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Krefeld
Krefelder ordert die Bands für Rockfans im Ruhrgebiet

Krefeld: Krefelder ordert die Bands für Rockfans im Ruhrgebiet
Der Verberger Michael Neumann neben einem Nachbau der legendären Wurlitzer Musikbox. Der Krefelder hat die Turbinenhalle in Oberhausen gekauft und kümmert sich um Vermietung und Programm. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Die Turbinenhalle in Oberhausen ist als Konzertstätte Legende. Der Eigentümer des historischen Industrieareals im Ruhrpott ist ein Krefelder. Michael Neumann aus Verberg steckte plötzlich mitten drin in der Rock- und Schlagerbranche. Geplant war das nicht. Von Norbert Stirken

Wenn's um die Party und Musikszene im Ruhrgebiet geht, werden die Fäden in Bockum gezogen. Dort haben Michael Neumann und seine Mitarbeiter an der Elbestraße ihr Büro und buchen die nationalen und internationalen Stars aus dem Rock- und Schlagergeschäft für einen Auftritt in der Turbinenhalle in Oberhausen. Vor genau zehn Jahren hat der Diplom-Kaufmann das mehr als 30.000 Quadratmeter große Grundstück mit der historischen Industrieimmobilie in einer Zwangsversteigerung gekauft. "Geplant war das nicht", erzählt der Westerwälder Neumann, der mit Frau und Kindern in Verberg wohnt. Die Hintergründe, warum er es dennoch tat, liegen im privaten Bereich. Plötzlich trug er also die Verantwortung für eine in die Jahre gekommene große Halle, in der ursprünglich riesige, mit Diesel betriebene Turbinen den Strom für die Hochöfen erzeugten.

Die Erfahrungen mit diversen Pächtern und Betreibern überzeugten ihn davon, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. In der Gastronomie kannte er sich bestens aus, schließlich betreibt er als Erbe seines Vaters eine der größten Automatenaufstellerfirmen am Niederrhein. "In der Gastronomiebranche helfen wir bei geschäftlichen und privaten Schwierigkeiten, ersetzen schon mal die Bank und helfen so manchem Wirt über schwere Zeiten hinüber", berichtet Neumann.

In Oberhausen sah er die Möglichkeiten, versuchte einiges, verwarf es wieder und scheint nun die richtige Mischung gefunden zu haben. Veranstalter können die beiden Konzerthallen für 3600 und 1800 Besucher mieten. Aktuell investiert Neumann in die Bühne und die Beschallung. Licht müssen die Veranstalter selbst mitbringen. "Wir tun alles, damit die Agenturen sich bei uns wohlfühlen", betont Neumann. Vor allem in der Metal-Szene ist die Turbinenhalle mit Konzerten und Festivals sowie Wrestling-Wettbewerben total angesagt. Hinzu kommen Messen zu Themen wie Gothic, Tattoos, Science Fiction und Horror zu bizarren Titeln wie "The Walking Dead Zombie Walk". "Alles nette Menschen", versichert Neumann und beeilt sich, etwaigen Vorurteilen vorzubeugen.

Uriah Heep, Europe, Monster Magnet oder sogar Slipknot, die verrückten und maskierten Trash-Metaller aus Iowa, haben beispielsweise ihre Visitenkarten hinterlassen. Um Weihnachten herum findet an zwei Tagen seit Jahren "Punk im Pott" mit Bands der Subkultur statt: Namen wie Die Kassierer, Betontod, Wizo, Sondaschule, Massendefekt und Rantanplan sind unter den Fans ein Begriff.

Mehr persönliches Interesse entfachen bei Neumann die Veranstaltungen in der eigenen Großraumdiskothek Steffy. "Wir haben uns einem neuen Publikum zugewandt, weg von der Techno- und House-Base hin zu kommerzielleren Themen", berichtet der Verberger. Mickie Krause, Heino, Jürgen Drews, Der Wendler, aber auch Brings und Die Räuber - das ist die Kategorie, die für Stimmung unter den bis zu 1300 Gästen sorgt. "Ich hatte schon meine Meinung über den König von Mallorca, aber die Künstler sind im persönlichen Kontakt alle total nett und normal", erzählt der Chef der Turbinenhalle. Der Krefelder vermietet aber nicht nur, sondern veranstaltet auch selbst - besonders im Steffy.

Das Hauptgeschäft macht die Turbinenhalle Konzert, Diskothek & Event GmbH aus Krefeld mit dem Getränkeumsatz. "Wir haben zum Beispiel auch einen riesigen, 2000 Quadratmeter großen Indoor-Biergarten in einer früheren Soccer-Halle", erzählt Neumann. In einer lichtdurchfluteten Halle stehen die Biergartengarnituren und erlauben unabhängig von der Witterung Frühlings- und Sommeratmosphäre.

Derzeit baut Neumann rund 400 Quadratmeter Büro- und Verwaltungsflächen aus, um die Bedingungen vor Ort zu optimieren. "Unser Firmensitz bleibt allerdings in Krefeld", spricht der Geschäftsmann auch für sein Unternehmen Friebe & Körber Automaten OHG.

Quelle: RP
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