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Eröffnung der Niepkuhlenbrücke
Krefeld verlegte "Brückentag" auf Samstag

Die Niepkuhlenbrücke in Krefeld ist eröffnet
Krefeld. Die Feier zur Eröffnung der neuen Niepkuhlenbrücke - 2144 Tage nach deren Sperrung - wurde so gut angenommen, dass Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel vorschlug, künftig jedes Jahr einen Niepkuhlentag zu feiern. Von Carola Puvogel

Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel hat genau mitgezählt: 2144 Tage war die Niepkuhlenbrücke gesperrt - das waren, rechnet er vor, fünf Jahre, zehn Monate, eine Woche und sechs Tage. Doch jetzt ist die Überquerung des Gewässers in Traar wieder möglich. Denn am Samstag wurde die neue Brücke mit einem großen Fest und sympathischem Rahmenprogramm eröffnet.

Hunderte sind gekommen, um das Bauwerk zu inspizieren - so viele, dass einige Besucher laut die Frage in den Raum stellen, ob die Konstruktion denn überhaupt stabil genug sei, um dem Massenansturm standzuhalten. Sie ist es: Als Oberbürgermeister Frank Meyer um kurz nach 11 Uhr den Festakt mit einer kleinen Ansprache eröffnet, drängen sich die Menschen dicht an dicht auf dem rund 90 Meter langen Bauwerk aus Holz und Stahl. Einige Wagemutige wollen mit dem Fahrrad queren, doch es gibt erst mal kein Durchkommen.

Selbst Meeresgott Poseidon war per Ruderboot erschienen, um zur Eröffnung der Niepkuhlenbrücke zu gratulieren. FOTO: Lammertz Thomas

"Wir Krefelder haben unseren eigenen Kopf", scherzt Meyer, der selber mit dem Fahrrad zum Termin gekommen war, "wir krempeln den Kalender einfach um und feiern unseren Brückentag einen Tag später als der Rest Deutschlands." Er lobte die Brücke als "schlicht und ansehnlich". Sie verbinde schönste Krefelder Gebiete, den Egelsberg und den Hülser Berg. Das sei die 400.000 Euro, die die Brücke gekostet hat, auf jeden Fall wert.

Meyer versprach, die Stadt werde nun jedes Jahr Geld in die Hand nehmen, um die Niepkuhlenbrücke diesmal rechtzeitig und in ausreichendem Umfang zu warten und zu pflegen. Das Vorgänger-Bauwerk aus Holz hatte nur 14 Jahre gehalten, Grund für den schnellen Verfall waren auch Wartungsmängel. Darüber wollte Bezirksvorsteher Merkel gern den "Nebel der Niepkuhlen" legen. Er wertete das Ende der "Warte- und Leidenszeit" als "schönen Tag für alle Krefelder" und überraschte den Oberbürgermeister und die Zuhörer mit einem sympathischen Vorschlag: Merkel regt an, von nun an in jedem Jahr einen "Niepkuhlentag" zu feiern und so eine neue Tradition zu schaffen. Er selber wolle bei der Planung mitwirken und warb um Mitstreiter für seine Idee. Die Niepkuhlen seien ein magischer Ort mit einzigartiger Atmosphäre.

Davon konnten sich auch die vielen Besucher überzeugen: strahlend blauer Himmel über dem märchenhaft glitzernden Gewässer mit unendlich vielen grünen Tupfen aus Seerosenblättern. Die Idee des Stadtmarketings unter Leitung von Ulrich Cloos, dass Anwohner ihre Boote bunt schmücken und dafür prämiert werden, kam super an: Etliche Paddelboote sorgten mit ihren kreativen Verzierungen für gute Laune: Meeresgott Poseidon, die Blumenfrauen oder gar eine "einsame Insel" mit Palmendach.

Radfahrer hatten ihre Drahtesel mit Blumen verziert, um sich ebenfalls dem knallharten Urteil der Juroren, Kindern der Elterninitiative "Waldameisen", zu stellen. Auf der mit Kunst und Skulpturen dekorierten Picknickwiese gleich in der Nähe waren die Schattenplätze schnell vergeben und gute Laune allgegenwärtig - ein rundum gelungener Tag an Krefelds neuer Niepkuhlenbrücke. Und vielleicht nicht der letzte seiner Art, wenn Wolfgang Merkels Idee vom jährlichen "Niepkuhlentag" Unterstützer findet.

Quelle: RP
 
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