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Outokumpu
Stahl aus Krefeld für neuen 392-Meter-Wolkenkratzer in China

Krefeld: Stahl für 392-Meter-Wolkenkratzer in China
Die City von Shenzen in China soll bis Ende des kommenden Jahres um eine Attraktion reicher sein: Die China Resources Group baut einen 392,5 Meter hohen Wolkenkratzer, in dem 1000 Tonnen Edelstahl von Outokumpu verbaut sein werden. FOTO: CLW
Krefeld. Outokumpu behauptet sich in der Höhle des Löwen - in Shenzen in China, 30 Kilometer Luftlinie von Hongkong entfernt. Ungeachtet des Vormarschs der Stahlproduzenten aus der Volksrepublik setzt der Mischkonzern China Resources Group für seinen Wolkenkratzer auf den Edelstahl aus Deutschland. Von Norbert Stirken

Der Aufschwung beim finnischen Stahlkonzern Outokumpu lässt sich nicht nur an den Zahlen ablesen. Die Wende ist vollzogen. Der Konzern mit Deutschlandsitz in Krefeld schrieb zuletzt wieder schwarze Zahlen. Die Leistungsstärke und die weltweite Nachfrage auf dem Edelstahlsektor unterstreicht nun ein Auftrag aus China.

Ausgerechnet aus China, möchte man hinzufügen. Die Volksrepublik war in Europa mit Überkapazitäten und Dumpingpreisen für Stahl in die Kritik geraten. Dass die China Resource Group ihren repräsentativen 392,5 Meter hohen Wolkenkratzer mit 71 Stockwerken in Shenzen aus Produkten von Outokumpu bauen lässt, unterstreicht das Renommee deutscher Wertarbeit.

Im Kaltwalzwerk in Dillenburg wurde der Edelstahl in der Oberflächenausführung "Deco Linen" für die Fassade des Wolkenkratzers gefertigt, die Logistik in Krefeld koordiniert. FOTO: Outokumpu

Die gesamte Vertriebskoordination und die technische Beratung für dieses Projekt wurde seitens des global tätigen Architektur-Segmentvertriebsteams von Outokumpu am Standort Krefeld an der Oberschlesienstraße in Kooperation mit dem Salesteam in China durchgeführt. Die 1000 Tonnen Edelstahl von Outokumpu kommen aus dem Kaltwalzwerk in Dillenburg und wurden in der Oberflächenausführung "Deco Linen" gefertigt und nach China geliefert.

Die Firmenzentrale des Mischkonzerns im Wolkenkratzer soll bis 2018 fertiggestellt werden. Er wurde von den Architekten der Firma KPF (Kohn Pedersen Fox) unter anderem mit Filialen in Köln und Hongkong entworfen. Er hat 56 äußere Edelstahl-Stützen, die als Träger für die Glasfassade dienen. So wird eine charakteristische Form geschaffen, ohne dass innere Säulen benötigt werden, um eine offene Raumaufteilung zu ermöglichen.

Shenzhen grenzt an Hongkong am südchinesischen Meer und liegt direkt in Chinas hoch industrialisiertem Perlflussdelta. Die Stadt ist eines der wichtigsten Wirtschaftszentren des Landes. Die China Resources Group gehört laut dem Wirtschaftsmagazin Fortune zu den 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt. Der Konzern entschied sich bewusst für einen Standort an der Bucht von Shenzhen, der einen einmaligen Blick auf die geschäftige Hafenstadt bietet. Im Fokus des neuen Projekts steht der innovative Wolkenkratzer mit 71 Stockwerken, wobei sich vier davon unter der Erde befinden.

Dank eines kreisförmigen Grundrisses, der immer kleiner wird, gipfelt der Wolkenkratzer in einer Spitze, die in den Himmel ragt. Damit das Gebäude über den erforderlichen Halt und die strukturelle Integrität verfügt, um schweren Monsun-Regenfällen standzuhalten, ohne aber dabei seine ästhetische Wirkung zu verlieren, haben die Designer eine Reihe einzigartiger Außenstützen in Spiralform integriert: 28 Stützen sorgen für eine diamantähnliche Form am Fuß des Wolkenkratzers. Diese Form spiegelt sich mit weiteren 28 Stützen im oberen Bereich des Gebäudes wider.

Damit das Bauwerk auch auf lange Sicht dem Wetter und den Jahren trotzen kann, ist Edelstahl genau die richtige Wahl für die Fassadenkonstruktion: Aufgrund seiner Beschaffenheit ist Edelstahl langlebiger als andere Materialien wie Aluminium, und Reinigung und Wartung sind einfacher durchzuführen. Dank der Korrosionsbeständigkeit und des reduzierten Wartungsbedarfs wird Edelstahl gerne für Projekte in Küstenregionen eingesetzt. Da Shenzhen am Meer liegt, sind Luft und Regen aufgrund des Salzgehalts und des feuchten Klimas - anders als bei Städten im Landesinneren - korrosiver.

Quelle: RP
 
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