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Poller aufgestellt
Streit um "asymmetrisches Parken" in Krefeld

Krefeld: Streit um asymmetrisches Parken am Willy Hermes Dyk
Anwohnerin Martina Krebbers ärgert sich über diese Poller am Willy Hermes Dyk,die die Verwaltung nach Drängen eines einzelnen Anwohners hat setzen lassen. FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Wirbel am Willy Hermes Dyk in Krefeld: Werden durch parkende Autos Schulkinder gefährdet? Oder hat ein Anwohner mit diesem Argument seine Interessen durchgesetzt und mit Hilfe der Verwaltung unliebsame Parkplätze mit Pollern abgrenzen lassen? Von Carola Puvogel

Auf Initiative eines einzelnen Anwohners sind am Willy Hermes Dyk, einer kleinen Sackgasse in der Nähe der Montessori-Schule, vor kurzem drei Poller gesetzt worden, die das Parken auf dem Seitenstreifen der Straße unterbinden. Diese von der Stadt durchgeführte Maßnahme sorgt für Unruhe in der Nachbarschaft. Denn, so schätzt Martina Krebbers: "70 Prozent der Anwohner hätten diese zwei bis drei Parkplätze gern behalten".

Sie glaubt, dass die Verwaltung sich von den privaten Interessen des Beschwerdeführers hat instrumentalisieren lassen. "Er hat das Tiefbauamt aus rein persönlichen Gründen so lange mit Anfragen und Fotos bombardiert, bis man sich dort genötigt sah, zu reagieren", meint Krebbers. Ihrer Meinung nach gibt es keinen sachlichen Grund für das Setzen der Poller: "Es geht einzig und allein darum, dass dieser Anwohner die Symmetrie liebt und diese Parkplätze aus seinem Blickfeld verschwinden sollten."

Nachbarschaftlicher Zoff am Willy Hermes Dyk: Dieser Zettel war unter dem Wischer eines zwischen den Pollern parkenden Autos befestigt. FOTO: cpu

Anwohner legte mehrfach Fotos vor

Die Stadt bestätigt auf Anfrage, der Anwohner habe "mehrfach das asymmetrische Parken mit einer Fülle von Fotos" belegt. Daraufhin habe die Verkehrsschau sich die Örtlichkeit angeschaut und sei, so ein Stadtsprecher, zu dem Ergebnis gekommen, dass das Parken deshalb als verkehrsgefährdend einzustufen sei, weil Schüler der Maria-Montessori-Schule diese Örtlichkeit als Schulweg nutzen.

Für Krebbers drängt sich der Gedanke auf, dass man bei der Verwaltung schlichtweg klein beigegeben habe, um Ruhe zu haben. "Ich kann nicht verstehen, dass eine solche Maßnahme, die alle hier betrifft, durchgeführt wird, einfach nur, weil ein einzelner Bürger das so will. Hier in der Sackgasse fahren nur Anwohner, und es ist in 25 Jahren noch nie was passiert, obwohl hier morgens seit Jahr und Tag unzählige Schulkinder vorbeiradeln."

Vorne: Der gepflasterte Radweg, den Schüler nutzen, um auf den Willy Hermes Dyk zu fahren. Die Parkplätze, die abgepollert sind, waren "verkehrsgefährdend". FOTO: Carola Puvogel

"Beim nächsten Mal zeige ich dich an"

Die Ansicht der Experten in der Verkehrsschau, dass das Parken verkehrsgefährdend für Schulkinder ist, teilt sie nicht. Insbesondere, seit der Beschwerdeführer ihrem Sohn, der dennoch zwischen den Pollern geparkt hatte, einen Zettel unter den Scheibenwischer geklemmt hat, ist für sie klar, dass es dem Nachbarn in der Sache keineswegs um eine Gefährdung von Schulkindern geht, sondern einzig darum, seine eigene Sicht der Dinge durchzusetzen. Auf dem handgeschriebenen Zettel heißt es wortwörtlich: "Ich habe von der Stadt die Baken aufstellen lassen, weil mir der Parkvandalismus hier in der Straße auf die Eier geht." Und: "Beim nächsten Mal zeige ich dich an."

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Martina Krebbers meint: "Die Verhältnismäßigkeit für eine solche Baumaßnahme ist einfach nicht da. Es gibt doch in Krefeld so viele Stellen, wo das Tiefbauamt Geld und Ressourcen besser investieren könnte, als, wie hier, auf Beschwerden einer einzelnen Person einzugehen." Rund 250 Euro kostet nach Angaben der Stadt jeder einzelne Poller am Willy Hermes Dyk. Und, so ein Stadtsprecher: "Wahrscheinlich wird in absehbarer Zeit noch ein vierter Poller gesetzt werden müssen, um den Schulweg sicher freizuhalten." Die Gesamtkosten für die Maßnahme betragen somit rund 1000 Euro.

Quelle: RP
 
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