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Krefeld
Familie entdeckt Schlange in Toilettenrohr

Krefeld: Handyvideo zeigt Schlange in Toilette
Krefeld. In einer Wohnung an der Dülkener Straße in Krefeld hat eine dreiköpfige Familie eine Schlange im Abfluss entdeckt, die sofort wieder verschwand. Gehört sie einem anderen Mieter? Ein Handyvideo dokumentiert den seltenen Fund.  Von Sebastian Peters

Seit Montag geht Familie H. aus Krefeld-Gatherhof nur noch mit großer Angst auf die Toilette. Die dreiköpfige Familie wohnt in einer Mietwohnung der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) an der Dülkener Straße und hatte am Montag Probleme mit einem verstopften Toilettenabfluss. Der 30-jährige Familienvater demontierte die Toilette, hielt eine Handykamera in das Abflussrohr. Als er sich mit seiner Frau nachher das Video ansah, traute er seinen Augen nicht: "Ein recht großer Schlangenkopf war zu sehen. Wir waren total geschockt." (Sehen Sie das Video hier im Original.) 

Die Angst ist seitdem bei der Familie groß, das Tier scheint zu leben. "Wir haben nur eine Toilette, wir müssen die weiter nutzen", sagt die Ehefrau, die den Namen aus Sorge vor einem Rechtsstreit nicht nennen will. Die Familie kontaktierte Behörden, Feuerwehr, Polizei, Schädlingsbekämpfer - keiner fand die Schlange.

Das Badezimmer der Familie H. an der Dülkener Straße. Am Montag machte der Familienvater dort einen erschreckenden Fund: Im Abfluss entdeckte er eine Schlange. Woher das Tier stammt, und wo es jetzt ist, bleibt ein Rätsel. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Laut Stadtverwaltung ist es grundsätzlich möglich, dass sich Schlangen in der Kanalisation aufhalten. Sprecher Manuel Kölker teilte auf Anfrage mit: "Es kommt immer wieder vor, dass Halter ihre Schlangen aussetzen oder dass Schlangen ausreißen."

Einer der Mieter, so berichtet die Ehefrau, halte sich privat Schlangen. Das Ordnungsamt hat den Mann bereits besucht. Stadtsprecher Kölker berichtet: "Dieser Reptilienhalter hält sich an die Vorschriften. Er vermisst keines seiner Tiere." Acht Parteien wohnen in dem Mietshaus Dülkener Straße, theoretisch könnte die Schlange auch in deren Abflüssen auftauchen.

Die Familie H. vor ihrem Haus an der Dülkener Straße. FOTO: T. L.

Die Stadt hat sich auch das Foto aus dem Abfluss angesehen. Sie hält es für zu undeutlich, um darauf eindeutig eine Schlange zu identifizieren. Das Bild wird nun dem Zoo vorgelegt. Schlangenexperten, die unsere Redaktion mit dem Bild konfrontierte, schätzen allerdings, dass es sich um eine Boa oder Python handeln müsse - beide sind ungiftig. Das Abflussrohr sei ca. 15 bis 20 cm groß, der Kopf der Schlange sei nur unwesentlich kleiner gewesen, sagt der Familienvater H.. Die Schlange könnte also eine Länge von bis zu drei Metern haben.

Die Familie H. ist auch aus anderen Gründen verärgert über den Nachbarn: Beim Besuch unserer Redaktion gestern vor Ort zeigte die Familie auch tote Futtertiere, die angeblich der Schlangenhalter vom Balkon geworfen hat. Im Rasen lagen tote weiße Ratten und Hühnerküken.

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Was die Verstopfung verursacht hat, bleibt unklar. Der Familienvater sagt, dass ihm beim Reinigen der Toilette ein Plastikteil in den Abfluss gefallen sei. Letztlich könne man aber nicht sagen, ob nicht auch die Schlange dafür verantwortlich war. Der LEG jedenfalls macht die Familie Vorwürfe. Die würde sich nicht um die Verstopfung kümmern. Die LEG weist diese Vorwürfe zurück. Man habe Rücksprache mit dem Mieter gehalten, der sich Schlangen hält. Ihm fehle keine Schlange. Die LEG sagte über eine Sprecherin weiter, man habe eine Rohrreinigungsfirma geschickt, die mit einer Spirale geprüft habe. "Auch hier bestätigte sich der Schlangenverdacht nicht." Die LEG will heute eine Kamera durch das Rohr fahren lassen.

Welche Zwischenfälle es noch mit anderen exotischen Tieren gab, lesen Sie hier.

Quelle: RP
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