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Krefeld
Krefelder erstellen Literaturkanon

Krefeld. Im November erscheint ein Buch, das darlegt, was die Krefelder lesen. Unter dem Titel "100 Leser - 100 Bücher" stellen Oberbürgermeister, Theaterintendant und andere Krefelder ihre Lieblingslektüre vor. Von Petra Diederichs

Das Nibelungenlied, der Faust, der Zauberberg und die Blechtrommel hat der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki in seinem Kanon der Deutschen Literatur aufgeführt. Literatur-Papst hin, epochale Werke her: Was liest Theaterintendant Michael Grosse, wenn er kein Textbuch studiert? Schätzt Polizeipräsident Rainer Furth am Abend Krimis? Und zu welchem Buch greift Evelyn Buchholtz privat, die als stellvertretende Leiterin der Mediothek dienstlich eine immense Auswahl hat? Ab November wird es Antworten auf solche Fragen geben. Dann soll der "Krefelder Kanon der Literatur" erscheinen.

"20 Städte in Deutschland haben bereits so einen Kanon - von Aachen bis Wuppertal", sagt Ina Coelen. Die Krimiautorin und Mediotheksleiter Helmut Schroers waren sich einig: Das sollten wir in Krefeld auch realisieren. "Literatur-Ratgeber mit gut gemeinten Tipps, welche Bücher man unbedingt lesen sollte, gibt es viele. Viel spannender ist es doch, zu erfahren, was in unserer Stadt tatsächlich gelesen wird", findet Coelen. Deshalb hat sie gemeinsam mit Schroers die Idee aufgegriffen, die ein Essener Buchhändler als Erster umgesetzt hat. 100 Leser - 100 Bücher ist ihr Ziel. Ob Kinderbuch oder Thriller, Klassiker oder aktueller Bestseller: Krefelder quer durch die Generationen, Berufe und Literaturvorlieben sind aufgerufen, ihre Lieblingslektüre vorzustellen, das Buch, das sie für das wichtigste ihres Lebens halten, das sie am meisten berührt hat oder das sie am häufigsten gelesen haben. "Das ist für alle Beteiligten eine kleine Mühe, aber daraus wird am Ende ein großes Lese-Vergnügen für unsere Stadt", sagt Mediotheksleiter Schroers. Und es soll das "Leseprofil" Krefelds spiegeln.

Mehr als 50 Krefelder haben ihre Mitwirkung bereits zugesagt. Darunter sind der Oberbürgermeister, der Theaterintendant, der Polizeipräsident. Hundert Rezensionen sollen in einem "edel gestalteten und in Leinen gebundenen Buch" erscheinen, betont Schroers. Anfang November soll der Krefelder Literaturkanon ausgeliefert werden.

Zur Einstimmung aufs Projekt gibt es Montag, 27. April, einen literarischen Abend im Café Coelen, Theaterplatz: Ab 19 Uhr werden bekannte Krefelder unter dem Motto "Herzensbücher" von ihrem Literaturschätzchen berichten und daraus vorlesen: unter anderem mit: Bibliothekarin Evelyn Buchholtz sowie Jazzmusiker und Stadtführer Uli Pudelko. Teilnahmeformulare gibt es ebenfalls im Café Coelen.

Quelle: RP
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