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Ortsdurchfahrten
Krefelder Hafenfirmen drohen Verkehrssündern

Ortsdurchfahrten: Krefelder Hafenfirmen drohen Verkehrssündern
Die Bauhaus AG nimmt eine gute Nachbarschaft mit Meerbusch ernst. Zulieferer sollen die Nord-anbindung nutzen. FOTO: TL
Krefeld. Die Bauhaus AG und die MAV Mineralstoffe GmbH aus dem Krefelder Hafen informieren ihre Transportunternehmen, nicht verbotswidrig Meerbuscher Ortsdurchfahrten zu nutzen. Andernfalls wollen sie die Zusammenarbeit aufkündigen. Von Norbert Stirken

Damit hatten selbst die kühnsten Optimisten in Meerbuschs Norden und bei den Naturschutzverbänden BUND und Nabu nicht gerechnet: Ihr Protestbrief an 25 Unternehmen im Krefelder Hafen fiel auf fruchtbaren Boden. In dem Schreiben machten Vertreter der Bürgervereine in Lank-Latum und Nierst deutlich, dass die Ortsdurchfahrten für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt seien.

Eine deutliche Reaktion kam von der Bauhaus AG, die seit kurzem im Hafen ihr europäisches Zentrallager für die Baumarktkette betreibt. Sie schickte der Bürgerinitiative eine Kopie ihres Schreibens an die Transportpartner der Bauhaus AG. Darin informiert Bauhaus darüber, dass "im Vorfeld der Entscheidung über den Neubau auf der grünen Wiese dezidierte Zusagen und Regelungen mit den Städten Krefeld und Meerbusch/Neuss vereinbart worden" seien. Insbesondere was den Lärm- und Umweltschutz anbetreffe. "Durch die direkte Nähe zu den Gemeinden sind wir angehalten, zum Schutz der Nachbarn und der Nachbarschaft die vereinbarten Regeln einzuhalten", erklärt Dirk Elsner, Teamleiter Transportlogistik.

Eine der wichtigsten Auflagen sei, dass jeglicher Güterverkehr über die Nordanbindung auf Krefelder Stadtgebiet in den Hafen zu erfolgen habe. Die Strecke von der Autobahn 44 über Meerbuscher Gebiet sei verboten. Gleichwohl falle Bauhaus als auch den Bürgerinitiativen aus Meerbusch auf, dass "zunehmend Fahrzeuge" entgegen der Verkehrsregeln unterwegs seien.

Bauhaus unterstreicht, dass "wir davon ausgehen, dass sie sich als unser Partner an die gegebenen Verkehrsregeln halten". Dennoch bittet die Baumarktkette darum, "Fahrpersonal und eventuell eingesetzte Unternehmer eindringlich auf die Einhaltung der Verkehrsregeln hinzuweisen". Bauhaus kündigt an, die Einhaltung "sporadisch" selbst überprüfen zu wollen. Ferner werde die Kontrolle in den Gemeinden ausgeweitet. Und tatsächlich hat der Rhein-Kreis Neuss als Polizeibehörde beschlossen, ein spezielles Blitzergerät aufzustellen, das in der Lage ist, Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen zu identifizieren (wir berichteten).

Dass Bauhaus es ernst meint, unterstreicht der Leiter der Transportlogistik mit der Ankündigung, "bei auffälligem Benehmen und Zuwiderhandlung" Spediteure künftig bei der Vergabe von Aufträgen nicht mehr zu berücksichtigen.

Direkt an die Meerbuscher Initiative gewandt, schreibt die ILW Logistic GmbH, dass "wir alle Transportunternehmen die Vorgehensweise bezüglich der Anfahrt zu unserem Europazentrallager mitgeteilt und auf die Einhaltung gedrängt" hätten. Die Gesellschaft werde selbst Stichproben vornehmen. Mehrfache Zuwiderhandlung führe zum Ausschluss des Transportunternehmens.

Im Tenor gleich reagierte die MAV Mineralstoff, Aufbereitung und Verwertung GmbH an der Bataverstraße: Leider würden die Durchfahrtverbote von vielen Lkw-Fahrern ignoriert und ist die Belastung durch Lärm, Abgase und Feinstaub für die Meerbuscher Anwohner unzumutbar geworden. Eindringlich weist MAV darauf hin, die Nordanbindung zu nutzen. "Da wir überhaupt kein Interesse an einer Streitigkeit in der Nachbarschaft haben, bitten wir um Beachtung." Bei weiterer Nichtbeachtung sehe sich MAV gezwungen, die Zusammenarbeit zu beenden.

Laut Meerbuscher Bürgerinitiative nutzen 700 bis 800 Lkw pro Woche allein die Ortsdurchfahrt Lank-Latum trotz Durchfahrtverbots. Eine aktuelle Zählung in der Zeit von 8.35 bis 11.15 Uhr habe zuletzt 48 Lkw ergeben. Die Reaktion der Krefelder Unternehmen wurde sehr begrüßt.

Quelle: RP
 
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