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Krefeld
Krefeld zählt zu Hauptstädten der Hundehalter in Deutschland

Krefeld: Krefeld zählt zu Hauptstädten der Hundehalter in Deutschland
Die Stadtverwaltung hat mit ihrer Ankündigung, die Haushalte in der Stadt zu überprüfen, ob dort unangemeldete Hunde leben, Erfolg gehabt. Eine Vielzahl von Haltern hat das Versäumnis nachgeholt. Die Kommune hat in diesen Fällen auf die Erhebung eines Bußgeldes verzichtet. FOTO: Bsen.
Krefeld. Mit 58 Hunden auf 1000 Einwohner ist Krefeld eine der Hauptstädte für Hundehalter in Deutschland. In nur wenigen Kommunen leben so viele Vierbeiner im Verhältnis zur Bevölkerungszahl wie in der Seidenstadt. Der Durchschnitt liegt in Nordrhein-Westfalen bei vier Prozent, in Brandenburg als Spitzenreiter bei fünf Prozent. Von Norbert Stirken

Krefeld ist die Stadt der Hunde. Und das ganz offiziell. Mittlerweile sind viele Vierbeiner von ihren Haltern angemeldet und damit legalisiert worden. Die Ankündigung der Stadt, eine Fachfirma damit beauftragen zu wollen, alle Krefelder Haushalte zu überprüfen, ob dort nicht gemeldete Hunde leben, hat somit bereits Erfolg gezeigt. Die Zahl der steuerlich erfassten Tiere stieg innerhalb eines Jahres von 11.960 auf 13.409 erfasste Vierbeiner. Der Plan, eine "Hundepolizei" loszuschicken, habe sich damit gleichsam erledigt. Das Ziel, durch eine bessere Erfassung der Tiere jährlich rund 125.000 Euro Hundesteuer mehr einzunehmen, sei erreicht, berichtet die Stadtverwaltung in ihrer Beratungsvorlage für die Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften, der am Dienstag, 29. November, im Rathaus tagt.

Die Luft nach oben ist quasi so dünn, dass die einst beabsichtigte Vorgehensweise keinen Erfolg mehr verspricht. Mit derzeit 58 steuerlich erfassten Hunden pro 1000 Krefelder habe die Stadt bundesweit einen Spitzenplatz erreicht. Die Investition von knapp 100.000 Euro in eine Fremdfirma erscheint vor dem Hintergrund als herausgeworfenes Geld. Aus diesem Grund nimmt die Verwaltung von ihrer ursprünglichen Absicht Abstand.

Mit einer solchen Entscheidung wäre ein angenehmer Nebeneffekt verbunden, teilt die Stadtverwaltung mit. So genannte Trittbrettfahrer würden vermieden, die sich illegal unter Berufung auf eine laufende Erhebung Zutritt zu Wohnungen verschafften oder gar vermeintliche Steuerrückstände in bar kassieren möchten. "Andere Städte haben solche Erfahrungen bereits gemacht", heißt es. Gleichwohl schlägt die Kommunalverwaltung vor, mit eigenen Fragebögen eine "Eigenerhebung" in den Krefelder Stadtbezirken durchführen zu wollen. Sollte sich herausstellen, dass die Anstrengungen unverhältnismäßig im Vergleich zu Kosten und Ergebnis wären, würde das Bemühen vorzeitig eingestellt. Andernfalls solle der Versuch, weitere Hundehalter zu ermitteln, die ihre Vierbeiner nicht ordnungsgemäß gemeldet hätten, bis Ende des Jahres 2018 fortgeführt werden. Gegen diejenigen, die in einer Übergangszeit bis Ende dieses Jahres ihren Hund bei der Stadt noch anmelden, werde kein Bußgeld verhängt, verspricht die Kommune.

Die Stadtverwaltung hatte Anfang des Jahres rund 12.000 Hundesteuerbescheide an alle Krefelder Hundehalter verschickt. Mit diesen Bescheiden wurde das vom Stadtrat beschlossene Satzungsrecht mit den seit dem 1. Juli 2015 geltenden höheren Steuersätzen umgesetzt. Die Stadt rechnete für 2016 mit 1,5 Millionen Euro Einnahmen aus der Hundesteuer. Das sind 300.000 Euro mehr als 2015.

Quelle: RP
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