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Krefeld
Krefelder bejubeln Konzert der Schwarzmeer-Kosaken

Krefeld. Mit Vorschusslorbeeren hatte der berühmte Chor um den einstigen Schlagerstar Peter Orloff nicht gegeizt: "Stimmen, so groß und schön wie Russland" oder "Orloffs Wunderchor". Die Erwartungen des Publikums beim Neujahrskonzert der Schwarzmeer-Kosaken in der ausverkauften Alten Kirche wurden allerdings nicht enttäuscht.

Das Repertoire des Chors erstreckt sich von russischen Volksballaden ("Stenka Rasin"), über italienische Opernarien (Gefangenenchor aus "Nabucco") bis zu russisch-ukrainischen Impressionen ("Von Kiew nach St. Petersburg"). Die Darbietungen der sechs stimmgewaltigen Sänger sind beeindruckend. Nicht selten fühlte man sich in eine andere Zeit versetzt, in das alte Russland, wo Heldenlieder an Lagerfeuern gesungen und rauschende Ballnächte in schmuckvollen Sälen gefeiert wurden. Einige Chormitglieder (Stefan Arininsky, Nasko Kirtscheff und Vladimir Kuzmenko) sind an europäischen Opernbühnen zuhause und verfügen neben ihren stimmlichen Leistungen über schauspielerische Qualität. Die Instrumentalvirtuosen Irina Kripakova (Domra, kleines Zupfinstrument), Ilya Kurtev (Bajan, russisches Knopfakkordeon) und Slava Kripakov (Bassbalalaika und temperamentvoller Bariton), begleiteten den Chor meisterhaft. Sie spielten mit Leidenschaft und Hingabe wie die Sänger. Peter Orloff führte mit Showmasterqualität durchs 90-minütige Programm und gab jedem Sänger solistischen Raum: Spätestens zur Pause war das Publikum hingerissen von den starken Tenören und nachtschwarzen Bässen. Bei jedem Lied suchten die Sänger die Nähe zum Publikum. Am besten gelang es dem strahlenden Tenor Vladimir Kuzmenko bei der Ballade "Duschetschka" (Ach, mein Seelchen). Er nahm eine Frau aus dem Publikum zur Seite, führte sie in ergreifenden Posen durch die Kirche und beendete das Lied mit einem Kniefall. Das Publikum jubelte bei Standing Ovations.

(isa)
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