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Krefeld
Krefelder Tafel feiert mit Suppe und Schmalzbroten

Krefeld. Zum 20. Geburtstag wurde auf der Bühne gerockt. Von Otmar Sprothen

In frischem frühlingshaftem Gelb lockte der Stand der Krefelder Tafel

die Besucher des Krefelder Genießermarktes. 80 Sitzplätze, eine kleine Bühne und eine Büfetttheke, an der die von Nordbahnhofwirt Victor Furth gespendete Suppe und Schmalzbrote angeboten wurden, sollten dem gemeinsamen Gespräch mit Passanten dienen. Die Tafel feierte ihren Geburtstag öffentlich. Für die gute Sache traten Uli Pudelko (Banjo), Elfie Coenders (Gitarre) und die Swing Time Combo neben vielen anderen unentgeltlich auf. Deren Jailhouse Rock sorgte dafür, dass die Königstraße sich schon am Morgen zur Tanzfläche wandelte.

Bei ihrer Gründung am 24. April 1996 lehnte sich die Krefelder Tafel an eine einfache Idee aus den USA an: Ehrenamtler sammeln übriggebliebene Lebensmittel bei Supermärkten und Discountern und reichen sie an Bedürftige weiter. 700 Tonnen Lebensmittel sammeln die fünf Krefelder Kühltransporter im Jahr. 140 Ehrenamtler unterstützen die Tafel im Fahrerteam, bei der Lagerung, im Kühlbunker, in der Verwaltung und bei der Essenszubereitung und -ausgabe. Seit 2007 unterstützt die "Kindertafel" gezielt Schulen, soziale Einrichtungen und Kindertagesstätten mit finanziellen Mitteln, für die die Tafel ständig Spenden einwirbt. Was als "Essens-Nothilfe" vor allem für Obdachlose gedacht war, hat sich zu einer modernen Armenspeisung entwickelt. Mittlerweile betreibt die Krefelder Tafel fünf Ausgabestellen, darunter so bekannte wie "Das tägliche Brot" an der Stadtkirche St. Dionysius und den "Tafelladen" an der Friedrich-Ebert-Straße.

Vor allem seit der Einführung von Hartz IV stieg die Zahl der Menschen steil an, die sich bei der Tafel mit Obst, Gemüse, Wurst, Schokolade oder Nudeln versorgten.

"In Krefeld unterstützen wir regelmäßig 3500 bis 4000 Menschen", sagt Tafel-Vorstand Irmgard Hausmanns. "Wir benötigen deswegen mehr Ausgabestellen und mehr ehrenamtliche Helfer." Inzwischen sind 1000 Migranten dazugekommen. "An Flüchtlinge geben wir ab, was wir erhalten. Sie haben einen Anspruch darauf, bis sie eine Arbeit ausüben", erklärt Tafel-Chef Hansgeorg Rehbein.

Nach der Euphorie der frühen Jahre werden nun auch vermehrt Schwierigkeiten sichtbar. "Wir werden in den kommenden Wochen Einzelgespräche mit einigen Discountern führen müssen", kündigte Rehbein an. Manchem Versorger der Tafel ist das Ausbuchen einzelner Waren zu aufwendig geworden. So wandern verwendbare Dinge leider wieder in die Tonne, wo sie nicht hingehören.

Kontakt: Krefelder Tafel, Friedrich-Ebert-Straße 160, Telefon: 02151-538896.

Quelle: RP
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