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Krefeld
Krefeld wird Andritz-Vorbild für die Welt

Krefeld: Krefeld wird Andritz-Vorbild für die Welt
Das neue Servicecenter von Andritz Separation in Krefeld bedient Kunden im Bereich der Fest-Flüssig-Trennung im deutschen und benachbarten Markt. FOTO: AS
Krefeld. Die Firma Andritz Separation nennt ihre neue 3500 Quadratmeter große Wartungs-, Reparatur- und Servicehalle in Krefeld bescheiden Shop. In Wirklichkeit bedeutet das neue Kompetenzzentrum eine Revolution in der Kundenbetreuung, die der Konzern nach der Erprobung in der Seidenstadt weltweit in 40 Ländern zum Vorbild nehmen will. Schon im kommenden Jahr soll der Betrieb an der Eduard-Küsters-Straße in drei Schichten laufen. Von Norbert Stirken

Krefeld ist für das Kölner Unternehmen Andritz Separation der geeignete Standort, um seine Innovation auf dem Servicesektor zu realisieren. Eine 3500 Quadratmeter große Halle, die Andritz Küsters der Sparte Separation (Filtertechnik) zur Verfügung stellte, optimierten die Verantwortlichen für die Wartungs- und Reparaturarbeiten eigener und fremd produzierter Maschinen ihrer Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Wir sparen Zeit und Geld, weil wir keine unnötigen Pausen und Wege mehr machen müssen", erklärte Thomas Bachhofner, Senior Vice President, aus der Andritz-Konzernzentrale in Wien.

Von der Gladbacher Straße zu sehen: Das Firmengelände der Andritz Küsters GmbH, auf dem jetzt auch Andritz Separation ansässig ist. FOTO: Thomas Lammertz

Eine Million Euro hat die Investition in den Umbau der Halle verschlungen, zu dem auch ein Bunker gehört, in dem Zentrifugen mit Maximalgeschwindigkeit getestet werden können. "Wir starten hier unsere weltweite Initiative, wie wir uns servicemäßig aufstellen wollen", berichtete Bachhofner. Derzeit arbeite die Belegschaft mit 45 Beschäftigten in eineinhalb Schichten. Demnächst sollen es drei Schichten mit dem notwendigen Personal mehr werden. Darüber hinaus wolle Andritz Separation auch mit der Ausbildung beginnen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Schon heute fehle es an Programmierern und Zerspanern.

Andritz Separation liefert maßgeschneiderte Lösungen für die Filtertechnik im Bergbau, in der Umwelttechnik, der chemischen Industrie und der Lebensmittelbranche. Die Großmaschinen verfügten über eine immer länger werdende Lebensdauer, und so bekämen der Service-, Anpassungs- und Optimierungsanspruch immer größere Bedeutung. Unter dem Dach von Andritz versteckten sich weltbekannte Maschinen wie die von Klöckner Humbold Deutz (KHD) oder Krauss Maffei. Das Krefelder Kompetenzzentrum solle auch ein zentraler Standort für Großmaschinen aus ganz Europa, aus Russland und Asien werden.

Andritz Separation liefert Lösung für mechanische und thermische Filterungen von Flüssigkeiten. Ein wichtiger Teil nehmen die Zentrifugen ein, die Feststoffe quasi herausschleudern. Bei der thermischen Trennung der ungewünschten Stoffe wird die Flüssigkeit verdampft und wieder kondensiert.

In Krefeld kann Andritz Separation seine Maschinen den Neukunden vorführen. Zentrifugen seien schnell drehendes Equipment, für das besonderer Arbeitnehmerschutz zu berücksichtigen sei. Im vergangenen Jahr installierte das Unternehmen unter anderem rund 500 Zentrifugen, 300 Filterpressen, 30 Eindicker, 100 Bandpressen, 20 Vakuumfilter, 110 Separatoren, 30 Trennfilter und 50 thermische Systeme neu. Weltweit seien 55.000 Andritz-Produkte im Einsatz. Der Service-Markt für Beratung, Weiterentwicklung und Reparaturen sei riesig, erklärten die Verantwortlichen.

Andritz Separation ist ein Global Player mit festem Standbein in Krefeld an der Eduard-Küsters-Straße. In Singapur hat das Unternehmen den größten Schlammtrockner der Welt gebaut, in der Mongolei die größte Wasserrückgewinnungsanlage mit drei Millionen Kubikmetern im Jahr. 90 Prozent des weltweiten Babymilchpulvers wird mit Andritz-Technik getrocknet. 2000 Spezialisten kümmern sich um die Entwicklung neuer Verfahren zur Fest-Flüssig-Trennung. Die Andritz-Gruppe verfügt über 220 Fertigungsstandorte rund um den Globus.

Der Verwaltungsteil von Andritz Separation ist auch weiterhin in der Domstadt am alten Standort ansässig. "Die Büros bleiben dort", sagte Bachhofner und stammten noch aus der Zeit der KHD Humbold Wedag, die mittlerweile zum Konzern der österreichischen Aktiengesellschaft.

Quelle: RP
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