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Krefeld
Krefelder Bürger haben 75.000 Euro für Flüchtlingsarbeit gespendet

Krefeld. Rund 75.000 Euro haben Krefelder Bürger in den vergangenen zwei Jahren auf das eigens eingerichtete Spendenkonto für Flüchtlinge überwiesen. Fast alle Eingänge waren kleinere Beträge - mal 20 Euro, dann wieder 50 - wie Eva Renard, zuständige Sachbereichsleiterin beim Caritasverband, berichtet. Der Caritasverband führt im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände (AGW) Krefeld das Spendenkonto. Mit dem Geld, so erzählt Ute Richter vom Flüchtlingsrat, konnten bereits viele Hilfen für Menschen, die vor Krieg und Not geflüchtet sind, ermöglicht werden. Von Carola Puvogel

Nachdem im März 2015 die erste Privatspende in Höhe von 30 Euro eingegangen war, füllte sich das Konto immer wieder mit kleinen und großen Summen. Die größte Spende in Höhe von über 12.000 Euro kam anlässlich der Beerdigung von Ulrich Hahnen, dem langjährigen Krefelder SPD-Politiker und Landtagsabgeordneten, zusammen. Die Familie hatte auf Kranzspenden verzichtet.

Über die Ausgabe der Mittel des Spendenkontos entscheidet ein Vergabeausschuss, an dem der Flüchtlingsrat, der Katholikenrat, die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände und der Caritasverband beteiligt sind. Mit dem Geld wird vor allem ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge in Krefeld unterstützt: "Über 85 verschiedene Projekte konnten wir bis heute mit den Mitteln finanzieren", bilanziert Renard. So wurden Stifte, Bücher und weiteres Material für Sprachkurse und Willkommensmappen angeschafft, es wurden Spielgruppen für Flüchtlingskinder ermöglicht, Ausflüge und Führungen sowie weitere Freizeitaktivitäten organisiert.

Renard: "Uns ist es immer wichtig, ehrenamtliches Engagement zu unterstützen und unkompliziert zu helfen." Gut erinnert sie sich noch an eine Aktion im Winter, als mit Unterstützung des Spendenkontos eine größere Gruppe von Flüchtlingskindern mit warmen Schuhen ausgestattet wurde. "So viele Kinderschuhe in kleinen Größen waren bei den Sachspenden, die ja ansonsten auch großzügig in unserer Caritas-Kleidertruhe angekommen sind, einfach nicht vorhanden." Ähnlich sah es auch mit Kinderwagen aus. Keine Chance auf Förderung haben jedoch Leistungen, die eigentlich von gesetzlicher Seite zur Verfügung gestellt werden.

Aktuell seien noch rund 5000 Euro auf dem Konto; und mit dieser Feststellung verbindet sich der Appell an Krefelder Bürger, die Flüchtlingsarbeit weiter mit Spenden zu unterstützen. "Denn auch wenn derzeit kaum noch Flüchtlinge ankommen und die Zelte in Traar und Hüls fast leer sind: die Arbeit, zum Beispiel in Sprach- und Alphabetisierungskursen, geht dennoch weiter", sagt Ute Richter. "Die vielen verschiedenen ehrenamtlichen Gruppen, die sich in Krefeld in der Flüchtlingsarbeit engagieren, leisten für diese Menschen einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung ihrer Situation und den Beginn einer Integration."

Das Spendenkonto "Flüchtlinge in Krefeld" hat die Nummer: DE66 3205 0000 0000 0055 53

Quelle: RP
 
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