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Krefeld
Krefelder Firma erwartet IHK-Gäste in ihrem polnischen Werk

Krefeld. Die Gemo G. Moritz GmbH & Co KG fertigt in Chorzow Teile für die Automobilindustrie. Die IHK will bei einer Unternehmerreise Einblicke in einen wachsenden Markt ermöglichen.

Mit einem Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent zählte Polen im vergangenen Jahr zu einem der am stärksten wachsenden Märkte Europas. Das Krefelder Unternehmen Gemo G. Moritz GmbH produziert in ihrem Werk in Chorzow Teile für die Automobilindustrie. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein lädt nun zu einer Fahrt ein, um sich vor Ort zu informieren. "Der positive Trend im Wirtschaftswachstum soll sich in diesem und im kommenden Jahr fortsetzen", erklärt Jörg Raspe, IHK-Außenwirtschaftsberater im Geschäftsbereich International. Gründe für die gute Entwicklung sind ein starker Binnenkonsum, steigende Ausfuhren und Fördermittel der Europäischen Union. "Durch diese guten Konjunkturaussichten steigen auch die Investitionsplanungen der polnischen Unternehmen", so Raspe. "Hier ergeben sich zusätzliche Chancen für deutsche Firmen."

Unternehmer können sich bei einer Reise nach Kattowitz einen eigenen Eindruck von diesem wachsenden Markt machen. Die Region Schlesien, mit der Hauptstadt Kattowitz, ist eine der stärksten Polens. Neben der Automobilindustrie haben sich dort auch Betriebe aus der Elektroindustrie, dem Maschinenbau, der Logistik sowie zahlreiche Dienstleister niedergelassen. Als Beispiel wird im Rahmen der Reise die polnische Niederlassung der Krefelder Firma Gemo G. Moritz GmbH & Co. KG besucht. Das Krefelder Unternehmen wird heute in der dritten Generation von Detlev G. Moritz geführt und stellt heute - neben Antriebs-, Verstell-, Schneckenwellen und Seilzügen - immer noch biegsame Wellen für mechanische Tachometer her, etwa als Ersatzteil für den VW-Käfer. Großvater Bruno gründete 1922 zusammen mit seinem Bruder Max das Unternehmen in Berlin und nannte es Gemo, was schlicht für "Gebrüder Moritz" steht. Bruno Moritz hatte eine bahnbrechende Erfindung gemacht. Er entwickelte eine Maschine, die endlos biegsame Wellen herstellen konnte. In Handarbeit waren die Wellen vorher mühevoll auf der Drehbank zusammengesetzt worden. Längen von zehn bis 15 Metern waren maximal möglich. Bruder Max brachte das nötige Geld mit, um zusammen eine eigene Firma aufzubauen und die Erfindung selber zu vermarkten. Bereits 1934 sicherte das Unternehmen sich einen Gebrauchsmusterschutz mit der Bezeichnung "biegsame Wellen in unbegrenzten Längen". Den Durchbruch für Gemo brachte der erste große Kunde, der KdF-Wagen, der Vorläufer des Volkswagen-Käfers.

1953 wurde ein Teil des Betriebs nach Krefeld verlagert. Dort fand man eine Halle mit Druckluft, einen Eisenbahn-Anschluss und 360 Volt Starkstrom. Diese Halle an der Duisburger Straße wurde schnell zu klein und deshalb wieder verkauft, es gibt sie aber noch heute im Chempark. 1969/70 baute Gemo im Gewerbegebiet Bockum-Nord den heutigen Sitz der Unternehmenszentrale neu. Dort werden bis heute biegsame Wellen produziert.

Den Mittelpunkt der IHK-Reise, die vom 15. bis 17. September stattfindet, bilden die individuell auf die Teilnehmer zugeschnittenen Matching-Gespräche mit potenziellen Geschäftspartnern. Außerdem stehen ein ausführliches Briefing und ein Netzwerkabend unter anderem mit polnischen Unternehmern auf dem Programm der Reise.

Die Teilnahme am Fachprogramm kostet 590 Euro netto. Hinzu kommen Kosten für An- und Abreise sowie Übernachtungen. Infos unter der Rufnummer 02131 9268-561, per Mail an raspe@neuss.ihk.de und im Internet unter www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/9344.

(sti)
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