vorstandsmitglied der Krefelder Werbegemeinschaft, "wir hätten nicht gedacht, dass es so gut aussieht. Es sieht super aus, das ist ein guter Schritt nach vorn und wichtig für die City."

Das Glasdach mit seinen 108 Einzelelementen ist 120 Meter lang, wiegt 100 Tonnen und hat mit Stahlkonstruktion und Beleuchtungselementen 3,28 Millionen Euro brutto gekostet und nicht, wie immer noch oft kolportiert wird, bei 20 Millionen Euro. Dieser Betrag meint die Baukosten für die komplette Sanierung der Haltestelle. Dafür gab es 9,21 Millionen Euro an Fördergeld; der Eigenanteil der Stadt lag bei 11,26 Millionen Euro; Gleisanlagen und die komplette Technik hätten ohnehin saniert und erneuert werden müssen.

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