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Krefeld
Krefelder Design von damals und heute

Krefeld. Eine Ausstellung auf Burg Linn zeigt die unterschiedlichen Arbeitsmethoden der Textiler. Von Mojo Mendiola

Das Museum Burg Linn zeigt in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein die Ausstellung "Dialog", und damit ist der Gedankenaustausch zwischen alten und neuen Arbeitsmethoden der Oberflächengestaltung gemeint.

Den Fachbereich Design gibt es in Krefeld noch, den einst so virulenten Schwerpunkt Textildesign allerdings nicht mehr. Und doch wirken die Techniken und Fähigkeiten, die einst speziell im textilen Bereich entwickelt wurden, bis heute fort und werden von namhaften Betrieben in der Region auch gefragt. Nur, dass in diesen Betrieben kaum noch textile Produkte gefertigt werden. Die Digitalisierung der Arbeitsprozesse macht es heute möglich, jedes denkbare Motiv auch auf Keramik, Laminat, Metall oder andere Untergründe aufzubringen und zum Beispiel für Autohersteller oder Fliesenfabrikanten nutzbar zu machen.

"Am Anfang aber", so betont Design-Dozentin Angelika Rösner, "stehen immer noch Kreativität und Handarbeit". Sie lehrt nicht nur, sie forscht auch und hat für diese Ausstellung Beispiele von mittelalterlichen Sandsteinbauten in Städten wie Stuttgart, Essen, Xanten und Krefeld gesammelt und mit der Unterstützung einer Vielzahl namhafter Unternehmen aus der niederrheinischen Industrie in textile Objekte umgesetzt. Glatte und ornamentgeschmückte Flächen, Skulpturen und Turmfenster-Butzen der Burg Linn dienten als Vorlage für Gewebe in Teppich- oder Vorhangform, die teilweise auf italienischen oder iranischen Webstühlen realisiert wurden.

"Hier zeigen wir Unikate, in unserer industriellen Praxis werden aus solchen Vorlagen dann für jedermann erschwingliche Massenprodukte", erläutert Josi Brunner. Sie und ihre Kollegin Kerstin Spelters sowie Ferdinand Wulf repräsentieren ihre jeweiligen Firmen bei der Ausrichtung der Schau. "Wir freuen uns, uns auf diese Weise einzureihen in die lange Tradition des Krefelder Designs", sagt Christoph Dautermann, stellvertretender Museumsleiter, und sein scheidender Chef Christoph Reichmann erinnert daran, dass "das Sammeln künstlerischer Ideen für die industrielle Weiterentwicklung ein zentraler Gründungsgedanke für das Kaiser-Wilhelm-Museum war."

So kann man in der Ausstellung nicht nur das Ideen gebende historische Objekt mit der aktuellen textilen Umsetzung vergleichen, sondern gleichzeitig einen Eindruck davon gewinnen, was momentan noch greifbar ist von der großen Tradition des Krefelder Textildesigns - quasi als Basiskultur für niederrheinisches Oberflächendesign in der heutigen Produktwelt.

Ausstellung "Dialog" im Museum Burg Linn, Ausstellungsdauer 19. Juni bis 3. Oktober, Besichtigung dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr

Quelle: RP
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